VW-Personalrochade

Diess bekommt mehr Macht, Sanz geht, Blume rückt auf

| Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Svenja Gelowicz

Dass der Aufsichtsrat des Herstellers den 59-jährigen Herbert Diess zum neuen Vorstandschef ernennen wird, gilt als sicher.
Dass der Aufsichtsrat des Herstellers den 59-jährigen Herbert Diess zum neuen Vorstandschef ernennen wird, gilt als sicher. (Bild: Volkswagen)

Das Personalkarussell bei Volkswagen dreht sich weiter – Beschaffungschef Sanz räumt seinen Posten, Porsche-Chef Blume soll in den Konzernvorstand aufrücken. Und: Herbert Diess soll neben seinem neuen Amt als Konzernchef offenbar auch weiter die Kernmarke VW führen.

Herbert Diess wandelt bei Volkswagen auf Martin Winterkorns Spuren. Dass der Aufsichtsrat des Herstellers den 59-Jährigen am Freitag zum neuen Vorstandschef ernennen wird, gilt als sicher. Nun berichten die „Bild“ und die Nachrichtenagentur „Reuters“ übereinstimmend, dass Diess auch Chef der Kernmarke VW bleiben soll. Damit hätte Diess eine größere Machtfülle als der bisherige Konzernchef Matthias Müller. Beide Aufgaben in Personalunion hatte in Wolfsburg zuletzt Martin Winterkorn innegehabt.

Diess war im Sommer 2015 auf Drängen des damaligen Chefkontrolleurs Ferdinand Piëch von BMW zu VW gewechselt. Piëch holte ihn, um die Kernmarke profitabler zu machen, Winterkorn musste seinen Posten als VW-Chef abgeben und sollte sich voll auf seine Aufgaben als Konzernlenker konzentrieren. Wenig später kostete ihn die Diesel-Affäre auch diesen Job.

Beschaffungsvorstand Sanz geht

Daneben sollen die Aufseher nach Angaben aus dem Konzernumfeld weitere Personalien beschließen. Gunnar Kilian, noch Generalsekretär im Betriebsrat, soll Personalvorstand werden und auf Karlheinz Blessing folgen. Außerdem wolle der langjährige Einkaufsvorstand Francisco Javier Garcia Sanz seinen Posten abgeben, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

Zugleich solle Porsche-Chef Oliver Blume in den Konzernvorstand aufrücken. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet.

Neben den personellen Veränderungen zeichnen sich bei Volkswagen auch strukturelle Umwälzungen ab. Nach „Spiegel“-Informationen sollen die einzelnen Marken in vier Gruppen unterteilt werden. Die Sparte „Volumenmodelle“ werden demnach VW Pkw, Skoda und Seat besetzen. In die Kategorie „Oberklasse-Autos“ fallen Audi und Bentley. Den Bereich „Sportwagen“ sollen Porsche, Bugatti und Lamborghini besetzen. Im Bereich „Nutzfahrzeuge“ bleiben wie gehabt VW Nutzfahrzeuge, MAN und Scania angesiedelt. Ein Sprecher des VW-Aufsichtsrates wollte den Bericht nicht kommentieren.

Allerdings gab es zuletzt auch immer wieder Vermutungen, dass Volkswagen das Lkw-Geschäft mitsamt eigenem Börsengang ausgliedern oder eine Holding-Struktur anstreben könnte. Etwas mehr Aufschluss über die konkreten Veränderungen im Wolfsburger Konzern dürfte der kommende Freitag bringen, wenn der Aufsichtsrat tagt.

Müller erhält Gehalt bis 2020

Der scheidende Vorstandschef Matthias Müller könnte nach „Handelsblatt“-Informationen eine neue Funktion erhalten, sein regulärer Vertrag läuft noch bis zum Jahr 2020. „Eine Vertragsaufhebung würde keinen Sinn machen, da die Abfindung genauso hoch sein würde wie der laufende Vertrag“, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person dem Blatt. Im vergangenen Jahr hatte Müller mehr als 10,1 Millionen Euro eingestrichen.

Mit Material von dpa

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