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Mercedes: Pick-up X-Klasse ab Ende 2017

| Autor/ Redakteur: Andreas Grimm / Thomas Günnel

Ein Arbeitstier mit Premiumanmutung, das viele Zielgruppen anspricht – das ist das Konzept der neuen X-Klasse. Daimler investiert viel in seinen ersten Pick-up, doch speziell der Heimatmarkt Europa scheint nicht bereit dafür.

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Mercedes hat seinen ersten Pick-up vorgestellt, die X-Klasse.
Mercedes hat seinen ersten Pick-up vorgestellt, die X-Klasse.
(Bild: Daimler)

Der Daimler-Konzern lässt sich den Einstieg ins Pick-up-Segment mehr als eine halbe Milliarde Euro kosten. Für die Markteinführung der neuen, zusammen mit dem Partner Renault-Nissan entwickelten „X-Klasse“ werde ein hoher dreistelliger Millionenbetrag investiert, kündigte der Chef von Daimlers Van-Sparte, Volker Mornhinweg, an. Am Dienstagabend stellte Daimler in Stockholm das Konzept des Fahrzeugs vor. Der Wagen soll Ende 2017 zunächst in Europa auf den Markt kommen. Erst später sollen Australien, Südafrika und Südamerika folgen. „Bis 2018 wird dort wieder Wachstum da sein“, sagte Mornhinweg mit Blick auf die schwachen Märkte in Brasilien und Argentinien.

Mit dem Pick-up ergänzt Mercedes-Benz Vans sein Portfolio um eine vierte Baureihe. Gleichzeitig besetzt der Hersteller als erster Premiumhersteller das Segment der Midsize-Pick-ups, in dem Daimler ein großes Wachstumspotenzial sieht. „Mit dem Pick-up von Mercedes-Benz schließen wir eine der letzten Lücken in unserem Portfolio“, sagte Konzernchef Dieter Zetsche. Die X-Klasse konkurriert dabei mit etablierten Modellen wie dem VW Amarok und dem Toyotas Hilux. Daimler sieht den Markt der mittelgroßen Pick-ups weltweit im Umbruch. Die Fahrzeuge würden für die gleichzeitig private und berufliche Nutzung sowie die rein private Nutzung immer beliebter. Der Anteil privat genutzter Pick-ups wachse seit Jahren stetig. Der Automobilhersteller zieht in dieser Hinsicht Parallelen zur Entwicklung des SUV-Segments in den vergangenen 20 Jahren.

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Schwieriger Markt in Europa

Mit der X-Klasse will Mercedes den Spagat schaffen zwischen gewerblicher und privater Nutzung als auch zwischen urbanem und ländlichem Einsatz. Die Produktplaner sehen das Modell gerüstet mit den Attributen Premiumanmutung, Komfort, Fahrspaß und Sicherheit sowohl klassische Pkw-Fahrer, als auch SUV- und Van-Käufer zu überzeugen. Ob das in Europa gelingt, bezweifelt schränkt Carlos da Silva vom Marktforscher IHS Automotive allerdings. Europa, wo Daimler das neue Modell starten will, sei kein Pick-up-Markt. „Hier werden die Bedürfnisse, die ein Pick-up bedient, von anderen Fahrzeugen adressiert“, sagte er im Gespräch mit der „DPA“. Die Marktanteile am gesamten Fahrzeugmarkt bewegen sich in Europa bei einem Prozent – in Australien und Argentinien sind es zwölf Prozent.

Den Pick-up-Markt schlechthin – die USA – spart Daimler gleich ganz aus. „Da einzusteigen hat keinen Sinn“, begründete Mornhinweg die Entscheidung. Dort würden nur große Pick-ups verkauft –und der Markt sei unter den drei US-Herstellern Ford, GM sowie Dodge aufgeteilt.

Kooperation mit Nissan

Produziert wird das Fahrzeug in Europa im Nissan-Werk im spanischen Barcelona, wo schon Nissans Pick-up Navara vom Band rollt und 3.300 Mitarbeiter beschäftigt sind. In Renaults Werk im argentinischen Córdoba, wo derzeit knapp 1.900 Beschäftigte die Modelle Clio, Kangoo und die Limousine Fluence fertigen, soll der Pick-up von 2018 an entstehen. Dort investiert Renault-Nissan für die neue Linie 600 Millionen US-Dollar (550 Mio. Euro). Wie viele Fahrzeuge der Stuttgarter Konzern allein fertigen lassen will, ließ Mornhinweg offen. Der Pick-up basiert auf der Plattform für Nissans NP 300 und den mittelgroßen Renault Pick-up. In Barcelona wollen die drei Hersteller zusammen etwa 120.000 Fahrzeuge bauen, in Córdoba fast 70.000. „In dem Umfeld sind Kooperationen gang und gäbe, um die Fabriken auszulasten“, sagte Mornhinweg.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«