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Fiat Chrysler verkauft Magneti Marelli

| Autor: Sven Prawitz

Die Fiat-Chrysler-Gruppe verkauft den Automobilzulieferer Magneti Marelli an Calsonic Kansei. Das fusionierte Unternehmen wäre mit gut 15 Milliarden Euro Umsatz einer der 15 größten Lieferanten in der Automobilindustrie.

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Der Hauptsitz von Magneti Marelli in Corbetta bei Mailand, Italien.
Der Hauptsitz von Magneti Marelli in Corbetta bei Mailand, Italien.
(Bild: Magneti Marelli)

Fiat Chrysler Automobiles (FCA) will seinen Automobilzulieferer Magneti Marelli an CK Holdings verkaufen, eine Holdinggesellschaft des japanischen Zulieferers Calsonic Kansei. Wie FCA heute (22. Oktober) mitteilte, liegt eine entsprechende Vereinbarung für die Transaktion vor. Sofern die entsprechenden Behörden zustimmen, soll der Verkauf in der ersten Jahreshälfte 2019 abgeschlossen werden.

Das fusionierte Unternehmen soll den Namen „Magneti Marelli CK Holdings“ erhalten und einen Gesamtumsatz von 15,2 Milliarden Euro erzielen. Damit läge der neue Zulieferer auf Platz 13 der Top-100-Liste der größten Automobilzulieferer von »Automobil Industrie«. Der operative Unternehmenssitz in Corbetta bei Mailand soll bestehen bleiben. Leiten soll das gemeinsame Unternehmen Beda Bolzenius, derzeit CEO von Calsonic Kansei. Der bisherige Magneti-Marelli-CEO, Ermanno Ferrari, wird in den Vorstand der neuen Holding eintreten.

Magneti Marelli doch nicht an der Börse

Noch im Frühsommer stand ein Börsengang Magneti Marellis im Raum. Doch in der FCA-Führung scheint man sich nun anders entschieden zu haben. So habe man laut Mike Manley, CEO von Fiat Chrysler, „eine Reihe von Optionen sorgfältig geprüft“. Für den Nachfolger des im Sommer plötzlich verstorbenen Sergio Marchionne ist es die erste große Entscheidung als FCA-Chef gewesen.

Wie FCA weiter mitteilt, habe der Automobilhersteller einen mehrjährigen Liefervertrag mit der neuen Holding abgeschlossen. Das soll die Geschäftstätigkeit von Magneti Marelli in Italien langfristig aufrechterhalten, heißt es in einer Pressemitteilung. „Das kombinierte Geschäft wird weiterhin zu den wichtigsten Geschäftspartnern der FCA gehören, und wir wünschen uns, dass diese Beziehung in Zukunft noch weiter wächst“, sagte Mike Manley.

Über Calsonic Kansei

Calsonic Kansei ist ein globaler Zulieferer, der sich auf Produkte aus den Bereichen Thermomanagement (Motor, Innenraum), Abgassysteme, Interieur (Cockpit, Mittelkonsole) und Elektronik (Bedienelemente, Head-up-Displays etc.) spezialisiert hat. Calsonic Kansei ist ein hundertprozentiges Portfoliounternehmen von KKR (früher Kohlberg Kravis Roberts) und hat seinen Hauptsitz in Saitama, Japan. Im Geschäftsjahr 2017, das im März 2018 endete, erzielte das Unternehmen einen Konzernumsatz von knapp acht Milliarden Euro.

Über Magneti Marelli

Der Zulieferer Magneti Marelli hat seinen Hauptsitz in Corbetta, Mailand. Die Produktbereiche des Unternehmens sind Beleuchtung, Antriebsstränge, Elektronik, Auspuffanlagen, Aufhängungen, Stoßdämpfer und Motorsport. Seit 1967 ist das Unternehmen eine Tochtergesellschaft von FCA und ihrer Vorgängerunternehmen. Der Gesamtumsatz für 2017 betrug gut acht Milliarden Euro. Zu Magneti Marelli gehört beispielsweise der in Deutschland ansässige Zulieferer Automotive Lighting, der Lichttechnik für Automobile – unter anderem ein Laserfernlicht – herstellt.

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Technikjournalist