Halbleiter Stellantis sichert sich Kapazitäten bei Infineon

Von Sven Prawitz

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Der Autobauer hat sich bei Infineon Produktionskapazitäten für Siliziumkarbid (SiC)-Chips gesichert. Das Auftragsvolumen umfasst mehr als eine Milliarde Euro.

Stellantis-Deutschlandzentrale in Rüsselsheim
Stellantis-Deutschlandzentrale in Rüsselsheim
(Bild: »kfz-betrieb« / Rehberg)

Infineon hat von Stellantis eine Absichtserklärung für einen mehrjährigen Lieferauftrag von Siliziumkarbid-Halbleitern (SiC) erhalten. Der Autokonzern habe sich Produktionskapazität für die zweite Hälfte dieses Jahrzehnts gesichert, teilt der Zulieferer mit. Insgesamt gehe es um „deutlich mehr als eine Milliarde Euro“. Das sogenannte Memorandum of understanding sei allerdings nicht bindend.

Infineon liefert in der Regel seine Produkte an Tier-2- und Tier-1-Lieferanten. Doch die Lieferkrise auf dem globalen Halbleitermarkt sorgt dafür, dass immer mehr OEMs direkt mit den Elektronikproduzenten verhandeln. So verhält es sich auch mit Stellantis: Die SiC-Chips sollen an Tier-1-Lieferanten des europäischen Autobauers gehen, wo sie entsprechend weiterverarbeitet werden.

Lieferant für Start-ups Ree und Vinfast

Der Elektronikproduzent hatte in den letzten Wochen mehrere direkte Kooperationen mit Autoherstellern bekannt gegeben. Infineon werde das Start-up Vinfast künftig bei der Halbleiterauswahl beraten. In einem gemeinsam betriebenen Kompetenzzentrum soll zum Beispiel ein Labor für die Produktvalidierung zur Verfügung stehen.

Für die E-Auto-Plattform von Ree Automotive soll Infineon Mikrocontroller für die elektronisch gesteuerten Corner-Module liefern. Diese befinden sich zwischen Chassis und Rad und sorgen für den Vortrieb (integrierter E-Motor) und das Lenken.

Standort Dresden für 5 Milliarden Euro erweitern

Geplante Standorterweiterung in Dresden (türkis umrandet).
Geplante Standorterweiterung in Dresden (türkis umrandet).
(Bild: Infineon)

Weil Infineon insgesamt mit einem starken Umsatzwachstum rechnet, soll in weitere Fertigungskapazitäten investiert werden. Wie das Unternehmen mitteilt, soll das Werk in Dresden für einen Betrag von 5 Milliarden Euro erweitert werden. Es gehe um Kapazitäten für die 300-Millimeter-Wafertechnik, die für Analog-/Mixed-Signal- und Leistungshalbleiter benötigt wird. Vorausgesetzt werde jedoch eine „angemessene öffentliche Förderung“. Bei voller Auslastung soll das jährliche Umsatzpotenzial der geplanten Fabrik bei etwa 5 Milliarden Euro liegen. Das Werk soll bis zu 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen und könnte entsprechend der Planung im Herbst 2026 produktionsbereit sein, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

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