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Neuer Ford Focus: hilfsbereit

| Autor/ Redakteur: Jürgen Goroncy / Thomas Günnel

Ford hat die vierte Generation des Focus vorgestellt. Ab September ist das Modell auf dem deutschen Markt erhältlich – mit einer Fülle an Assistenzsystemen.

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Ford hat den neuen Focus vorgestellt. Im September kommt er in Deutschland auf den Markt.
Ford hat den neuen Focus vorgestellt. Im September kommt er in Deutschland auf den Markt.
(Bild: Ford)

Ford hat den neuen Focus vorgestellt. Die erste Auffälligkeit: Die Ausstattungsliste umfasst so viele Assistenzsysteme wie noch nie in der Geschichte des Focus. Einige der Funktionen entsprechen bereits dem Level 2 für automatisiertes Fahren. Der Fahrer muss die Hände am Lenkrad behalten, doch ansonsten fährt der Focus selbstständig.

Hinter dem Begriff „Ford Co-Pilot 360“ verbirgt sich – in Verbindung mit dem neuen Achtgang-Automatikgetriebe – der so genannte „Ford Intelligent Drive Assist“, in dem die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Verkehrszeichenerkennung und einem Stauassistenten samt „Stopp & Go“-Funktion und einem Fahrspurpiloten zusammengefasst sind.

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Mehr als 30 Assistenzsysteme

So kann der Fahrer ein Tempo vorgeben und den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen individuell definieren. Gleichzeitig verarbeitet die Anlage die Daten der Verkehrszeichenerkennung und passt die Geschwindigkeit entsprechend an. Im Stau nimmt der Focus dem Fahrer das lästige Anfahren und Bremsen ab und schleicht selbstständig durch den Stau. Wenn die Elektronik einen entstehenden Stau erkennt, bremst sie wenn nötig bis zum Stillstand ab.

Bei eingeschaltetem Tempomat überprüft der Fahrspurpilot die Fahrbahnmarkierungen und hilft dem Fahrer zurück auf die Fahrbahnmitte. Der Pilot arbeitet bis zu einer Geschwindigkeit von 200 km/h. Ein Parkassistent, der ein- und ausparkt, ist auch lieferbar. Der Fahrer muss lediglich Gas, Bremse und Schalthebel bedienen und den Rest der Elektronik überlassen. Ist die Achtgangautomatik an Bord, übernimmt der Parkautomat auf Knopfdruck neben dem Lenken auch die Gangwechsel sowie Anfahren und Bremsen.

Serienmäßig ist der „Pre-Collision-Assist“, der potenzielle Kollisionen mit anderen Fahrzeugen erkennt und versucht diese zu vermeiden oder wenigstens die Unfallfolgen zu mildern. Im aktuellen Focus erkennt der Assistent neben Fußgängern und anderen Fahrzeugen nun auch Fahrradfahrer. Der Ausweichassistent wiederum hilft dem Fahrer mit einer aktiven Lenkunterstützung, um das Manöver zu unterstützen. Geisterfahrten auf der Autobahn soll die Falschfahrerwarnfunktion verhindern: Sie warnt den Fahrer optisch und akustisch.

Zwei Otto- und zwei Dieselmotoren

Der neue Ford Focus tritt zum Produktionsstart mit zwei Otto- und zwei Dieselmotoren an. Sie erfüllen alle die Emissionsklasse Euro 6d-temp auf Basis von WLTP. Die serienmäßigen automatischen Start-Stopp-Systeme senken den Verbrauch und damit auch die Betriebskosten. Außer den Sechsgang-Schaltgetrieben kann der Kunde nun erstmals auch ein neu entwickeltes Achtgang-Automatikgetriebe ordern. Das Getriebe stammt aus einem Joint Venture zwischen Ford und General Motors. Es ist mit den Ottomotoren mit 92 und 110 Kilowatt sowie mit den Selbstzündern mit 88 und 110 Kilowatt kombinierbar. Für das Jahr 2020 ist darüber hinaus die Einführung einer Version mit einem Mild-Hybrid vorgesehen.

Die Dreizylinder-Ottomotoren bietet Ford mit 1,0 Liter Hubraum in den drei Leistungsstufen 63, 74 und 92 Kilowatt Leistung an, der Motor mit 1,5 Liter Hubraum leistet 110 und 134 Kilowatt. Beide Aggregate sind mit einer Zylinderabschaltung ausgerüstet, die Ford als erster OEM für Dreizylindermotoren anbietet. Ein serienmäßiger Otto-Partikelfilter säubert die Abgase. Der Ottomotor mit 1,5 Litern Hubraum verfügt über eine Kombination aus Saugrohr- und Direkteinspritzung, die eine hohe Leistungsausbeute mit schnellem Ansprechen und verbesserter Kraftstoffeffizienz speziell bei Teillast realisieren soll.

NOx-Fallen und SCR-Katalysatoren reinigen Abgas

Bei den Dieselmotoren gibt es auch zwei Hubräume 1,5 und 2,0 Liter. Die 1,5-Liter-Variante leistet 70 und 88 Kilowatt. Beide Versionen entwickeln ein Drehmoment von 300 Newtonmeter. Der Selbstzünder mit 2,0 Litern Hubraum leistet 110 Kilowatt und stemmt 370 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Der 1,5-Liter-Motor hat zur Abgasreinigung zwei hintereinander geschaltete NOx-Fallen. Bei 2,0 Liter Hubraum kommt ein SCR-Katalysator mit Harnstoff-Einspritzung zum Einsatz.

Der große Dieselmotor ist noch mit Stahlkolben ausgerüstet, die erstmals bei einem Dieselmotor von Ford zum Einsatz kommen. Außerdem verfügt er über Antriebsriemen für die Nockenwellen sowie die Ölpumpe, die in einem Ölbad laufen.

Verbundlenker- und Multilink-Hinterachse

In den neuen Focus werden erstmals zwei unterschiedliche Hinterachsen eingebaut. In den Limousinen mit 1,0-Liter-Turbobenziner und 1,5-Liter-Turbodiesel wird eine überarbeitete Verbundlenker-Hinterachse eingesetzt, die gewichtsoptimiert und mit neuer Federtechnik präzise den Kontakt zur Straße halten soll.

In allen Kombivarianten sowie den Limousinen mit dem größeren 1,5-Liter-Turbobenziner und dem Topdiesel setzt Ford eine neue Multilink-Konstruktion ein, die gekonnt den Spagat zwischen Komfort und Agilität beherrscht, in dem sie ebenso Verwerfungen der Straße glattbügelt wie bei schneller Kurvenfahrt für Stabilität und sicheren Spurverlauf sorgt. Besonders mit der ebenfalls erstmals im Focus erhältlichen elektronischen Dämpferregelung, die sogar sichtbare Schlaglöcher ausgleicht.

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In der Länge wächst der neue Ford Focus gegenüber dem Vorgänger um 18 Millimeter (Limousine) beziehungsweise um 108 Millimeter (Turnier). Höhe (neu versus alt): minus 15 Millimeter (Limousine) beziehungsweise minus 20 Millimeter (Turnier). Breite ohne Spiegel plus zwei Millimeter (Limousine und Turnier). Der Radstand der fünftürigen Limousine und des Turniers legte mit jeweils 2.700 Millimetern gegenüber der Focus-Vorgängergeneration um über 50 Millimeter zu. Dies begünstigt die Wahl von Rädern mit größerem Durchmesser. Sie können höher in die Karosserie einziehen und reduzieren auf diese Weise die optische Länge.

Ab September auf dem Markt

Die vierte Generation des Focus kommt in Deutschland im September auf den Markt. Die Preisliste startet bei 18.700 Euro. Produziert wird der Focus im Werk Saarlouis als fünftürige Fließheck-Limousine, Kombiversion (voraussichtlich ab Ende des 3. Quartals) sowie – für ausgewählte Märkte außerhalb Deutschlands – auch als viertürige Stufenheck-Limousine.

In Deutschland ist der Focus in sechs unterschiedlichen Ausstattungslinien verfügbar. Voraussichtlich Anfang 2019 kommt mit Active die erste Crossover-Variante dieser Baureihe auf den Markt. Dann gibt es den Focus erstmals auch mit einer Achtgang-Wandlerautomatik.

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