Motorsport Engineering

Formula Student Germany: Wer konstruiert den besten Rennwagen?

| Autor/ Redakteur: Katharina Juschkat / Jens Scheiner

Ab heute geht es am Hockenheimring los: Beim Konstruktionswettbewerb Formula Student Germany treten 118 Studententeams mit ihren selbstgebauten Rennboliden gegeneinander an. Das Wichtigste im Überblick.

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Heute startet auf dem Hockenheimring die Formula Student Germany.
Heute startet auf dem Hockenheimring die Formula Student Germany.
(Bild: Formula Student Germany - Shidhartha)

Ein Jahr lang hatten die Studenten Zeit, ihren eigenen Rennboliden zu konstruieren. Ab heute treten sie damit auf dem Hockenheimring gegeneinander an. Bei der diesjährigen Formula Student Germany machen 3.380 Studenten aus aller Welt in 118 Teams mit.

Die 118 Teams sind in drei Kategorien eingeteilt:

Formula Student Combustion – Verbrennungsmotoren: Mit 60 Teams ist die Kategorie die Größte und auch die Älteste. Verwendet werden muss ein Vier-Takt-Ottomotor und maximal 710 cm³ Hubraum.

Formula Student Electric – Elektromotoren: 40 Teams messen sich mit elektrischen Antrieben. Seit 2010 kam die Kategorie zu den Verbrennungsmotoren hinzu. Die maximale Spannung bei den Motoren ist auf 600 V DC begrenzt, die maximale Leistung beträgt 80 kW.

Formula Student Driverless – autonomes Fahren: Seit 2017 gibt es die dritte Kategorie Driverless. Als Antrieb sind sowohl elektrische als auch Verbrennungsmotoren zugelassen. Dieses Jahr treten drei Teams mit Verbrennungsmotor und 15 Teams mit Elektromotor an.

Alle Fahrzeuge müssen drei statische und fünf dynamische Disziplinen absolvieren. Bei den statischen Disziplinen „Technisches Design“, „Businessplan“ und „Kundenpräsentation“ bewertet die Fachjury das Konzept des Prototypen. Die dynamischen Disziplinen bewerten die Konstruktionsleistung in der Praxis.

Die fünf dynamischen Disziplinen:

Acceleration – Beschleunigung aus dem Stand auf einer 75 m langen, geraden Strecke. Vor allem die Auslastung des Getriebes und eine hohe Leistung spielen hier eine Rolle. Die schnellsten Fahrzeuge erreichen Geschwindigkeiten bis 100 km/h in unter vier Sekunden.

Skid Pad – Die Fahrzeuge fahren einen Parcour in Form einer Acht, jeder Kreisring muss zweimal umrundet werden. Der Wettbewerb gibt Aufschluss über die maximale Querbeschleunigung der Fahrzeuge. Viele Konstruktionen setzen auf aerodynamische Hilfsmittel, um den Anpressdruck zu erhöhen.

Die Teams der Formula Student Germany 2018.
Die Teams der Formula Student Germany 2018.
(Bild: Formula Student Germany - Maru Pano)

Autocross – Ein etwa ein Kilometer langer Kurs mit Geraden, Kurven und Schikanen. Gemessen wird hier die Fahrdynamik, präzises Handling und gute Beschleunigungs- und Bremseigenschaften.

Endurance – Das Rennen ist die wichtigste Disziplin der Formula Student, hier werden fast ein Drittel aller Punkte vergeben. Die Fahrzeuge müssen sich über eine Distanz von 22 Kilometer beweisen. Auch das Geschick des Fahrers ist gefragt: Vor der Fahrt darf die Strecke nur zu Fuß abgeschritten werden, nach der Hälfte der Strecke muss ein Fahrerwechsel erfolgen. Während dem Rennen sind bis zu sieben Fahrzeuge auf der Strecke. Punkte gibt es nur, wenn man höchstens ein Drittel langsamer war als das schnellste Team.

Efficiency – Hier wird ausgewertet, wie viel Kraftstoff bzw. Energie die Fahrzeuge während des Endurance-Rennens in Relation zu ihrer Geschwindigkeit verbraucht haben.

Bei den Disziplinen Acceleration, Skid Pad und Autocross starten nacheinander zwei Fahrer, die jeweils zwei Versuche bekommen. Die Jury wertet dann das beste Ergebnis.

Während die Klassen mit Verbrennungs- und Elektromotoren die gleichen Disziplinen absolvieren, sieht die Formula Student Driverless etwas abgeänderte Wettbewerbe vor. Acceleration, Autocross und Efficiency finden ebenso statt – nur natürlich ohne Fahrer. Endurance und Skid Pad fallen weg, dafür findet der Trackdrive als wichtigste Disziplin statt. Hier fahren die Fahrzeuge über zehn Runden auf einem 300 bis 500 Meter langen Kurs – natürlich auch wieder ohne Fahrer.

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Über den Autor

Katharina Juschkat

Katharina Juschkat

Redakteurin, Vogel Communications Group