Peking Motor Show 2016 Koenigsegg setzt auf Qoros

Autor / Redakteur: Jens Meiners / Jens Scheiner

17 Jahre lang haben Christian von Koenigsegg und die Firma Freevalve an dem nockenwellenfreien Antrieb gearbeitet, jetzt treten die schwedischen Entwickler gemeinsam mit Qoros offensiv ins Rampenlicht.

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17 Jahre lang haben Christian von Koenigsegg und die Firma Freevalve an einem nockenwellenfreien Antrieb gearbeitet.
17 Jahre lang haben Christian von Koenigsegg und die Firma Freevalve an einem nockenwellenfreien Antrieb gearbeitet.
(Foto: Qoros/Jens Meiners)

Auf der Automesse in Peking debütiert das Forschungsauto Qamfree 3, mit dem die Technologie erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wird. Partner ist nicht etwa einer der alteingesessenen Hersteller, sondern die junge Marke Qoros, die sich auf dem für alle chinesischen Marken schwierigen Heimatmarkt als Technologieführer positionieren will. Dabei geht es darum, nicht nur auf Elektromobilität zu setzen, sondern auch den klassischen Verbrenner innovativ weiterzuentwickeln.

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Beim Qamfree-System wird der klassische Ventiltrieb mit Nockenwellen durch ein elektrohydraulisches System ersetzt, das die Ventile individuell kontrolliert. Damit kann auf Drosselklappe und Zahnriemen verzichtet werden, außerdem funktioniert das System mit einer herkömmlichen Einspritzanlage so gut, dass eine teure Direkteinspritzung entbehrlich ist. Der Vor-Kat wird ebenfalls überflüssig.

Kleiner, leichter und mehr Power

Das Resultat kann sich sehen lassen: Der auf Basis des modernen 1,6-Liter-Turbomotors von Qoros konstruierte Aggregat steigt im Drehmoment um 47 Prozent auf 330 Newtonmeter, die Leistung klettert um 45 Prozent auf 170 kW/231 PS. Damit wird der kompakte Qoros 3 zu einem veritablen Sportler, der mit hoher Dynamik aufwarten kann. Gleichzeitig verbessern sich der Verbrauch um 15 Prozent, die Emissionen wegen des besseren Kaltstartverhaltens sogar um 30 Prozent. Obendrein wird der Qoros-Motor um stolze 50 Millimeter flacher. „Zum ersten Mal wird ein stärkerer Motor kleiner und leichter“, sagt Qoros-Motorenentwickler Klaus Schmidt, der 25 Jahre lang für die BMW M GmbH gearbeitet hat. „Wir sind exklusiv mit dem Thema befasst und könnten eigentlich direkt in die Werkzeuge gehen“, so der Entwickler. Und er berichtet von einer weiteren reizvolle Eigenschaft der Technik: „Der Motor klingt aggressiver.“

Schneller, faszinierender - und schöner: Qoros-Chefdesigner Gert Hildebrand hat zahlreiche Register gezogen, um die Technik angemessen zu präsentieren. Dazu hat er den Qoros 3 SUV mit spezifischen Anbauteilen, einem auffälligen Farbschema und einer im Zentralbereich transparenten Motorhaube modifiziert. Sie gewährt buchstäblich tiefe Einblicke in den Motorraum; das flachere Aggregat senkt den Schwerpunkt und erlaubt den Verzicht auf aktive Motorhauben für den Fußgängerschutz. In Zukunft könnten die Hauben zudem deutlich niedriger werden.

Marktreife in zwei Jahren möglich

Mit dem Qamfree 3 wird erstmals in einem eigenständig gestylten Concept Car sichtbar, welches Potential in der neuartigen Motorsteuerung steckt. In zwei Jahren, so heißt es in Peking, könnte ein Qoros mit Qamfree-Technik auf den Markt kommen. Christian von Koenigsegg, der das System im Rahmen mehrerer Workshops präsentierte, erteilte den Ritterschlag: „Diese aufregende Technologie passt gut zum Rest des Fahrzeugs.“

Übrigens kann Qoros bei Bedarf auch elektrisch: Gleich zwei Fahrzeugstudien, die auf die Bezeichnung Qoros 3 und Qoros 5 Q-Lectric hören, sind mit reinem Batterieantrieb ausgerüstet. Beim Qoros 3 Q-Lectric dauert der Spurt von 0 auf 100 km/h nur 7,9 Sekunden; die Vmax liegt mit 162 km/h ungewöhnlich hoch. Und die Reichweite von 350 Kilometern kann es locker mit Tesla aufnehmen. Schon Ende des Jahres kommt das erste E-Mobil von Qoros in den Handel.

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