Suchen

Reglements Neues in der LMP2: Ende der Markenvielfalt?

Autor / Redakteur: Harald Gallinis / Wolfgang Sievernich

Der ACO hat für die LMP2-Klasse ein neues Reglement ab 2017 verabschiedet. Mit einem Einheitsmotor und nur noch vier Chassisherstellern sollen die laufenden Kosten gesenkt werden.

Firmen zum Thema

Das neue Reglement des ACO hebt die Kostengrenze für LMP2-Prototypen an, begrenzt aber gleichzeitig die Chassishersteller.
Das neue Reglement des ACO hebt die Kostengrenze für LMP2-Prototypen an, begrenzt aber gleichzeitig die Chassishersteller.
(Foto: Manfred Muhr)

Nach einer langen Reifezeit und vielen vorab durchgeführten Diskussionen ist nun auch das neue LMP2-Reglement vom ACO auf den Weg gebracht worden. Dieses soll ab 2017 für mindestens 4 Jahre Gültigkeit besitzen und umfasst neben technischen Änderungen eine gesteuerte Einschränkung des Wettbewerbs: in Zukunft wird es in 3 der 4 Serien unter dem ACO Banner nur noch einen Einheitsmotorlieferanten und ferner nur noch 4 zertifizierte Chassishersteller geben. Die bislang propagierte Markenvielfalt wird damit künstlich eingeschränkt.

Einheitsmotor mit mehr Leistung

Die Wagen bekommen in FIA Langstrecken Weltmeisterschaft, Europäischer Le Mans Serie und Asiatischer Le Mans Serie einen Einheitsmotor und es werden in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft, der Europäischen Le Mans Serie und der Tudor-USCC-Serie nur noch 4 zertifizierte Chassishersteller zugelassen. Die Leistung wird um 150 PS gesteigert, wie auch die Kostenobergrenze, die nun erfordert dass ein Chassis ohne Motor und Elektronik für 450.000 Euro zu erwerben ist. Trotz der Mehrleistung der Motoren soll das Leistungsniveau der Klasse gehalten werden, damit die alten LMP2, die noch für mindestens zwei bis drei Übergangsjahre in Gebrauch sein werden, weiter benutzt werden können.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Motor-Werkshersteller ausgeschlossen

Während die Autos insgesamt teurer werden (480.000 Euro als neue Obergrenze von zuvor etwa 300.000 Euro) sollen die laufenden Kosten über niedrigere Ersatzteilpreise und Einheitsteile mit längeren Laufdauern gesenkt werden. Die Teams zahlen für die neuen Einheitsmotoren und die dazugehörige Elektronik eine Leasinggebühr die von der Kilometerleistung der Triebwerke abhängig ist. Für die Belieferung mit den Einsatzmotoren haben sich bislang Judd und Gibson beworben. Werkshersteller wie Nissan, HPD oder Chevrolet hat man hingegen ausgeschlossen, da die Teams weiter wie bisher die Möglichkeit besitzen sollen, ihre Motoren ggf. umzuettikettieren - etwa als Lotus, Praga, Caterham, Alpine oder Lada.

USA weiterhin Ausnahme

Eine Ausnahme gibt es für die Tudor-USCC: nur dort sollen alternative Motorenhersteller zusätzlich zum Einheitsmotorenlieferant zugelassen werden um das bisherige Engagement der amerikanischen Hersteller (Chevrolet, Ford, Honda und Mazda) nicht zu beenden. Die Amerikaner bekommen auch eine Sonderregelung bei den Chassis, denn dort dürfen die Chassis der vier zugelassenen Konstrukteure herstellerspezifische Bodykits (Corvette, Ford und andere) nach dem derzeitigen Daytona-Prototypenmodell übergestülpt bekommen. Diese Kits sind allerdings dann nur in den USA startberechtigt und nicht in Le Mans zugelassen.

(ID:43480131)