Alternative Antriebe Kleiner Boom bei Wasserstoff-Bussen – Deutsche Hersteller außen vor

Autor / Redakteur: sp-x / Tanja Schmitt

Der Busverkehr soll sauberer werden. Das befeuert die Nachfrage nach Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Aber die Technik kommt vor allem aus Asien und Nordamerika.

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Hyundai testet seinen „Elec City Fuel Cell“-Bus ab sofort in München.
Hyundai testet seinen „Elec City Fuel Cell“-Bus ab sofort in München.
(Bild: Hyundai)

Der Wasserstoff-Bus nimmt Fahrt auf. Nachdem die Technik jahrelang vor allem im Rahmen von Forschungs- und Pilotprojekten auf die Straße kam, startet sie nun zunehmend im Serieneinsatz. Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der neu zugelassenen Linienbusse mit H2-Technik verdoppelt – auf 50 Einheiten in Europa. Aber die deutschen Hersteller profitieren bislang nicht von dem kleinen Boom. Stattdessen ist Technik aus Asien und Nordamerika gefragt.

Gerade hat der koreanische Hersteller Hyundai in München den Praxistest des „Elec City Fuel Cell“-Bus gestartet. Zunächst in kleinem Rahmen, dafür aber mit Zukunftspotenzial: In Südkorea sind bereits 108 Exemplare des Brennstoffzellen-Busses im Einsatz. Die CO2-Einsparungen beziffert der Hersteller seit 2019 auf 7.700 Tonnen. Zahlen, die auch der Politik zu denken geben, die sich die Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Straßenverkehr zum Ziel gesetzt hat und zu diesem Zweck die Anschaffung emissionsfreier Busse fördert.

Ohne deutsche Beteiligung

Hyundai könnte künftig vom Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland profitieren. Die Koreaner haben mit dem SUV-Modell Nexo nicht nur einen der wenigen Brennstoffzellen-Pkw im Programm, sondern mit dem Lkw Xcient auch einen sauberen Truck auf der Straße. Auch ein zweiter hoffnungsvoller Kandidat sitzt in Asien: Toyota, die nicht nur eigene Wasserstoffbusse bauen, sondern ihre Brennstoffzellentechnik unter anderem an den portugiesischen Bushersteller Caetano verkaufen. Dazu kommen etablierte europäische Unternehmen wie der polnische Hersteller Solaris oder das belgische Unternehmen Van Hool, die ebenfalls Brennstoffzellenbusse im Programm haben. Die Fuel-Cell-Komponenten beziehen sie aus Kanada. Deutsche Unternehmen sind weitgehend außen vor.

Weder Daimler noch die VW-Tochter Traton können aktuell einen Serien-Bus mit Brennstoffzelle liefern. Entsprechende Forschungsprojekte gab es zwar, wirklich auf die Straße hat es die Technik bislang nicht geschafft. Auch, weil offenbar lange Zeit Unklarheit über den richtigen Weg zur Emissionsfreiheit herrschte. Volkswagen setzt dabei auch heute noch auf den Batterie-Antrieb, während Daimler sich nun gemeinsam mit Volvo doch der Brennstoffzelle widmet.

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