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Autonomes Fahren

Jaguar Land Rover forscht mit virtuellen Augen

| Redakteur: Christian Otto

Jaguar Land Rover will das Vertrauen gegenüber dem automatisierten Fahren steigern. Dafür testet der OEM mit automatisierten Fahrkokons, die Anzeigen in Augenform haben, das Vertrauenslevel bei Fußgängern.

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Selbstfahrende Pods sollen mit „virtuellen Augen“ mit Fußgängern kommunizieren und Vertrauen in autonome Fahrzeuge schaffen.
Selbstfahrende Pods sollen mit „virtuellen Augen“ mit Fußgängern kommunizieren und Vertrauen in autonome Fahrzeuge schaffen.
(Bild: Jaguar Land Rover)

Jaguar Land Rover (JLR) hat ein Forschungsprojekt initiiert, bei dem „virtuelle Augen“ Vertrauen in automatisierte Autos schaffen sollen. Selbstfahrende Fahrkokons, so genannte „Pods“, wurden dafür mit elektronischen Anzeigen ausgestattet. Diese sehen wie Augen aus und verhalten sich auch so. Auf diese Weise können die autonomen Fahrzeuge beispielsweise am Straßenrand wartenden Fußgängern signalisieren, dass eine Überquerung der Fahrbahn problemlos möglich ist.

JLR greift dabei auch auf die Unterstützung von Psychologen zurück. Zudem arbeitete der OEM mit Partnern im von der britischen Regierung unterstützten Konsortium UK Autodrive zusammen, das die automatisierte und vernetzte Mobilität fördert.

Straßenbild ist Coventry nachempfunden

Im Rahmen des Forschungsprojekts bewegen sich die intelligenten Pods autonom innerhalb eines Umfelds, das dem Straßenbild von Coventry nachempfundenen wurde. So soll sich das Verhalten von Fußgängern beim Überqueren der Straße realitätsgetreu analysieren lassen.

Ein Team von Entwicklungsingenieuren aus der Abteilung Future Mobility von JLR hatte die Idee zu den virtuellen Augen. Über diese „erkennen“ die selbstfahrenden Pods den Fußgänger und blicken ihn dann scheinbar direkt an. Dies soll dem Fußgänger signalisieren, dass er vom Fahrzeug registriert wurde und die Technik entsprechend reagiert.

Vertrauenslevel der Fußgänger als Maß

Die Ingenieure messen dabei das Vertrauenslevel bevor und nachdem der Pod „Blickkontakt“ aufgenommen hat. So zeigt sich, ob der Fußgänger tatsächlich an ein Halten des Pods glaubt. Dadurch soll ein wichtiges Problem automatisierter Fahrzeuge angegangen werden: Denn laut Studien geben 63 Prozent der befragten Fußgänger und Radfahrer an, dass sie sich weniger sicher fühlen, sobald selbstfahrende Verkehrsteilnehmer mit ihnen auf den Straßen unterwegs sind.

Die Untersuchungen und Tests mit virtuellen Augen finden laut JLR im Rahmen eines weitgefassten Forschungsprojekts statt. Es soll ermitteln, wie künftige vernetzte und autonom agierende Fahrzeuge im Fahrbetrieb menschliches Verhalten und menschliche Reaktionen reproduzieren können. Im Rahmen der Studie wurde bei mehr als 500 Probanden die Interaktion mit den selbstfahrenden Pods untersucht, die von der Firma Aurrigo produziert wurden, einem Partner von JLR im Konsortium UK Autodrive.

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