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Sicherheit Neues Airbag-Design von ZF

| Redakteur: Christian Otto

ZF Friedrichshafen hat neue Sicherheits-Konzepte vorgestellt. Sie entsprechen den neuen und anspruchsvollen Crashtests der US-Bundesbehörde NHTSA. Diese sind für Neufahrzeuge ab dem Modelljahr 2019 gültig.

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Das neue Airbag-System von ZF soll auch die neuen und anspruchsvollen Tests in den USA bestehen, die für Neuwagen ab dem Jahr 2019 gelten.
Das neue Airbag-System von ZF soll auch die neuen und anspruchsvollen Tests in den USA bestehen, die für Neuwagen ab dem Jahr 2019 gelten.
(Bild: ZF)

ZF hat seine Lösungen im Bereich passive Sicherheit weiterentwickelt. Dazu zählen neue Beifahrer-Airbag-Konzepte sowie Vorhang-Airbags mit zusätzlichen „V-“ oder „U-Shape-Design“-Eigenschaften. Letztere sind mit speziellen Luftsack-Kammern in V- oder U-Form ausgestattet und sollen damit eine noch bessere fahrzeugspezifische Schutzwirkung bieten. Die neuen Airbag-Lösungen sind laut ZF so ausgelegt, dass sie helfen können, die Frontpassagiere selbst bei einem vorderen, linksseitigen Schrägaufprall mit 90 km/h vor schwerwiegenden Verletzungen effektiv zu schützen.

Unter der Bezeichnung „Oblique Moving Deformable Barrier“ (OMDB) ist diese Funktionsprüfung von der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) für Neufahrzeuge ab dem Modelljahr 2019 zusätzlich für das nordamerikanische „New Car Assessment Program“ (US NCAP) angedacht. Nur Pkw, die diesen neuen Standard-Lastfall erfolgreich meistern, werden auch künftig im US NCAP fünf Sterne erreichen können.

OMDB-Lastfall

Die Crashtests der NHTSA zählen zu den strengsten weltweit. Ab dem Modelljahr 2019 plant die Organisation, die Messlatte abermals höher zu legen – unter anderem mittels des OMDB-Lastfalls, der sich aus Abbiege-Unfallszenarien in Nordamerika ableitet. Beim OMDB-Szenario trifft eine knapp 2,5 Tonnen schwere mobile Barriere mit 90 km/h auf die Front eines stehenden Fahrzeugs – in einem Winkel von 15 Grad und mit 35 Prozent Überdeckung.

Hinzu kommt, dass die NHTSA gleichzeitig die neuen THOR-Dummys (Test device for Human Occupant Restraints) einsetzen wird. „Diese sind hochempfindlich und erfassen genauer, wie sich Unfälle auf den Menschen auswirken können. Basierend auf umfangreichen eigenen Daten, haben wir definiert, wie wir die Sicherheit weiter steigern können“, erläutert Dirk Schultz, verantwortlich für die weltweite Entwicklung von Airbags & Gasgeneratoren in der Division Aktive & Passive Sicherheitstechnik bei ZF.

Taschenähnliche Form

Bei Kollisionen wie dem OMDB-Aufprall haben die neuen ZF-Airbags eine zusätzliche Funktion: Sie sollen dazu beitragen, die Köpfe der vorderen Insassen zu schützen und einen Aufprall auf das Armaturenbrett oder die A-Säule zu verhindern. Um das zu erreichen, hat ZF den im seitlichen Dachhimmel verbauten Curtain-Airbags im vorderen Bereich eine taschenähnliche Form verliehen. Während des Aufblasvorgangs bildet sich ein zusätzliches Sicherheitspolster, das sich neben den Kopf des Fahrers schiebt. Je nach Interieurdesign bietet ZF entweder eine „spitze“ V-Form oder eine abgerundete U-Kontur.

Um auch die gegebenenfalls extremen Bewegungen des Beifahrers nach links vorne besser abfangen zu können, hat ZF ein neues Beifahrer Airbag-Konzept entwickelt: Der „Parallel-Cell-Beifahrerairbag“ wurde zur Fahrzeugmitte hin verbreitert und hat eine spezielle Geometrie. „Unter anderem dadurch können wir die Abrollbewegung des Kopfs stark abschwächen, wenn er schräg auf den Airbag trifft – und er ist so ausgelegt, dass er die Gefahr einer Kopfverletzung senken kann“, beschreibt Schultz die Neuerung.

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