Alternative Antriebe MAN startet Praxistest für Wasserstoff-Lkw im Projekt Bayernflotte

Von Sven Prawitz 2 min Lesedauer

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MAN Truck & Bus schickt drei Brennstoffzellen-Lkw für drei Monate in den regulären Logistikbetrieb. Das Projekt Bayernflotte soll Reichweite und Wirtschaftlichkeit belegen.

Im Projekt Bayernflotte hat die Straßenerprobung der mit Wasserstoff betriebenen Lkw begonnen. (Bild:  MAN)
Im Projekt Bayernflotte hat die Straßenerprobung der mit Wasserstoff betriebenen Lkw begonnen.
(Bild: MAN)

Im Projekt Bayernflotte hat die Straßenerprobung wasserstoffbetriebener Lkw begonnen. MAN Truck & Bus hat dazu drei Brennstoffzellen-Lkw an das Logistikunternehmen LoadFox Transport Solutions übergeben. Die Fahrzeuge kommen über einen Zeitraum von drei Monaten im regulären Logistikbetrieb zum Einsatz.

Die eingesetzten Brennstoffzellen-Lkw basieren auf einem elektrischen Antriebssystem, das Wasserstoff in gasförmiger Form in elektrische Energie umwandelt. Zentrale Komponente ist das Brennstoffzellensystem des Projektpartners Bosch. Hochvoltbatterien ergänzen die Energieversorgung, um Lastspitzen abzudecken und Rekuperationsenergie zu speichern. Die elektrische Antriebsachse „AxTrax2 dual“ von ZF wandelt die Energie in Vortrieb um.

Reichweite zwischen 450 und 500 Kilometern

Den Wasserstoff speichern 700-bar-Drucktanks von Forvia mit einer aktuell installierten Kapazität von 36 Kilogramm. Die Fahrzeuge sind laut MAN für eine Reichweite von rund 450 bis 500 Kilometern ausgelegt und verfügen über eine Antriebsleistung von 350 kW. Im Praxiseinsatz liege der Verbrauch bei etwa sieben bis acht Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer, teilt das Unternehmen mit. Mit einem Radstand von 4.000 Millimetern, einem Eigengewicht von rund 11,5 Tonnen und einer ausgelegten Zuggesamtmasse von bis zu 42 Tonnen entsprechen die Lkw den Anforderungen im schweren Verteiler- und Fernverkehr.

LoadFox übernimmt in dem Projekt die Rolle des operativen Logistikpartners. Das von MAN aufgebaute Inhouse-Transportunternehmen betreibt nach eigenen Angaben Prototypenfahrzeuge und autonome Fahrzeuge und erprobt digitale Dienste unter realen Bedingungen im Güterverkehr. Ziel sei es, durch den direkten Einsatz neuer Verfahren im täglichen Betrieb Erkenntnisse aus der Kundensicht für die gezielte Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen zu gewinnen.

Wasserstoff als Ergänzung zum Batterieantrieb

Die im Rahmen des Projekts Bayernflotte gewonnenen Daten sollen systematisch ausgewertet werden und in die Weiterentwicklung der Wasserstoffsysteme innerhalb des Traton-Konzerns einfließen, wie MAN mitteilt. Der Fokus liege auf Effizienz, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit im täglichen Einsatz. Damit sei die Grundlage für künftige Fahrzeuggenerationen geschaffen worden.

MAN geht davon aus, dass batterieelektrische Nutzfahrzeuge zur dominierenden Antriebsform im Straßengütertransport werden, da sie bei Energieeffizienz, Betriebskosten und der Reduzierung von Treibhausgasen allen anderen Antrieben überlegen seien. Wasserstoffbasierte Systeme – etwa der bereits in Kleinserie gefertigte MAN hTGX mit Wasserstoffverbrennungsmotor oder künftige Brennstoffzellenmodelle – könnten dem Unternehmen zufolge eine wichtige ergänzende Rolle in spezifischen Anwendungen spielen, etwa auf sehr langen Transportstrecken oder in Regionen mit unzureichender Ladeinfrastruktur.

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