Automobilzulieferer Liquidität gefährdet: Zulieferer schmieren bei wichtigen Kennzahlen ab

Von Svenja Gelowicz

Hohe Schulden, kaum finanzieller Spielraum: Die Liquiditätssituation bei den Automobilzulieferern ist höchst bedenklich, warnen Experten. Was sie Unternehmen raten und wann der „überproportionale Aufholeffekt“ eintritt.

Die Halbleiterprobleme schlagen auf die Zulieferer durch.
Die Halbleiterprobleme schlagen auf die Zulieferer durch.
(Bild: Volkswagen)

Die Preissteigerungen bei Rohmaterialien und Energie haben im vergangenen Jahr stark auf die Margen der Automobilzulieferer gedrückt. So lag die Ebit-Marge im Schnitt bei 7 Prozent im dritten Quartal 2021. Zu Jahresbeginn waren es noch 9 Prozent. Das hat die Unternehmensberatung Alix Partners jüngst mitgeteilt. Sie haben die Finanzkennzahlen von 36 börsennotierten Automobilzulieferern von 2018 bis zum dritten Quartal 2021 ausgewertet. 2022 wird sich die Situation nicht entspannen, prognostizieren die Analysten. Viele der Unternehmen hätten bereits Gewinnwarnungen für das laufende Geschäftsjahr veröffentlicht. Zudem steigen die Insolvenzen, so die Berater.

Autobauer konnten im vergangenen Jahr laut Alix Partners acht Millionen Fahrzeuge wegen fehlender Chips nicht fertigen. Die Unwägbarkeiten der Lieferkette schlagen mit voller Wucht auf die Zulieferer durch: unzuverlässige Abrufe, stornierte Bestellungen, Umsatzausfälle, volle Lager – und damit gebundene Liquidität. Die selbst gesteckten Umsatzziele würden zumeist trotz voller Auftragsbücher nicht erreicht.