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Fahrbericht Kia XCeed 1.4 T: Korea von seiner schönsten Seite

| Autor/ Redakteur: Peter Eck/SP-X / Jens Scheiner

Noch ein SUV mehr in der Kompaktklasse. Was könnte der neue Kia „XCeed“ bieten, was andere Vertreter im Volumensegment nicht haben? Wir haben mal nachgeschaut.

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Kia fährt mit dem XCeed ein weiteres Crossover auf den Markt – das gute Chancen haben dürfte.
Kia fährt mit dem XCeed ein weiteres Crossover auf den Markt – das gute Chancen haben dürfte.
(Bild: Kia)

SUVs oder, je nach Lesart der Hersteller, Crossover gibt es in der Kompaktklasse fast so viele, wie (noch lebende) ehemalige SPD-Vorsitzende. Hat die Automobilwelt da wirklich auf einen XCeed gewartet? Das natürlich nicht, aber sicher wird sich auch Kia noch ein weiteres Stück vom ständig wachsenden SUV-Kuchen abschneiden, denn gerade im Fahrzeuglängenbereich zwischen 4,10 und 4,40 Meter wächst nicht nur das Angebot, sondern auch die Nachfrage ständig.

Nun also der XCeed und mit ihm die Frage, warum man sich gerade diesen Crossover kaufen sollte? Einerseits hat Kia mit dem Niro einen nur vier Zentimeter kürzeren Hochbeiner, andererseits mit dem Sportage ein nur neun Zentimeter längeres SUV im Angebot. Jedoch: Der Niro ist ausschließlich als Hybrid, Plug-in-Hybrid und Elektroauto zu haben und der Sportage ist nicht nur deutlich größer, sondern es gibt ihn auch mit Allradantrieb, womit er sich auch für leichteres Gelände eignet.

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Optik mit Audi-Touch

Was der nur mit Frontantrieb erhältliche XCeed für die Marke leisten soll, macht bereits ein erster Blick deutlich: Neben der Annehmlichkeit des höheren Sitzens ist er vor allem ein schönes, optisch harmonisches Auto geworden. Die lange Motorhaube mündet in den markentypischen „Tigernasen“-Grill, einen schmalen, mit reichlich Chrom verzierten Lufteinlass in der derzeit beliebten Wabenoptik; und dem darüber angebrachten Markenzeichen, der die „Nase“ darstellen soll. Unter dem Nummernschild dann erneut ein Wabenmuster an der Frontschürze.

Das Heck wirkt äußerst gelungen, kräftig und muskulös, fast könnte man hier an einen Audi denken. Die Seitenlinie überzeugt ebenfalls, die hohe Gürtellinie lässt zwar nur eine relativ schmale Fensterfläche zu, dafür erfreut sich das Auge an einem betörenden Dachschwung, der nach hinten abfallend elegant in eine breite C-Säule mündet. Von Sportwagen vom Schlage eines Kia Stinger mal abgesehen, haben wir bislang kaum ein optisch gelungeneres Modell einer koreanischen Marke gesehen.

Interieur auf europäischem Niveau

Im Innenraum geht es etwas konventioneller zu, aber das ist eher positiv zu bewerten. Die Materialauswahl sowie deren Verarbeitung liegen am oberen Ende des Klassenniveaus. Es gibt erstmals gegen Aufpreis ein digitales, 12,3 Zoll großes Kombiinstrument, das sehr gut ablesbar ist. Ebenfalls auf Wunsch wird in der Mitte ein 10,25 Zoll großer Touchscreen angebracht, der für Navigations- und Infotainmentanzeigen zuständig ist. Alle Tasten sind zudem schön groß und übersichtlich angebracht; für ein Fahrzeug aus dem Volumensegment geradezu vorbildlich.

Bei Kia und Hyundai wird immer wieder deutlich, dass sich die Koreaner gerne deutsche Fahrzeuge zum Vorbild nehmen, hier ist die Nähe zur Klarheit eines Volkswagen-Cockpits unverkennbar. Und dies wollen wir durchaus als Kompliment verstanden wissen. Haben wir was vermisst? Ja, zur Note 1+ fehlte uns ein Head-up-Display und der Touchscreen dürfte gerne etwas geschmeidiger reagieren.

Obwohl nur 1,48 Meter hoch, genießt man im XCeed ausreichend Kopffreiheit, so man nicht an die 1,90 Meter groß ist. Hinten geht es enger zu, lange Reisen könnten für Erwachsene eher unbequem werden, für Kinder reicht es allemal. Taschen und Ablagen gibt es genug und der Kofferraum fasst 426 Liter. Wer keine Mitfahrer im Fond hat, kann ihn auf knapp 1.380 Liter erweitern. Das sind für diese Klasse gute Werte.

Nicht der sparsamste, dafür komfortabel

Den XCeed gibt es derzeit mit fünf Motorisierungen, neben zwei 1,6-Liter-Dieseln mit 115 und 136 PS gibt es drei Benziner. Der 1,0-Liter ist ein Dreizylinder mit 120 PS, in der nächsten Stufe gibt es einen 1,4-Liter-Vierzylinder mit 140 PS und das Spitzenmodell leistet aus 1,6 Litern Hubraum sogar 204 PS. Alle Motoren werden turbounterstützt. Wir entschieden uns für die Vernunft und orderten den mittleren Benziner, da der Dreizylinder doch eher für die Kurzstrecke geeignet ist und der große Ottomotor das Kompakt-SUV fast ein wenig übermotorisiert.

Mit dem 1,4-Liter und dessen 103 kW/140 PS macht man auf jeden Fall nichts falsch. Das Aggregat reagiert spontan und entfaltet seine Kraft gleichmäßig. In knapp unter zehn Sekunden stürmt der XCeed so auf Tempo 100 – bis zu 200 km/h sind maximal drin. Wer die Kraft des Motors in Fahrspaß umsetzen will, muss allerdings wie bei Benzinern üblich mit einem erheblichen Aufschlag auf den Normverbrauch rechnen. Wir lagen am Ende des Tests trotz zurückhaltender Fahrweise bei 7,7 Litern und damit rund zwei Liter über der Norm.

In unserem Testwagen war statt des serienmäßigen manuellen Sechsganggetriebes die 2.000 Euro teure siebengängige Doppelkupplung eingebaut. Sie ist eher komfortabel abgestimmt, passt damit aber wunderbar zur Auslegung des Fahrzeugs. Das Fahrwerk ist dagegen markentypisch eher straff und könnte auf schlechteren Strecken durchaus etwas mehr Komfort vermitteln. Richtig schlimm ist das aber nicht und man wird bei flotter Kurvenfahrt dafür mit einem sehr stabilen Karosserieverhalten belohnt.

Preis/Leistung stimmt

Und was kostet der Spaß? Der XCeed ist ab 21.390 Euro erhältlich, dafür gibt es den 1,0-Liter-Benziner und die gute Basisausstattung „Edition 7“. Das obere Ende der Preisliste markiert die Version mit großem Benziner und DSG-Getriebe für 37.540 Euro. Unser Testwagen mit dem 1,4-Liter-Otto kam in der sogenannten Launch-Edition, die inklusive der Automatik mit 33.390 Euro in der Liste steht. Ein stolzer Preis, allerdings ist die Ausstattung auch üppig. Unter anderem sind Navi, Sitzheizung vorne und hinten, eine elektrische Heckklappe und das JBL-Soundsystem enthalten. Hinzu kommen diverse Assistenzsysteme. Typisch Kia ist die induktive Ladestation fürs Handy und natürlich die vorbildliche Sieben-Jahres-Garantie bis 150.000 Kilometer Laufleistung.

Es bedarf daher keiner hellseherischen Fähigkeiten, um dem XCeed einen angemessenen Markterfolg zu prognostizieren. Das SUV überzeugt optisch, bietet genügend Platz und ist sehr gut verarbeitet. Der Koreaner ist zwar nicht gerade billig, aber auch nicht teurer als seine direkten Wettbewerber – und dank der guten Ausstattung und der langen Garantie unter dem Strich auch preislich ein attraktives Angebot.

Technische Daten

  • Maße: Länge: 4,40 Meter, Breite: 1,83 Meter (mit Außenspiegel: k.A.), Höhe: 1,48 Meter, Radstand: 2,65 Meter Kofferraumvolumen: 426 – 1.378 Liter
  • Motor: 1,4-Liter-Turbo-Benziner
  • Leistung: 103 kW/140 PS
  • Maximales Drehmoment: 242 Newtonmeter bei 1.500 – 3.200 U/min
  • Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe
  • Beschleunigung: 0-100 km/h: 9,5 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
  • Verbrauch (NEFZ): 5,9 – 5,7 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 135 – 130 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d-Temp
  • Effizienzklasse: B
  • Testverbrauch: 7,7 Liter/100 Kilometer
  • Preis: ab 22.390 Euro (Edition 7, Handschaltung)
  • Preis des Testwagens: 33.390 Euro (Launch Edition, DSG-Getriebe)

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