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Proreta 3 Gebündelte Fahrerassistenz im „Sicherheitskorridor“

| Redakteur: Michael Ziegler

Continental und die Technische Universität (TU) Darmstadt haben im Rahmen des dreieinhalbjährigen Forschungsprojekts Proreta 3 ein ganzheitliches Fahrerassistenzkonzept erforscht. Besonders interessant ist der sogenannte „Sicherheitskorridor“.

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Bei Proreta 3 erfolgt die optische Darstellung des Sicherheitskorridors als „sichere Blase“, die jeweils dort eine Delle bekommt, von wo eine Gefahr ausgeht.
Bei Proreta 3 erfolgt die optische Darstellung des Sicherheitskorridors als „sichere Blase“, die jeweils dort eine Delle bekommt, von wo eine Gefahr ausgeht.
(Foto: Continental)

„Assistenzsysteme wie Spurhalteassistenten oder Kollisionswarner funktionieren bisher in Fahrzeugen wie unabhängige Einzelsysteme. Bei Proreta 3 haben wir die Fahrerassistenzsysteme so vernetzt, dass die Funktionen aufgewertet und funktionierende Synergien erreicht wurden“, sagte Professor Dr. Hermann Winner, Leiter des Fachgebiets Fahrzeugtechnik an der TU Darmstadt und Projektleiter von Proreta 3. „Durch die Vernetzung kann die vorhandene Sensorinfrastruktur im Fahrzeug optimal ausgenutzt werden.

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So wird die Fahrerin oder der Fahrer im Forschungsfahrzeug von einem durchgängigen System für Fahrsicherheit und Assistenz unterstützt – mit dem obersten Ziel, Unfälle zu vermeiden“, ergänzte Dr. Peter Rieth, Leiter Systems & Technology der Continental Division Chassis & Safety. Zudem wurde ein neues Informations- und Warnkonzept erforscht, das den Fahrer bei der Bewältigung seiner Fahraufgabe entlastet. Die Forschungsergebnisse sowie das Forschungsfahrzeug wurden am Donnerstag (11. September) auf dem August-Euler-Flughafen in Griesheim (bei Darmstadt) präsentiert.

Fahrzeug wird permanent in sicherem Fahrkorridor gehalten

Während des Fahrens wird das Fahrzeug permanent in einem verkehrsregelkonformen und sicheren Fahrkorridor gehalten – dem sogenannten Sicherheitskorridor oder auch „Safety Bubble“. Dies geschieht, solange wie möglich, frei von Eingriffen. Nur in kritischen Situationen wird gewarnt oder, falls nötig, mit Korrekturmanövern eingegriffen, zum Beispiel in zu schnell gefahrenen Kurven, bei plötzlich auftauchenden Hindernissen, in Kreuzungs- und Baustellensituationen sowie bei Abbiegemanövern, drohender „Geisterfahrt“ oder Nichtbeachten der Rotphase einer Ampel.

Für diesen Sicherheitskorridor ermittelt das Konzept die für das Fahrzeug befahrbaren Freiräume. Mit einbezogen werden die vorhergesagten Aufenthaltsbereiche anderer Fahrzeuge, Fahrbahnbegrenzungen und Hindernisse sowie Fahrstreifenmarkierungen. Daraus wird mit Hilfe eines Algorithmus die Trajektorie – also der Bewegungspfad – berechnet. Die darauf aufsetzende Regelung sowie die Informationen, die dem Fahrer in der Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) angezeigt werden, stellen ein für den Fahrer geschlossenes Fahrerassistenzsystem dar, welches ihn bei der Bewältigung seiner Fahraufgabe situationsabhängig unterstützt und vor potentiellen Gefahren schützt. Besonderen Charme hat dabei die optische Darstellung des Sicherheitskorridors im Kombiinstrument als „sichere Blase“, die jeweils dort eine Delle bekommt, von wo eine Gefahr ausgeht.

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