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Elektromobilität E-Mobilität in Deutschland: Verdoppelung des Absatzes in 2020

| Autor / Redakteur: Claus-Peter Köth / Svenja Gelowicz

Die Absatzzahlen von Elektrofahrzeugen sind besser als ihr Ruf. In diesem Jahr rechnet der aktuelle CAM Electromobility Report sogar mit einer Verdoppelung – nicht zuletzt aufgrund der nochmals erhöhten Förderung.

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9,5 Prozent der Porsche-Verkäufe in Deutschland sind BEVs – dank Taycan.
9,5 Prozent der Porsche-Verkäufe in Deutschland sind BEVs – dank Taycan.
(Bild: Porsche)

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung fördert die Elektromobilität in Deutschland in besonderer Weise. „Die initiierten zusätzlichen Förderungen und Steuervorteile werden der E-Mobilität in Deutschland einen weiteren Schub verleihen. Wir rechnen für das Jahr 2020 mit einer Verdopplung des E-Fahrzeugabsatzes auf rund 220.000 Pkw und einer weiteren deutlichen Steigerung im Folgejahr“, erklärt Prof. Stefan Bratzel im aktuellen Electromobility Report des Center of Automotive Management (CAM).

Marktführer Volkswagen

Abhängig von ihrem Produktportfolio werden die OEMs unterschiedlich von den neuerlichen Fördermaßnahmen profitieren. So zeigt die aktuelle CAM-Analyse der Neuzulassungen von E-Autos in den ersten vier Monaten 2020, dass die deutschen Premiummarken insbesondere beim Absatz von Plug-in-Hybriden (PHEV) führend sind. BMW, Mercedes und Audi verkaufen zwischen 7,0 und 8,3 Prozent ihrer Fahrzeuge als PHEV und damit fast doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt (3,9 %).

Dagegen ist beim Absatz von reinen E-Fahrzeugen – den sogenannten Battery Electric Vehicles, kurz BEV – in Deutschland Volkswagen der Marktführer. Die Marke VW konnte von Januar bis Mai exakt 9.090 reine E-Autos absetzen und damit bereits mehr als im gesamten Jahr 2019. VW erreicht einen BEV-Anteil von 4,9 Prozent an allen Verkäufen in Deutschland. Bei Audi macht der BEV-Anteil 3,3, bei BMW 2,6 und bei Mercedes lediglich 0,4 Prozent aus. Dagegen sind bereits 9,5 Prozent der Porsche-Verkäufe in Deutschland BEVs – dank Taycan.

Bei der reinen E-Mobilität reihen sich Renault und Tesla hinter VW als absatzstärkste Marken ein, gefolgt von Audi und Hyundai. Dabei ist der BEV-Anteil der Importeure Tesla (100 %), Renault (15,1 %) oder Hyundai (7,0 %) weit überdurchschnittlich. Insgesamt wurden in den ersten vier Monaten in Deutschland 36.188 E-Autos (BEV) neu zugelassen. Das entspricht einem Wachstum von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Plug-in-Hybride: Neuzulassungen verdreifacht

Die PHEV-Neuzulassungen haben sich in den ersten vier Monaten in Deutschland fast verdreifacht auf 38.792 Pkw. BMW und Mercedes mit fast 6.700 Fahrzeuge sowie Audi (5.782) sind die Marktführer deutlich vor Volvo, VW und Mitsubishi. Bei Volvo machen PHEVs fast 23 Prozent, bei Mitsubishi 15 und bei Porsche 11 Prozent am deutschen Gesamtabsatz aus.

Insgesamt wurden in der kombinierten Gesamtbilanz von BEV und PHEV von Januar bis Mai 2020 in Deutschland 74.980 Fahrzeuge neu zugelassen, was einem Zuwachs von 92 Prozent entspricht. Marktführer sind die deutschen Marken VW (12.590), BMW (8.779), Audi (8.537) und Mercedes-Benz (7.056) gefolgt von Renault (5.618) und Tesla (4.262). Den höchsten Elektroanteil besitzt neben Tesla und Smart (jeweils 100 %) überraschend Porsche mit 20,4 Prozent. Es folgen Renault (15,1 %), Mini (12,5 %) und Kia (11,7 %).

Deutsche Autobauer und Elektromobilität: Besser als ihr Ruf

„Die Absatzzahlen zeigen, dass die deutschen Automobilhersteller bei der E-Mobilität besser sind als ihr Ruf und auch weiterhin vom Markthochlauf profitieren können. Allerdings liegt mit Ausnahme von Volkswagen der Fokus derzeit noch stark bei Plug-in-Hybriden, bei denen die deutschen Premiumhersteller bereits ein breites Modellangebot besitzen. Weil die vielfach als Dienstwagen verkauften PHEV jedoch häufig keinen positiven Klimabeitrag leisten, aufgrund der großen Diskrepanz zwischen Norm- und Realverbräuchen, muss durch die künftige Regulierung sichergestellt werden, dass PHEV-Käufer Förderungen und Steuervorteile nur dann erhalten, wenn diese Fahrzeuge durch ein entsprechendes Fahr- und Ladeverhalten auch niedrige CO2-Realemissionen aufweisen“, resümiert Bratzel.

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