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Rolls Royce

Emily: Das Luxus-Symbol

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Drei Exemplare des 10 H.P.

Frederick Henry Royce wuchs als fünftes Kind von James Royce und Mary King in bescheidenen Verhältnissen auf. Als Zeitungsjunge und Telegrammbote trug er zum Familieneinkommen bei, später bekam er eine Lehrstelle bei einer Eisenbahngesellschaft. Royce entdeckte sein Talent für alles Technische, und mit 21 Jahren, im Jahr 1884, gründete er in Manchester eine Firma für Elektromotoren namens F.H. Royce & Co.. Zum Wohlstand des Emporkömmlings und Technikfreaks gehörte selbstverständlich ein Auto, nur war der Tüftler mit seiner Erwerbung – einem französischen Decauville – alles andere als zufrieden. Die Schwächen seines Gefährts zu beheben genügte ihm nicht, er wollte sein eigenes Auto, und es sollte ein Muster an Zuverlässigkeit sein. „10 H.P.“ nannte Royce seine Schöpfung, von der drei Exemplare entstanden und eines davon für seinen Freund Henry Edmunds bestimmt war.

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„Der beste Ingenieur der Welt“

In seinem Bekanntenkreis berichtete Edmunds voller Begeisterung von den Qualitäten des Autos – einer der Zuhörer war Claude Johnson, der Mitinhaber der Firma C.S. Rolls & Co.. Begeisterung ist es auch, die Charles Stewart Rolls beim Treffen mit Royce in Manchester erfasst: „Ich habe soeben den besten Ingenieur der Welt kennen gelernt“, soll er nach der Probefahrt mit dessen Entwicklung gesagt haben. Der 27 Jahre alte Adlige und der 41-jährige Aufsteiger verstanden sich auf Anhieb. Royce würde die Autos verkaufen, die Rolls bauen sollte. Bereits im selben Jahr wurden die ersten Zwei-, Drei- und Vier-Zylinder-Modelle der neuen Marke auf dem Pariser Autosalon präsentiert. Zur Grundlage für den Mythos wird ein Fahrzeug, das zwei Jahre später nie gekannten Glanz in die Show-Rooms bringt.

Der berühmte Silver Ghost

Das Modell mit der Bezeichnung 40/50 HP hat nicht nur einen Sechs-Zylinder-Motor, sondern rollt komplett in Silber vor das Publikum. Dieser „Silver Ghost“ gab schließlich der Baureihe seinen Namen. Fast 20 Jahre lang wurde der Silver Ghost gebaut, insgesamt 6.173 Stück werden verkauft. Darunter sind auch Exemplare für Könige und Maharadschas, denen Silber nicht genug ist. Gold an den Metallteilen, Juwelen am Armaturenbrett – kein Kundenwunsch ist zu absonderlich, die Legendenbildung ist nicht mehr aufzuhalten. Fertigung in Handarbeit, feinstes Kalbsleder oder edelstes Vogelaugenahorn – das wird der Standard. Weder durch technische Innovationen noch durch motorsportliche Glanzleistungen wurde Rolls-Royce zu dem, was die Marke ist. Solidität, feinstes Interieur, knappe Stückzahlen und ein exorbitanter Preis, letztlich auch das Interesse exklusiver Kundschaft schufen die Grundlage zur Legendenbildung. Kundenliste wird im Laufe der folgenden Jahrzehnte zu einem „Who's who“ aus Hochadel, Politik und Show-Business. Von Lenin bis Brigitte Bardot verbindet sie eine gemeinsame Vorliebe.

So britisch wie der Fünf-Uhr-Tee

Die Produktion des ersten Rolls-Royce mit einem Zwölf-Zylinder-Motor – es ist das Modell Phantom III – erleben die beiden Firmengründer schon nicht mehr. Bereits 1910 war der umtriebige Charles Stewart Rolls ein Opfer seiner Abenteuerlust geworden und bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Schwach und kränklich geworden stirbt Royce 1933.

Der Mythos um die hundertdreijährige „Emily“wird seit 1998 nicht mehr im englischen Crewe, sondern in München verwaltet. Als BMW die Marke erwarb, sorgten britische Traditionalisten sich um die Identität ihres Luxusgefährts. Doch seit der neue Phantom und mittlerweile der Ghost II rollen, bescheinigen Fachleute: Der Rolls von heute ist so britisch wie der Fünf-Uhr-Tee.

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