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Produktion Lackieren in Boxen statt in der Linie

| Redakteur: Thomas Günnel

Die Modell- und vor allem Farbvielfalt in der Fahrzeugfertigung wird zu komplex für traditionelle Lackieranlagen. Ein neues Konzept soll nun das Linienlayout ablösen.

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Lackieren in Boxen statt in der Linie: Das Konzept kann Prozesszeit sparen und ist skalierbar.
Lackieren in Boxen statt in der Linie: Das Konzept kann Prozesszeit sparen und ist skalierbar.
(Bild: Dürr)

Vielfältige Modellpaletten und Applikationsprozesse sind auf einer Lackieranlage im klassischen Linienlayout darstellbar, sie müssen sich aber die Fertigungszeit teilen. Hauptgrund dafür sind starre Taktzeiten, die sich am größten Modell und dem Lack mit der längsten Applikationszeit orientieren. Kleinere Karosserien müssen warten – und drücken die Effizienz. Der Anlagenbauer Dürr hat deshalb ein neues Lackierkonzept entwickelt: Es teilt die rund 120 Arbeitsschritte des Lackierprozesses in Boxen und kleinere Abschnitte auf. Die Prozesszeiten lassen sich so auf die einzelnen Karosserien anpassen, feste Taktzeiten sollen so entfallen.

Möglich wird das laut Hersteller mittels parallel ablaufender Prozesse in den Boxen, dem Zusammenspiel mit einem zentralen Hochregallager und fahrerlosen Transportsystemen. Die Flotte der selbstfahrenden Plattformen steuert eine hauseigene Software, die auch die Boxen möglichst effizient auslasten soll. Laut Dürr ist das Konzept skalierbar, es eignet sich für den Auftrag des Decklacks, im Arbeitsplatzbereich oder für einzelne, ausgewählte Prozessschritte.

Zeit und Material sparen

Konkret heißt das zum Beispiel: Drei Lackiervorgänge, etwa der Innen- und die beiden Außenaufträge, lassen sich in einer Kabine zusammenfassen. Das spart Transportzeit, weil zwei der drei bisher üblichen Fördervorgänge entfallen. Außerdem reduzieren sich die Verluste beim Farbwechsel – um bis zu zehn Prozent, sagt der Hersteller, wenn in einer Box ausschließlich eine Farbe appliziert wird. Positive Nebenwirkung des Konzeptes: Eine Störung wirkt sich nur auf die jeweilige Box aus. Sogenannte Sonderprozesse sind in das Layout integrierbar, zum Beispiel die Versorgung mit einer Sonderfarbe oder die oversprayfreie Zweiton-Lackierung.

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