Autonomes Fahren Zeekr zeigt Prototypen für Robotaxis von Waymo

Von Henrik Bork

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Die Geely-Tochter war auch bei der CES in Las Vegas vertreten. Neben dem seit 2022 angebotenen Zeekr 001 zeigt die Marke ein maßgeschneidertes Produkt für Waymo. Der auf Level 4 ausgerichtete Plattform-Ansatz macht es auch für andere Tech-Unternehmen interessant.

Der chinesische Autohersteller Zeekr hat den Prototypen seines für die Google-Tochter Waymo entwickelten Autos vorgestellt.
Der chinesische Autohersteller Zeekr hat den Prototypen seines für die Google-Tochter Waymo entwickelten Autos vorgestellt.
(Bild: Zeekr)

Der chinesische Autohersteller Zeekr hat den Prototypen seines für die Google-Tochter Waymo entwickelten Autos vorgestellt. Das Fahrzeug konnte gerade zum ersten Mal auf der Technologiemesse CES in Las Vegas besichtigt werden. Das Gefährt soll in der selbstfahrenden Robotaxi-Flotte „Waymo One“ in den USA zum Einsatz kommen.

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Das für Waymo maßgeschneiderte MPV hat keine B-Säule, also die sonst das Autodach stützende Säule in der Fahrzeugmitte. Zeekr habe aber auch so „Vertrauen in die Rigidität des Chassis“, berichtete das chinesische Fachmedium Qiche Yuyanjia von der Messe.

Durch das Fehlen der B-Säule bleibt deutlich mehr Platz für die Türen, die bis zu 1,40 Meter weit geöffnet werden können, was alten und großen Menschen über 1,95 Meter sowie Kindern das Einsteigen erleichtert.

Level-4-Plattform

Das von Zeekr für Waymo entwickelte Auto basiert auf der Plattform SEA-M, die speziell für das autonome Fahren bis „Level 4“ ausgelegt ist. Bei L4 fährt das Fahrzeug weitgehend autonom. Nur bei Problemen wird der Fahrer noch zurück ans Steuer gerufen.

Die SEA-M-Archtitektur unterstützt unter anderem „Chassis-by-Wire“, also die elektronische Steuerung des Fahrzeugs ohne mechanische Komponenten. Elektrische Signale und elektronische Steuereinheiten ersetzen dabei unter anderem die Lenksäule. Nur so kann das Auto erst über längere Strecken ohne den Fahrer funktionieren.

In seinem neuen Prototypen sei die „komplette Unabhängigkeit des Chassis” erreicht worden, heißt es bei Zeekr. Damit könne die für das fahrerlose Fahren benötigte, sehr akkurate und schnelle Übertragung aller Signale zwischen Fahrzeug-Computer und Lenkung und Bremsen gewährleistet werden.

Ein weiteres Merkmal der neuen Plattform sei laut Hersteller, dass sie für Fahrzeuge mit einem Radstand von 2.700 bis 3.300 Millimetern einsetzbar ist. Damit komme sie für Fahrzeuge unterschiedlicher Größen in den Klassen A bis E infrage.

Zeekr ist Anfang 2021 von dem chinesischen Autokonzern Geely als neue E-Automarke gegründet worden. Die Forschung und Entwicklung der Fahrzeuge findet in China und in Schweden statt, wo Geely eine Mehrheit der Anteile an der Volvo Car AB hält.

USA und Europa als Absatzmärkte

Nicht nur bei solchen Spezial-Autos für Robotaxi-Flotten, sondern auch bei autonom fahrenden E-Autos für den Individualverkehr hat Zeekr neben den USA auch Europa als Absatzmarkt im Visier. Das Modell „Zeekr 001“, das ebenfalls auf der CES ausgestellt wurde, ist bislang vor allem in China verkauft worden. Im vergangenen Jahr immerhin schon 72.000 mal.

Ab jetzt aber plane man auch stärker in Europa zu expandieren, sagte Zeekr-CEO Andy An in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters auf der CES. Schon in der zweiten Hälfte dieses Jahres sollen seinen Plänen zufolge auch in Europa Zeekr-Autos verkauft werden, die mit Fahrassistenzsystemen der Intel-Tochter Mobileye ausgestattet sind, so der CEO.

Der Zeekr 001, der auf Europa zurollt, wird mit sechs „EyeQ 5“ Chips von Mobileye für das autonome Fahren der Stufe 4 bestückt sein und soll dem Hersteller zufolge „das erste in großen Serien produzierte, überwiegend selbstfahrende Auto für den Massenmarkt“ werden. In diesem Jahr wolle er den Absatz seiner Autos weltweit auf 140.000 Stück verdoppeln, sagte der Zeekr-CEO in Las Vegas.

* Henrik Bork ist Managing Director bei Asia Waypoint, einer auf China spezialisierten Beratungsagentur mit Sitz in Peking.

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