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IAA Nutzfahrzeuge 2012 Große Lasten

| Autor / Redakteur: Michael Kern / Thomas Günnel

Die Abgasnorm Euro 6 in Europa, weltweite Umbrüche auf den Märkten und fortschreitende Konsolidierung bei den Herstellern: Die diesjährige IAA Nutzfahrzeuge steht ganz im Zeichen dieser großen Herausforderungen.

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(Mercedes-Benz)

Acht Milliarden Euro – auf diese Summe beziffert die Lkw-Industrie die Kosten für die Umsetzung der Abgasnorm Euro 6. Verbindlich wird diese ab dem Jahr 2014. Viel Zeit bleibt also nicht mehr. Die Ausgangslage ist nicht rosig: Der europäische Markt insgesamt ist mit eher wenig Glanz aus der Finanzkrise von 2008 herausgefahren. Diese hatte gerade den Lkw-Bereich stark getroffen: Von knapp 350.000 Einheiten bei den schweren Lkw im Jahr 2007 war bei der westeuropäischen Produktion ein Jahr später nur noch eine Stückzahl von rund 200.000 übrig. Im Jahr 2010 ging es nicht viel besser weiter, und 2011 belief sich das Volumen gerade mal auf gut 260.000 Einheiten.

Schwache Nachfrage in Europa

Nun ziehen schon wieder dunkle Wolken auf. Für das Jahr 2012 ist von einem Rückgang des westeuropäischen Markts um fünf bis zehn Prozent die Rede. Kurzum: Die Nachfrage schwächelt seit längerem in Europa, und vor allem die Gewinne brechen mancherorts deutlich ein. Zufriedene Mienen herrschen nur noch dort, wo auch ein Engagement in Nordamerika vorhanden ist. Daimler etwa meldet ein USA-Absatzplus für das erste Halbjahr 2012 von 31 Prozent, Volvo von 27 Prozent.

Rollentausch beim Wachstum

Was das Wachstum betrifft, haben Nord- und Südamerika damit die Rollen getauscht: Boomte der Markt in Brasilien noch bis vor Kurzem, bricht er nun regelrecht ein. Grund dafür ist die Einführung der europäischen Abgasstufe Euro 5: Wer immer es konnte, hat sich noch schnell mit Fahrzeugen der vorigen Abgasnorm eingedeckt. Entsprechend still ist es nun bei den Verkäufen, die um rund ein Viertel zurückgegangen sind. Entsprechend deutlich leiden Hersteller wie Scania oder MAN – die hauptsächlich in Westeuropa und Südamerika stark vertreten sind – unter diesen Umständen.

Eine stärker ausgeprägte Globalität wie bei Daimler oder Volvo ist in solchen Zeiten von Vorteil. Sie erleichtert nicht nur die Balance der Märkte, sondern steht darüber hinaus für Skaleneffekte, die in Zeiten hohen Konkurrenz-, Entwicklungs- sowie Preisdrucks über Wohl und Wehe entscheiden können.

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