Motorsport Engineering Formel E: Audi e-tron FE04 besteht Härtetest

Redakteur: Svenja Gelowicz

Der neue Audi e-tron FE04 hat bei den offiziellen Testfahrten der Elektro-Rennserie Formel E im spanischen Valencia einen guten Eindruck hinterlassen. Das Team Audi Sport ABT Schaeffler komplettierte von Montag bis Donnerstag die meisten Testkilometer aller zehn Teams.

Firmen zum Thema

Der neue Audi e-tron FE04: Titelverteidiger Lucas di Grassi liefert positive Testbilanz.
Der neue Audi e-tron FE04: Titelverteidiger Lucas di Grassi liefert positive Testbilanz.
(Bild: Audi Communications Motorsport)

Der neue Audi-Werksfahrer Daniel Abt (Deutschland) und Titelverteidiger Lucas di Grassi (Brasilien) spulten mit den vier Einsatzautos des Teams Audi Sport ABT Schaeffler bei hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 30 Grad im Schatten ein umfangreiches Testprogramm ab. Dabei im Vordergrund: Rennsimulationen und die Optimierung des Energiemanagements der neu entwickelten Motor-Generator-Einheit (MGU), die nur noch über einen Vorwärtsgang verfügt. Die Rundenzeiten des ersten rein elektrischen Audi-Rennwagens waren vielversprechend (Ergebnisse am Ende des Beitrags).

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Die vier Audi e-tron FE04 liefen trotz der Hitze an allen drei Tagen zuverlässig und ermöglichten es Daniel Abt und Lucas di Grassi, auf dem drei Kilometer langen Circuit Ricardo Tomo bei Valencia insgesamt 474 Runden abzuspulen. Das entspricht einer Distanz von 1.466 Kilometern und der Renndistanz einer kompletten Formel-E-Saison. Die beiden Audi-Piloten waren in den sechs Testsessions regelmäßig in der Spitzengruppe vertreten, wobei die absoluten Bestzeiten nur bedingt aussagekräftig sind: Nur zweimal pro Tag und pro Auto durfte mit der vollen Qualifying-Leistung von 200 kW gefahren werden. Zudem wurde die Streckenführung während des Tests durch eine zweite Schikane auf der Start-und-Ziel-Geraden modifiziert.

Energiemanagement und Software optimieren

„Auch wenn wir erst beim Saisonauftakt in Hongkong sehen werden, wo wir wirklich stehen, und wir bis dahin noch einiges an Arbeit vor uns haben, können wir mit dem Test in Valencia sehr zufrieden sein. Nun geht es darum, das Energiemanagement und die Software auf dem Prüfstand und im Simulator weiter zu optimieren", so die Testbilanz von Teamchef Allan McNish.

Der amtierende Formel-E-Champion Lucas di Grassi resümiert: „Wir haben die drei Testtage optimal genutzt, um uns für den Saisonauftakt in Hongkong in eine gute Position zu bringen. Die Zeiten an der Spitze lagen sehr eng zusammen. Ich erwarte eine spannende Saison.“

Ab sofort herrscht in der Formel E bis zum Saisonstart am 2. und 3. Dezember in Hongkong ein Testverbot. Die vier Audi e-tron FE04 werden beim Team in Kempten noch einmal komplett demontiert und neu aufgebaut. Mitte November werden sie von England aus nach Hongkong geflogen.

Audi in der Formel E

Audi ist als erster deutscher Automobilhersteller mit einem eigenen Werksteam in der elektrischen Rennserie Formel E unterwegs. Die Ingolstädter sind seit der ersten Formel-E-Saison im Jahr 2014 Namensgeber des Teams und stellen mit dem Brasilianer Lucas di Grassi einen ihrer Werksfahrer zur Verfügung.

Zur Saison 2016/2017 hat der Premiumhersteller nach eigenen Angaben die Partnerschaft durch finanzielle und technische Mittel intensiviert. Mit der erfolgten Übernahme des Startplatzes von ABT Sportsline geht Audi unter dem Teamnamen „Audi Sport ABT Schaeffler“ in die neue Saison.

Ergebnisse der Testfahrten in Valencia:

Streckenvariante 1 (3,090 km, eine Schikane, Montag)

  • Lucas di Grassi (Audi e-tron FE04 #1), 1.18,579 Minuten, 71 Runden
  • Daniel Abt (Audi e-tron FE04 #66), 1.18,697 Minuten, 85 Runden

Streckenvariante 2 (3,094 km, zwei Schikanen, Dienstag und Donnerstag)

  • Daniel Abt (Audi e-tron FE04 #66), 1.21,946 Minuten, 160 Runden
  • Lucas di Grassi (Audi e-tron FE04 #1), 1.22,215 Minuten, 158 Runden

(ID:44936410)