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Elektrofahrzeuge steigern Marktanteil in der Krise

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Thomas Günnel

Die Corona-Pandemie hat den vermeintlich teuren Elektroautos nicht geschadet. In den vergangenen Monaten ist der Marktanteil batterieelektrischer Pkw deutlich gestiegen, sagen Marktbeobachter.

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Elektrofahrzeuge sind deutlich häufiger im Straßenbild zu sehen.
Elektrofahrzeuge sind deutlich häufiger im Straßenbild zu sehen.
(Bild: Andreas Grimm/»kfz-betrieb«)

Elektrofahrzeuge sind die relativen und absoluten Gewinner der Corona-Krise. Laut einer Auswertung der Marktbeobachter von Dataforce ist der Absatz der E-Autos in den fünf größten europäischen Märkten in den letzten Monaten deutlich gestiegen – nicht zuletzt allerdings angeschoben durch staatliche Maßnahmen. In der Folge hat sich auch ihr Marktanteil deutlich erhöht.

Für den Verbraucher stellten die nun „dank staatlicher Unterstützung bezahlbaren E-Autos mittlerweile eine echte Alternative dar“, heißt es in der Analyse von Dataforce. Den Angaben zufolge kletterten die Zulassungen rein batteriebetriebener E-Mobile in den „Big five“-Staaten im März um 68 Prozent und im Mai um 23 Prozent. Im April ging es im allgemeinen Lockdown um 32 Prozent bergab – als die Verbrenner-Zulassungen um gut 80 Prozent in den Keller rauschten.

Mehr Elektro, weniger Hybride

In den drei Haupt-Corona-Monaten März, April und Mai kletterten die Neuzulassungen der reinen E-Fahrzeuge damit um 27 Prozent, während interessanterweise die Hybrid-Zulassungen um 38 Prozent nachgaben. Benziner und Diesel verloren im Untersuchungszeitraum zwei Drittel der Neuzulassungen. Ob eine möglicherweise bessere Verfügbarkeit der E-Modelle durch Lagerware einen Einfluss auf die Zahlen hat, ist aus der Dataforce-Untersuchung nicht ersichtlich.

Durch die gegenläufige Zulassungsentwicklung von E- und konventionellen Fahrzeugen haben batterieelektrische Modelle in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien inzwischen einen Anteil von 4,3 Prozent – das ist rund ein Fünftel mehr als vor Jahresfrist. Die Entwicklung dürfte weitergehen: Getrieben durch staatliche Förderungen in allen Ländern werde der E-Anteil weiter steigen, heißt es in der Mitteilung.

Subventionen treiben weiter an

In Großbritannien fließen seit dem 12. März 2020 im Zuge des sogenannten „Electric Car Grant“ 3.000 Britische Pfund beim Kauf eines Elektroautos. In Frankreich gibt es über das zum Jahresstart reformierte Bonus-Malus-System 6.000 Euro Bonus beim Kauf eines E-Mobils. Und in Deutschland gibt es im Rahmen der erhöhten Umweltprämie nun rückwirkend für alle neuen E-Autos ab dem 4. Juni bis zu 6.000 Euro Zuschuss vom Staat sowie weitere Subventionen von den Herstellern.

Bereits frühere Maßnahmen hatten zu einem Anstieg der Zulassungszahlen geführt. Schweden etwa hatte Mitte 2018 ein Bonus-Malus-System eingeführt. Binnen eines Jahres hatten sich die E-Zulassungen verdreifacht, während sie in den EU-5-Märkten um 51 Prozent stiegen.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«