Fahrbericht

Opel Grandland X: Behäbiges Familien-SUV

| Autor: Sven Prawitz

Nach dem Crossland X ist der Grandland X das zweite Fahrzeug aus einer Kooperation mit PSA.
Nach dem Crossland X ist der Grandland X das zweite Fahrzeug aus einer Kooperation mit PSA. (Bild: Jens Scheiner)

Auch Opel kann sich der SUV-Welle nicht entziehen. Im vergangenen Herbst haben die Rüsselsheimer daher ihr Angebot um den Grandland X erweitert. Ob Opel damit relevante Marktanteile gewinnt, wird die Zeit zeigen. Wir haben das Fahrzeug getestet.

Die PSA-Gruppe kannte Opel bereits lange vor der Übernahme durch zwei gemeinsame Projekte: Zuerst haben beide Unternehmen den Opel Crossland X entwickelt, der bei PSA als zweite Modellreihe des Peugeot 2008 und als Citroën C3 Aircross produziert wird. Das Pendant zum von uns getesteten Grandland X ist der Peugeot 3008.

Beide SUVs nutzen die EMP2-Plattform des PSA-Konzerns. Auf dieser „sitzen“ mittlerweile auch der Citroën C5 Aircross und der DS7 Crossback. Gleichteile gibt es überall dort, wo es der Kunde nicht sieht. Eine Strategie, mit der PSA und seine Tochter Opel die Kosten möglichst gering halten möchten.

Äußerlich unterscheiden sich die Modelle der einzelnen Marken natürlich: Auf der Motorhaube des Opels sind drei markante Linien, die Haube des 3008 hingegen ist glattgebügelt. Das LED-Tagfahrlicht knickt beim Peugeot nach unten ab, die beiden äußeren Lufteinlässe sind beim Deutschen höher angebracht und dank einer Chromschwinge einen Hauch eleganter. In Summe wirkt der Peugeot etwas grimmiger als der in diesem Punkt bravere Opel.

Nüchternes Interieur

Im Innenraum gibt es wohl die größten Unterschiede zwischen 3008 und Grandland X. Wobei das Interieur des Opel-SUV im Vergleich zu den vielen Konkurrenten ernüchternd wirkt. Alle Elemente sind recht einfach gehalten – mit dem Vorteil, dass es weniger Knöpfe gibt – und in einem schlichten Design umgesetzt. Der Fahrer blickt auf eine analoge Instrumententafel (im 3008 sind es digitale Anzeigen); einziges digitales Element ist die Anzeige des Bordcomputers. Über das Lenkrad lassen sich der Tempomat (links) und das Radio (rechts) bedienen.

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Das Infotainment-System besteht neben dem Radio aus einem Navigationssystem und der Möglichkeit das eigene Mobiltelefon zu koppeln. Über Bluetooth ist das Telefon schnell mit dem System verbunden. Musik kann man allerdings nicht störungsfrei hören, da die Verbindung in unregelmäßigen Abständen stockt. Neben der E-Call-Taste am Himmel gibt es noch eine Taste für die „ON-Star-Funktionen“. Damit steuert man beispielsweise die WLAN-Verbindungen des Systems: Ein iPhone ließ sich hierüber wunderbar einfach verbinden.

Viel Platz für Insassen

Das Navi ist intuitiv gestaltet und lässt sich einfach bedienen. Auch die Sprachsteuerung funktionierte tadellos. Das Radio besitzt ein Empfangsteil für DAB-Sender und Musik läuft problemlos vom mitgebrachten USB-Stick. Beides ist gut über die Tasten am Lenkrad steuerbar. Für den Klang bringt das „R 4.0 IntelliLink“ bezeichnete Audiosystem serienmäßig sechs Lautsprecher mit, die schon eine mehr als ordentliche Klangqualität bieten. Für zusätzliche 760 Euro gibt es ein Denon-Soundsystem mit acht Lautsprechern und einem Subwoofer.

Das Platzangebot ist im Grandland X mehr als üppig: Sowohl vorne als auch hinten haben die Insassen jede Menge Freiraum. Hier macht sich der lange Radstand des Opels positiv bemerkbar. Unser Testwagen hatte zudem auch für die Rücksitzbank eine Sitzheizung. Der Kofferraum bietet ein Volumen von 514 bis 1.652 Litern. Ideal für eine mehrköpfige Familie und Ausflüge.

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Kleine Auswahl an Motoren

Bei den Motoren ist das etwa eineinhalb Tonnen schwere SUV schwach aufgestellt. Wir hatten den Turbo-Benziner mit 1,2 Liter Hubraum und Direkteinspritzung. Das Aggregat leistet 96 kW und ist seit April 2018 fit für die kommende Euro-6d-Temp-Norm. Daneben gibt es zwei Dieselantriebe, die ebenso für die neue Abgasnorm aufgerüstet beziehungsweise neu eingeführt wurden. Denn der 1,6-Liter-Diesel (88 kW), den es zum Marktstart gegeben hat, wurde kürzlich aus dem Programm genommen und durch einen etwas kleineren (1,5 Liter) aber leistungsstärkeren (96 kW) Motor ersetzt.

Daneben gibt es noch einen 130-kW-Diesel mit zwei Liter Hubraum: Diesen gibt es ausschließlich mit einem Acht-Gang-Automatikgetriebe, das nun auch für den kleineren Diesel erhältlich ist (optional). Bei dieser Auswahl ist es erstaunlich, dass nur jeder dritte Grandland mit Dieselmotor ausgeliefert wird (Statistik des Kraftfahrtbundesamt). Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Dieselanteil beim Peugeot 3008 bei knapp über 50 Prozent.

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Der „Gummibandeffekt“ beim Schalten

Vom Benziner mit seinen 130 PS sollte man keine sportliche Fahrleistung erwarten, dafür ist das Auto einfach zu schwer. Zumal der Turbo einige Umdrehungen braucht bis er für zusätzlichen Schub sorgen kann: Laut Datenblatt erreicht der Motor seine maximale Leistung bei 5.550 Umdrehungen pro Minute. Hinzu kommt noch ein „Gummibandeffekt“ beim Schalten. Die Kombination aus längerem Schaltweg und weicher Kupplung lassen kein „knackiges“ Einlegen der Gänge zu.

Davon abgesehen lässt sich das Opel-SUV angenehm fahren. Allerdings kann es bei Bodenwellen oder beim überfahren von selbst niedrigen Bordsteinen dazu kommen, dass sich die Karosserie aufschaukelt. Beim Verbrauch liegt der Grandland X bei erwartbaren sieben bis 7,5 Liter auf 100 Kilometer (kombiniert). Opel gibt den Verbrauch nach genormten Testzyklus mit 5,3 Liter an.

Wir haben den Grandland in der Modellvariante „Innovation“ getestet. Der Grundpreis liegt bei 29.250 Euro. In diesem Paket sind beispielsweise eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, 18-Zoll-Leichtmetallräder und diverse Fahrerassistenzsysteme inklusive. Die beiden Dieselmotoren sind für einen Aufpreis von 6.000 bzw. 8.500 Euro zu haben. Preislich gibt es kaum Unterschiede zwischen den Opel- und Peugeot-SUVs: Beide Basismodelle starten bei etwa 24.000 Euro; nur die Serienausstattung variiert zwischen Grandland X und 3008. So kann der geneigte Käufer neben der Optik noch über die Aufpreisliste seine Entscheidung fällen.

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