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Automobilzulieferer Eberspächer schließt Fahrzeugheizungen-Standort in Esslingen – Hunderte Jobs fallen weg

Autor: Svenja Gelowicz

Der Automobilzulieferer aus Esslingen am Neckar kämpft mit den Folgen der Coronakrise. Man gehe von einem „signifikanten Umsatzeinbruch“ aus, vor allem die deutschen Standorte stünden „unter Druck“. Ein Werk für Fahrzeugheizungen wird in diesem Zuge dichtgemacht.

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Der Zulieferer Eberspächer erwartet einen deutlichen Umsatzeinbruch im aktuellen Geschäftsjahr.
Der Zulieferer Eberspächer erwartet einen deutlichen Umsatzeinbruch im aktuellen Geschäftsjahr.
(Bild: Eberspächer)

Der neuntgröße deutsche Automobilzulieferer Eberspächer hat am Dienstag (26. Mai) seine Bilanz präsentiert und Sparmaßnahmen verkündet. Das Familienunternehmen spürt die Folgen der Coronakrise und will daher Veränderungen schneller umsetzen. Für den Produktionsstandort für Fahrzeugheizungen in Esslingen und 300 Mitarbeiter bedeutet das das Aus: Eberspächer will die Fertigung bis Anfang 2022 schließen. Insgesamt beschäftigt der Zulieferer 9.928 Mitarbeiter.

„Für 2020 können wir die wirtschaftlichen Auswirkungen noch nicht exakt beziffern, gehen jedoch von einem signifikanten Umsatzeinbruch aus“, sagt Martin Peters, Geschäftsführender Gesellschafter der Eberspächer-Gruppe, in einer Mitteilung. Seit dem 1. April sind die deutschen Standorte in Kurzarbeit, bei den internationalen Niederlassungen gelten die jeweils landesspezifischen ähnlichen Regelungen. Doch aktuell stünden vor allem die deutschen Standorte unter Druck.

„Um in dieser Situation das Gesamtunternehmen nicht zu gefährden, müssen wir erforderliche Veränderungen mit einer höheren Geschwindigkeit voranbringen, als dies normale Marktbedingungen erfordern würden“, so Peters. Der weitere Geschäftsverlauf hänge von der wirtschaftlichen Erholung ab, erste positive Signale gebe es aus China.

Eberspächer: Umsatzwachstum vor allem im Ausland

Eberspächer hat im vergangenen Geschäftsjahr seinen Umsatz auf 4.966 Millionen Euro gesteigert, das ist ein Zuwachs von knapp acht Prozent zum Vorjahr. Fast 80 Prozent der Umsätze wurden laut einer Mitteilung im Ausland erwirtschaftet. „Wir konnten wichtige Aufträge von Großkunden gewinnen und gleichzeitig unser weltweites Produktionsnetzwerk erfolgreich ausbauen“, sagt Peters. Der Konzernüberschuss wuchs im Vergleich zum Vorjahr um fünf Millionen auf insgesamt 58 Millionen Euro.

Im Jahr 2019 hat Eberspächer außerdem 160 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investiert. „Ob wir die in 2019 getätigten Investitionen in 2020 erfolgreich nutzen können, ist fraglich“, sagt Peters. Der Zulieferer hofft dabei vor allem auf eine steigende Nachfrage nach Heiz- und Kühlprodukten für die Elektromobilität.

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 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Redakteurin Wirtschaft und Mobilität