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Semcon Leichtbau umfassend betrachten

| Autor / Redakteur: Dr. Stephen Rudzewski, Leiter Technik Semcon Deutschland / Claus-Peter Köth

Leichtbau in der Mobilität bedeutet nicht, ein teures Material zu verwenden, sondern eine ganzheitliche Betrachtung – angefangen bei der Gesellschaft, über die Technik bis hin zu den Konzernen und der Politik. Vor diesem Hintergrund wird Magnesium einer der umweltfreundlichsten Werkstoffe der Zukunft sein.

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Mehrwasserentsalzung als Standortfaktor: Berücksichtigt man die neue Rohstoffkette, ist davon auszugehen, dass der Preis für Magnesium auf unter 1 Euro pro Kilogramm fallen wird.
Mehrwasserentsalzung als Standortfaktor: Berücksichtigt man die neue Rohstoffkette, ist davon auszugehen, dass der Preis für Magnesium auf unter 1 Euro pro Kilogramm fallen wird.
(Dr. S. Rudzewski / Fotolia)

Nachhaltigkeit in der Mobilität kann man auf zwei Wegen erreichen: Zum einen durch einen geringen Energieverbrauch, zum anderen durch den Einsatz von regenerativen Energieformen. Da alle Energieumwandlungsprozesse (zum Beispiel Stromnetz–Batterie–E-Motor) Verlustenergie und damit „energetische Umweltverschmutzung" erzeugen, liegt der Königsweg auf der Hand: Wenig Energie muss eingesetzt werden, anstatt die benötigte Energieform zu „erneuern“. Da Mobilität primär die veränderliche Bewegung von Masse bedeutet, ist Massenreduzierung der mobilen Infrastruktur und somit der Leichtbau ein Schlüsselfaktor für Nachhaltigkeit.

Werkstoff nur die Leichtbau-Säule

Fällt heute der Begriff Leichtbau, denken viele spontan nur an leichte Materialien und Hightech-Werkstoffe. Dabei handelt es sich beim Leichtbau um einen komplexen Prozess, in dem der Werkstoff nur eine Säule bildet. Möchte man nennenswerte Energieeinsparungen durch Gewichtsreduktion im Maßstab einer weltweiten Mobilitätsinfrastruktur erzielen, reicht die Betrachtung und Fokussierung auf leichte Werkstoffe allein nicht aus. Vielmehr sollte folgende systemische Betrachtung durchgeführt werden: Welche Mobilitätsszenarien gibt es? Welche Ressourcen und Materialien stehen zur Verfügung? Welche (Herstell-)Technologien und -Prozesse werden wir haben? Welche Antriebe und Energieformen können wir künftig nutzen? Nur unter Einbeziehung dieser Fragestellungen wird es gelingen, den explosionsartig wachsenden Energie- und Ressourcenverbrauch sowie die Ressourcenbindung der Welt-Mobilität in einem ausreichend kurzen Zeitraum so zu dämpfen, dass Klimaerwärmung, Peak-Oil und Umweltverschmutzung nicht eskalieren.

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