Apple-Car Hyundai-Manager besorgt: „Sind kein Unternehmen, das Autos für andere herstellt“

Autor: Svenja Gelowicz

Die Rolle als Auftragsfertiger für Apple könnte dem Image des Hyundai-Konzerns schaden. Einem Medienbericht zufolge gibt es deshalb große Bedenken im Management des Autobauers.

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Hyundai: Laut einem Bericht sind einige Manager des Autokonzerns skeptisch gegenüber einer Zusammenarbeit mit Apple. Der Autobauer würde zum Auftragsfertiger degradiert, was dem eigenen Image schaden könnte.
Hyundai: Laut einem Bericht sind einige Manager des Autokonzerns skeptisch gegenüber einer Zusammenarbeit mit Apple. Der Autobauer würde zum Auftragsfertiger degradiert, was dem eigenen Image schaden könnte.
(Bild: Hyundai)

Offiziell bestätigt hat sie der iPhone-Konzern nie: Pläne, ein eigenes Fahrzeug in den Markt zu bringen. Brancheninsider scherzen mittlerweile über einen Winter-Sommer-Zyklus, was die Intensität der Gerüchte um das Apple-Car angeht: In den kalten Monaten seien sie besonders stark.

Mittel- oder längerfristig werden wir nur die Hüllen für die Autos liefern.

Zuletzt hatte eine Meldung des südkoreanischen Autobauers Hyundai für Schlagzeilen gesorgt: Das Unternehmen sei in Vorgesprächen mit Apple über mögliche Formen der Zusammenarbeit. Berichten zufolge könnte auch Konzernschwester Kia dafür in Frage kommen.

Bedenken gegenüber Apple

Bei Hyundai gibt es einem Bericht der Nachrichtenagentur „Reuters“ (Freitag) zufolge dennoch große Bedenken gegenüber einer Partnerschaft mit dem Tech-Konzern. Konkret sorgen sich Führungskräfte des Autobauers davor, zu einem Auftragsfertiger für Apple degradiert zu werden.

„Wir zerbrechen uns den Kopf darüber, wie wir es machen sollen und ob es gut ist, es zu machen oder nicht“, zitiert „Reuters“ einen Hyundai-Manager, der die internen Diskussionen über die Verbindung mit Apple kennen soll. „Wir sind kein Unternehmen, das Autos für andere herstellt. Es ist nicht so, dass eine Zusammenarbeit mit Apple immer großartige Ergebnisse bringen würde.“

Hyundai und Apple: Gespräche schon 2018

Laut dem Bericht gibt es im Konzern großen Widerstand gegen eine Rolle als Vertragshersteller. Apple und Hyundai hätten demnach erstmals 2018 miteinander über eine Partnerschaft im Bereich E-Fahrzeuge gesprochen. Zu dem Zeitpunkt hatte noch der jetzige VW-Manager Alexander Hitzinger das „Project Titan“ geleitet, heißt es aus Kreisen. Der Widerstand der Südkoreaner, mit Außenstehenden zu arbeiten, behinderte demnach allerdings die Gespräche.

Für Hyundai, zitiert „Reuters“ den Manager weiter, sei es „wirklich schwierig, sich zu öffnen“ – der Autokonzern müsste für eine Apple-Partnerschaft wohl sogar teilweise sein Management austauschen. „Apple ist der Boss. Sie machen ihr Marketing, sie machen ihre Produkte, sie machen ihre Marke. Hyundai ist auch der Chef. Das funktioniert nicht wirklich“, sagte die mit der Sache vertraute Person. Außerdem strebe Hyundai mit seiner Performance-Marke Genesis ein Premium-Image an: Noch ein Grund, nicht zum „Foxconn“ für Apple werden zu wollen, heißt es.

„Apple würde die Gehirne machen“

Den Vergleich mit dem iPhone-Fertiger wählt eine andere Führungskraft, die „Reuters“ zufolge mit der Angelegenheit vertraut ist. „Tech-Firmen wie Google und Apple wollen, dass wir wie Foxconn sind.“ Zwar könne eine Kooperation Marken wie Hyundai oder Kia einen Schub beim Image geben. „Aber mittel- oder längerfristig werden wir nur die Hüllen für die Autos liefern, und Apple würde die Gehirne machen.“

Keines der Unternehmen hat gegenüber „Reuters“ offiziell dazu Stellung dazu genommen.

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Redakteurin im Ressort Management