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Wiesmann Neuer Sanierungsansatz für Wiesmann

Redakteur: Andreas Grimm, Andree Stachowski

Die Automanufaktur bleibt vorläufig doch in der Insolvenz. Nach den neuesten Plänen soll die Produktion an eine Aktiengesellschaft des bisherigen Hauptgesellschafters übergehen.

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Ob es mit Wiesmann weitergeht, ist weiter unsicher. Derzeit ist eine „übertragende Sanierung“ im Gespräch.
Ob es mit Wiesmann weitergeht, ist weiter unsicher. Derzeit ist eine „übertragende Sanierung“ im Gespräch.
(Foto: Wiesmann)

Der Kleinserien-Hersteller Wiesmann soll im Zuge einer so genannten übertragenden Sanierung gerettet werden. Wie aus einer Mitteilung der Automanufaktur mit Sitz im westfälischen Dülmen hervorgeht, ist mit dem Insolvenzverwalter Norbert Küpper ein entsprechender Vertrag geschlossen worden. Den Angaben zufolge soll als Nachfolge-Gesellschaft der bisherigen GmbH eine Aktiengesellschaft die Produktion fortführen.

Nach Informationen der „Westfälischen Nachrichten“ will in der noch zu gründenden Aktiengesellschaft der bisherige Haupteigentümer der Wiesmann GmbH, Stefan Breuer, erneut eine führende Rolle spielen. Der Investor, der zwei Drittel der Wiesmann-Anteile besitzen soll, stammt aus einer Familie, die mit Sattel- und Anhängerkupplungen für Nutzfahrzeuge ein Millionenvermögen erwirtschaftet hat.

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Entsprechend der neuen Entwicklungen hat die Wiesmann GmbH den Antrag auf Einstellung des Insolvenzverfahrens zurückgezogen, der überraschend im Nachgang der Gläubigerversammlung am 28. November beim Amtsgericht Münster eingegangen war. Eine außerordentliche Gläubigerversammlung am 10. Januar 2014, die der Insolvenzverwalter inzwischen beantragt hat, wird wohl endgültig über die Zukunft des Unternehmens entscheiden. Die übertragende Sanierung bedarf laut der Insolvenzordnung (§ 160 Abs. 2) der Zustimmung der Gläubigerversammlung.

In der Wiesmann-Mitteilung vom Montag (16.12.13) heißt es dazu verklausuliert, dass „für die Wirksamkeit dieses Vertrages (der übertragenen Sanierung, Anm. d. Red.) noch einige Voraussetzungen zu erfüllen“ sind. Dahinter steckt mutmaßlich, dass eine übertragene Sanierung eigentlich einen neuen Eigentümer vorsieht. Ob dies im Falle von Wiesmann – der Übergang von der natürlichen Person Breuer auf die juristische Person Aktiengesellschaft mit dem Hauptaktionär Breuer – noch vom Insolvenzrecht gedeckt ist, dürfte wohl Kern der noch ausstehenden Prüfungen sein.

Die Unternehmensgründer von Wiesmann, die Brüder Friedhelm und Martin Wiesmann, hatten sich bereits im Laufe des Jahres 2012 aus dem Unternehmen zurückgezogen. Im Schweizer Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ hatte Martin Wiesmann die Entwicklung des Autobauers in den letzten Monaten als „Zerstörung meines Lebenswerks“ beklagt. Den Angaben zufolge hatte Breuer nach dem Einstieg bei Wiesmann, der in Raten erfolge, den Neubau der Manufaktur angeregt. Diese finanziellen Belastungen sollen nun Auslöser für die Insolvenz sein.

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