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Wiener Motorensymposium 2012

Mobile Zukunft mit Plug-in-Hybrid und Verbrennungsmotor

| Autor/ Redakteur: Jürgen Goroncy / Thomas Günnel

Ob Genfer Automobilsalon oder Wiener Motorensymposium – die realistische Betrachtung des Antriebsstrangs der Zukunft verdrängt langsam aber sicher die träumerischen Visionen. Die Zukunft gehört dem nochmals deutlich verbesserten Verbrennungsmotor und dem Plug-in-Hybrid.

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Durch die Nanoslide-Technik lassen sich noch glattere Zylinderlaufbahnen erzielen. Das bedeutet weniger Kohlendioxid-Ausstoß.
Durch die Nanoslide-Technik lassen sich noch glattere Zylinderlaufbahnen erzielen. Das bedeutet weniger Kohlendioxid-Ausstoß.
( Daimler )

Totgesagte leben länger: Diese Aussage gilt auch für den Verbrennungsmotor in den nächsten Jahrzehnten. Von einigen, zum Teil selbsternannten Fachleuten wurde er bereits zu Grabe getragen – jetzt feiert er eine Renaissance. Vor allem als Plug-in-Hybrid, der die systembedingten Nachteile der Motoren mit geringem Hubraum elegant kompensiert. Bei der Kombination beider Antriebe sind wohl die Projekte von Audi, BMW, Daimler und Porsche am ehrgeizigsten. Volkswagen mit der EA 211-Motorenfamilie und Ford mit den Ecoboost-Motoren zeigen eine mögliche Richtung für den Verbrenner ohne zusätzlichen Elektromotor.

„Weg vom Hype und hin zur Realität“

Daimler-Vorstand und Mercedes-Entwicklungschef Dr. Thomas Weber definierte in Wien die Zukunftsausrichtung des Unternehmens, die wohl stellvertretend auch für andere Branchenvertreter gilt: „E-Mobilität kann wahnsinnig faszinierend sein. Aber wir müssen weg vom Hype und zurück zur Realität“, kommentierte er die Tatsache, dass im Vorjahr von 3,4 Millionen neu zugelassenen Autos in Deutschland nur 2.361 Elektroautos waren. Eine Aussage, die Fritz Indra, ehemaliger Leiter der Vorausentwicklung von General Motors Powertrain in Detroit, bereits vor einem Jahr in der »Automobil Industrie« traf.

Prämissen für die Mobilität von morgen

Bei der Mobilität von morgen setzt Weber auf drei Prämissen:

  • Persönliche Unabhängigkeit: Das Auto verkörpert die technisch beste und vielseitigste Lösung für individuelle Mobilität. Neue technische Möglichkeiten und Entwicklungen steigern diesen Freiheitsgrad weiter.
  • Unabhängigkeit von endlichen Ressourcen: Es ist höchste Zeit, die Ressourcen zu schonen und den Weg für alternative, emissionsfreie Antriebe zu bereiten.
  • Unabhängigkeit von Zeit und Raum: In Zukunft entscheidet die Freiheit, jederzeit auf Informationen zugreifen zu können, maßgeblich über den Erfolg von Verkehrsmitteln. Ein erfolgreicher OEM muss mehr können, als gute Fahrzeuge zu bauen. Carsharing-Konzepte ergänzen die individuelle Mobilität gerade im urbanen Raum. Auch weitere Dienstleistungen sind künftig entscheidend.

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