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Entwicklungsdienstleister IAV nimmt Crashanlage in Betrieb

| Redakteur: Christian Otto

Der Entwicklungsdienstleister IAV hat für knapp 25 Millionen Euro seine zweite Crashanlage eröffnet. Am neuen Standort nahe Ingolstadt lassen sich auch Rollover-Tests abbilden.

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IAV hat mit der neuen Crashhalle schon das zweite eigene Sicherheitszentrum eröffnet.
IAV hat mit der neuen Crashhalle schon das zweite eigene Sicherheitszentrum eröffnet.
(Bild: www.fotodesign-bierwagen.de/ IAV)

Die Nachfrage nach Crashtests steigt. Grund ist die zunehmende Zahl an Fahrzeugderivaten und die immer höheren Sicherheitsanforderungen an Fahrzeuge. Auch im Zeitalter der Digitalisierung bleibt der praktische Versuch der letzte Beweis dafür, dass ein Auto wirklich sicher ist. Hinzu kommt das autonome Fahren: Da die Passagiere dann in völlig anderen Positionen sitzen werden, müssen die Insassen entsprechend geschützt werden – daher sind künftig auch ergänzende Crashversuche nötig.

Vor diesem Hintergrund verstärkt der Entwicklungsdienstleister (EDL) IAV sein Engagement im Bereich Fahrzeugsicherheit. Dafür nimmt das Unternehmen eine neue Crashhalle in Großmehring bei Ingolstadt in Betrieb: Auf insgesamt 10.000 Quadratmetern können dort die Fahrzeug-Vorbereitung, der eigentliche Crash sowie Rollover-Versuche ablaufen. „Alle weltweit geltenden gesetzlichen Anforderungen lassen sich mit der neuen Crashanlage überprüfen“, sagt Thomas Papenheim, Geschäftsführer von der IAV-Fahrzeugsicherheit GmbH und Co. KG, die Betreiber des Testcenters ist.

Eigene Halle für Rollover-Tests

Die Crashbahn ist mit einem 100 Tonnen schweren Betonblock ausgestattet, der für Aufprallgeschwindigkeiten von maximal 120 Stundenkilometern ausgelegt ist. Er lässt sich auch seitlich aus der Bahn verschieben, so dass zwei Fahrzeuge mit jeweils bis zu 50 Stundenkilometern frontal aufeinanderprallen können.

Eine Besonderheit ist die eigene Halle für Rollover-Versuche, bei denen das Versuchsfahrzeug zum Kippen oder Rotieren gebracht wird, um die Auslösesensorik der Airbags zu testen. Durch diesen eigenen, von der Crashhalle räumlich getrennten Bereich lassen sich diese Tests von den klassischen Crashs trennen und können parallel abgearbeitet werden.

Die Crashanlage ist komplett mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet. Bei jedem Versuch kommen bis zu 20 Kameras zum Einsatz, die im Normalfall pro Sekunde 1.000 Bilder in HD-Qualität liefern – auf Wunsch auch von unten. Es sind auch bis zu 4.000 Bilder pro Sekunde möglich.

E-Fahrzeug-Tests möglich

Auch der Test von E-Fahrzeugen ist in Großmehring möglich. Nach dem Crash misst ein fahrbarer Roboter die Temperatur der Karosserie und stellt fest, ob aus der Batterie Gase austreten. Danach prüft eine Elektrofachkraft, ob auf der Außenhaut Spannung anliegt. Ein spezielles Förderfahrzeug kann den Versuchsträger ins Freie bewegen, wo er beobachtet und gesichert werden kann.

„Mit unseren beiden Crashanlagen in Gifhorn und Großmehring können wir unseren Kunden sehr flexibel Testkapazitäten zur Verfügung stellen“, sagt Kurt Blumenröder, Sprecher der Geschäftsführung von IAV. Das Unternehmen sei demnach europaweit der einzige EDL, der über zwei Testzentren für Fahrzeugsicherheit verfügt. Das Investitionsvolumen für den neuen Standort beträgt circa 25 Millionen Euro.

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