Suchen

Mobilität Der Carsharing-Markt wächst wieder

| Autor/ Redakteur: Klaus Lockschen/SP-X / Christian Otto

Das Teilen von Fahrzeugen war hierzulande in den vergangenen Jahren ins Stocken geraten. Nun vermeldet der federführende Verband einen leichtes Wachstum. Allerdings ist der Anteil von E-Modellen in den Carsharing-Flotten eher schwach.

Firmen zum Thema

Die Carsharing-Flaute ist scheinbar vorbei. Die Branche vermeldet wieder wachsende Zahlen.
Die Carsharing-Flaute ist scheinbar vorbei. Die Branche vermeldet wieder wachsende Zahlen.
(Bild: Daimler)

Nach zwei Jahren der Stagnation legt die Carsharing-Branche wieder zu. Anfang Januar lag die Zahl der Kunden bei 2,48 Millionen, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings räumte Gunnar Nehrke, Geschäftsführer des Bundesverbands Carsharing, ein, dass diese Zahl nicht komplett überschneidungsfrei sei, da jede Anmeldung gezählt werde, unabhängig davon, ob der Nutzer eventuell bei mehreren Anbietern registriert sei. Zudem seien sicherlich auch Karteileichen in der Zählung. Die Anzahl der Carsharing-Fahrzeuge legte bundesweit binnen Jahresfrist um 12,5 Prozent auf 20.200 zu.

Rückgrat der Branche ist das stationäre Angebot. Bei dieser Variante werden die Autos an bestimmten Stationen ausgeliehen und auch wieder abgegeben. Insgesamt sind das bundesweit 5.700 Stationen. In diesem Segment kam es zu einem überdurchschnittlichen Wachstum um 21,5 Prozent auf 650.000 Nutzer, die Zahl der Fahrzeuge stieg um 11,4 Prozent auf 11.200. Bei den Free-Floating-Angeboten, das sind Fahrzeuge, die stationsunabhängig angemietet werden, ergab sich mit 1,81 Millionen Fahrberechtigten ein Zuwachs von 14,9 Prozent. Der Fahrzeugbestand legte hier um 1.100 auf 9.000 zu.

Wenig E-Fahrzeuge in den Flotten

Das Nutzungsverhalten in den beiden Varianten ist nach Angaben von Nehrke völlig unterschiedlich. Bei der Buchung eines stationären Fahrzeugs liege die Nutzungszeit in etwa bei fünf bis sechs Stunden und die durchschnittliche Fahrstrecke bei 60 Kilometern. Bei Free-Floating sind es hingegen nur 30 Minuten Mietdauer, respektive zehn Kilometern. Acht bis neun Buchungen kommen so pro Tag im Schnitt zusammen. In der stationsabhängigen Variante teilen sich rechnerisch 58 Fahrberechtigte ein Fahrzeug, bei den stationsfreien sind es 223.

Beim Hochlauf von Elektrofahrzeugen in den Reihen der Carsharing-Anbieter ist wenig Positives zu melden. Derzeit sind 1.827 E-Autos im Bestand, lediglich 55 mehr als 2018. In der Free-Floating-Flotte blieb die Zahl mit 1.025 Stromern letztlich unverändert. Bei den stationsbasierten ging es um 177 Stück auf knapp 500 hoch. Allerdings reduzierten reine E-Car-Sharing-Betreiber ihre Flotte um 130 auf 304. Die Rahmenbedingungen stimmten noch nicht, diese Fahrzeuge seien noch zu teuer, findet Gunnar Nehrke. Aber auch die Akzeptanz bei den Kunden sei durchaus noch verbesserungswürdig.

Potenzial nach oben sieht die Branche allemal noch. So wurde allein in Moskau binnen kurzer Zeit eine Flotte von 16.500 stationsbasierten Auto eingestellt, also deutlich mehr Fahrzeuge als sämtliche in Deutschland angebotenen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45761670)