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Rolls Royce Emily: Das Luxus-Symbol

| Autor / Redakteur: ampnet/Thomas Günnel / Thomas Günnel

Sie gehört zu den berühmtesten Frauen der Welt, doch die meisten kennen sie nur unter Ihrem Kosenamen: „Emily“. Der „Spirit of Ecstasy“ symbolisiert äußersten automobilen Luxus, der Name Rolls-Royce steht für die Abgrenzung von Wohlstand zu wirklichem Reichtum.

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Sie gehört zu den berühmtesten Frauen der Welt, doch die meisten kennen sie nur unter Ihrem Kosenamen: „Emily“. Der „Spirit of Ecstasy“ symbolisiert äußersten automobilen Luxus.
Sie gehört zu den berühmtesten Frauen der Welt, doch die meisten kennen sie nur unter Ihrem Kosenamen: „Emily“. Der „Spirit of Ecstasy“ symbolisiert äußersten automobilen Luxus.
(Foto: Rolls Royce)

Mit einer Parade historischer Rolls-Royce-Automobile wurde im Jahr 2011 in London das Centenial ihres ersten Auftritts gefeiert. Der Legende nach ist Emily das Abbild einer Sekretärin. Die nach ihrer Statur entworfene Kühlerfigur ziert genau seit dem 6. Februar 1911 alle Fahrzeuge der Marke, wobei der offizielle Name viel weniger gebräuchlich ist, als „Flying Lady“ oder einfach „Emily“. Der Künstler Charles Sykes bekam seinerzeit den Auftrag zum Design einer Kühlerfigur, die Kernwerte der Marke ausdrücken und gleichzeitig die Gesamtwirkung der Automobile unterstreichen sollte. Die Figur einer Frau, die mit ausgebreiteten Armen den Stoff ihres Abendkleides im Wind wehen lässt, schien ihm dazu am besten geeignet.

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Marotten verspielter Automobilisten

Eigentlich war die Schöpfung des Bildhauers nur Folge von Marotten verspielter Automobilisten. Viele stolze Besitzer und Fahrer der pferdelosen Kutschen begannen, den Schraubverschluss des an der Frontseite montierten Kühlers bizarr zur verkitschen und mit teils grotesken Figuren zu verzieren – eine Art frühes Customizing. Bald entdeckten Autohersteller die ikonografische Wirkung dieser Zeichen und prägten damit die Mode für Jahrzehnte. Adler schraubte einen stilisierten Vogel im Art-déco-Stil auf den Kühler, Mercedes den Drei-Strahlen-Stern, den amerikanischen Lincoln zierte ein Hase, den Packard ein Pelikan.

„Emily“ wurde zum Statussymbol

Die Dame mit dem wehenden Gewand blieb einzigartig, und das aus guten Grund: Die Autos der Marke Rolls-Royce blieben rar, teurer und begehrt. „Emily“ wurde zum Statussymbol, die Marke zum Mythos. Dabei war das Zusammentreffen des Aristokratensohnes Charles Stewart Rolls und des Selfmademans Frederick Henry Royce der pure Zufall. Die Windsor-Monarchie war damals noch von keines Zweifels Blässe angekränkelt, Britannien ein Weltreich, und beim Essen der beiden ungleichen Partner im „Midland Hotel“ in Manchester wurde der Grundstein für eine neue britische Eroberung gelegt. Rolls-Royce Motor Cars, so die Pläne der beiden, sollte Automobile bauen, die alles bisher da Gewesene in den Schatten stellten, das Kürzel „RR“ wurde zum Inbegriff von Luxus, aber auch von eitel zur Schau gestelltem Selbstbewusstsein.

Inhaber des Geschwindigkeits-Weltrekords

Charles Stewart Rolls kam 1877 als dritter Sohn von Lord und Lady Llangattock zur Welt. Nach behüteter und wohl situierter Kindheit und Jungend studierte er in Cambridge Maschinenbau. Alles, was sich mit Tempo bewegte, hatte es ihm angetan, vor allem die Erfindung des Deutschen Carl Benz. Gerade 25-jährig eröffnete er in London seine Firma C.S. Rolls & Co. – einen Autohandel. Nebenher nahm Rolls an Rennen teil, kurzzeitig war er mit dem sagenhaften Tempo von 150 km/h sogar Inhaber des Geschwindigkeits-Weltrekords.

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