In Nürnberg dreht sich wieder alles um eingebettete Systeme. Ab dem 9. April zeigen Zulieferer und Dienstleister auf der Embedded World eine große Bandbreite von Hardware über Software.
Vom 09.04. bis 11.4.2024 versammelt sich wieder die Embedded-Community in Nürnberg.
(Bild: NuernbergMesse/Frank Boxler)
Im April kommen in Nürnberg die Embedded-Entwickler für drei ereignisreiche Tage zusammen. Nachdem sich die Messe „embedded world“ erfolgreich aus der Corona-Zeit zurückgemeldet hatte, sind die Erwartungen entsprechend hoch. Die Produktankündigungen der Hersteller sprechen schon einmal eine deutliche Sprache. Insbesondere der Automotive-Bereich hält entsprechende Highlights bereit.
Software-defined Vehicle
Die Zukunft des Fahrzeugs ist elektrisch, vernetzt sowie automatisiert. Neue Funktionen werden in erster Linie durch Software ermöglicht. Damit einher geht eine stetig wachsende Komplexität, die bewältigt werden muss. NXP hat mit S32-Coreride eine Plattform entwickelt, die „die Entwicklung komplexer Fahrzeugarchitekturen vereinfacht“, wie Henri Ardevol, Executive Vice President und General Manager Automotive Embedded Systems, im Rahmen einer Presseveranstaltung in München betonte. Ein zusätzlicher Vorteil: Die Plattform wird von verschiedenen Software-Anbietern und Automobilzulieferern unterstützt. Darunter Archer Mind, Blackberry QNX, Elektrobit, ETAS, Green Hills Software, Sonatus, Synopsys, TTTech Auto, Vector Informatik, Accenture ESR Labs, Wind River oder Valeo.
Infineon zeigt seinen neuen Mikrocontroller Aurix TC4x, dessen Multicore-Architektur durch eine Safety- und Security-Accelerator-Suite ergänzt wird. Um die strengen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, hat Green Hills sein sicherheitszertifiziertes Echtzeitbetriebssystem „µ-velOSity RTOS“ auf die Produktfamilie portiert. Die integrierte Entwicklungsumgebung Multi unterstützt auch diese Prozessorfamilie und ermögliche eine verkürzte Entwicklungszeit und soll gleichzeitig den schnellsten und kleinsten Code für den TC4x generieren. Die Partner demonstrieren die Produkte auf der Embedded World 2024 am Stand 4-325 von Green Hills.
Cybersicherheit ist eines der wichtigsten Themen und in manchen Unternehmen noch immer nicht hoch genug priorisiert. Security beginnt bei der Entwicklung eingebetteter Systeme, vor allem ihres Software-Anteils. Vor allem Kodierungsfehler seien eine häufige Ursache für Sicherheitslücken Perforce Software zeigt, wie die Sicherheit und Compliance des Software-Codes dauerhaft erhöht werden kann. Neu wird der Standard MISRA C++:2023 unterstützt.
Parasoft zeigt, wie Softwaretests automatisiert werden können und wie man dabei Standards einhält sowie Codesicherheit und Cybersecurity in agilen und DevOps-Umgebungen erreichen kann. Neu ist die Version 2023.2 von C/C++test, die sicherstellt, dass der C++17-Code dem MISRA C++:2023-Standard entspricht.
Tasking hat seine Blue-Box-Debugger-Familie um den „iC7pro“ und den „iC7max“ ergänzt. Diese ermöglichen schnellere Reaktionszeiten und eine verbesserte Leistung für die Software-Entwicklung. Auf der Embedded World zeigt das Unternehmen, wie winIDEA für Trace-basierte Timing-Tests an realen und virtuellen Targets funktioniert. Dabei kommt ein Vector Microsar auf einem TC399XE Target Board und auf einem Synopsys TC39x VDK Level-4 Simulator (Synopsys Virtualizer) zum Einsatz.
Fahrerassistenz und Fahrzeuginnenraum
VIA optronics will zusammen mit Antolin einen gemeinsamen Cockpit-Demonstrator vorführen. Dieser ist das erste Ergebnis der kürzlich angekündigten Zusammenarbeit. Hier wollen die Unternehmen ihr gemeinsames Fachwissen und ihre Fähigkeiten nutzen, um integrierte Display-Systeme für den Fahrzeuginnenraum zu entwerfen, zu entwickeln und zu produzieren, einschließlich Cockpits, Bodenkonsolen und Kopfstützen.
Assistenzsysteme für Nutzfahrzeuge stehen bei Adlink im Mittelpunkt. Eine Demo zeigt ein mit KI unterstütztes System, das eine Rundumüberwachung und ein Fahrerüberwachungssystem umfasst.
TI hat Mikrocontroller u. a. für Automotive-Systeme im Gepäck: Der Zulieferer hat sein Portfolio an Arm Cortex-M0+-MCUs seit deren Einführung anlässlich der Embedded World im vergangenen Jahr um mehr als 100 neue Mikrocontroller aufgestockt. Dabei stehen Optionen zur Anpassung an beliebige Designanforderungen in Sachen Speicher, Analogintegration oder Größe zur Wahl, sodass sich sowohl die Kosten als auch die Designzeit auf der Bauteile- und Systemebene reduzieren sollen.
Simulation
Um den gestiegenen Anforderungen an Entwicklungssystemen für RCP- und HiL-Anwendungen Rechnung zu tragen, hat dSpace die „MicroLabBox“ weiterentwickelt. Die „MicroLabBox II“ bringe eine hohe Rechengeschwindigkeit in einem kompakten Gehäuse. Der Quad-Core-Prozessor ermögliche die schnelle Ausführung anspruchsvoller Simulink-Modelle. Darüber hinaus bietet das neue Gerät ein frei programmierbares FPGA für Regelkreise oder Simulationsmodelle, zum Beispiel für die Simulation von Elektromotoren. Anwender können mit der Experimentier-Software „ControlDesk“ des Herstellers auf Modellsignale für Visualisierungs- und Messzwecke zugreifen und Modellparameter online verändern.
Stand: 08.12.2025
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