Fahrzeugproduktion Peter Kössler: „Die neue Matrix-Organisation gilt heute bereits als Benchmark“

Autor / Redakteur: Tina Rumpelt / Thomas Günnel

Audi hat ein Jahr der Extreme hinter sich: Von Shutdown zu Rekordauslieferungen. Produktionsvorstand Peter Kössler beschreibt das Krisenmanagement und gibt einen Ausblick.

Peter Kössler ist Vorstand für Produktion und Logistik bei Audi.
Peter Kössler ist Vorstand für Produktion und Logistik bei Audi.
(Bild: Audi)

Herr Kössler, ein Jahr mit Corona: Welche Spuren hat die Pandemie in der Audi-Fertigung hinterlassen?

Gravierend war vor allem der mehrwöchige Shutdown im Frühjahr 2020. Eine nie dagewesene Situation! Wir haben schon frühzeitig Krisenstäbe einberufen, die sich bis heute für unser Krisenmanagement etabliert haben. So konnten wir unsere Werke von Ende April an sukzessive wieder hochfahren, was dank eines tragfähigen Wiederanlauf-Konzeptes reibungslos funktioniert hat. Ein Beispiel dafür sind die zahlreichen und vielfältigen Schutzmaßnahmen, mit denen wir alle Arbeitsplätze „Corona-ready“ gemacht haben – von Abstands- und Hygiene-Regeln über das Tragen von OP- oder FFP2-Masken bis hin zu Schutzvorrichtungen am Band und mobilem Arbeiten. Übrigens, schon im September haben wir in der Produktion wieder ein Vor-Corona-Niveau erreicht und schließlich das Jahr 2020 sauber ins Ziel gefahren.

2020 hat gezeigt, welchen unschätzbaren Wert die EU darstellt.

Wie zufrieden waren Sie mit der Zusammenarbeit mit den Zulieferern in diesen unberechenbaren Zeiten?

Wir haben in sehr kurzer Zeit sehr vieles anders organisiert und umgesetzt als zuvor. Natürlich tauschen wir uns mit jedem Lieferanten intensiv aus, unterm Strich ist die Zusammenarbeit stets kooperativ und konstruktiv, wofür wir dankbar sind. Wir spüren eine sehr hohe Motivation bei unseren Lieferpartnern, mit uns die schwierigen Zeiten zu stemmen. Unsere Lieferanten in China etwa haben uns trotz des Lockdowns Anfang 2020 – in der Zeit haben wir ja noch produziert – weitgehend ohne Störungen versorgt. Ins Stocken kam die Versorgung später vor allem durch gesetzliche Bestimmungen in verschiedenen Ländern, zum Beispiel wegen Grenzschließungen oder Restriktionen im Transportgewerbe.