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Neue Modelle Peugeot 508: Der Löwe hat höhere Ziele

| Redakteur: Claus-Peter Köth

Die Franzosen wollen das Markenimage weiter aufwerten. Dabei kann der überarbeitete 508 helfen, der technisch alles bietet, was ein anspruchsvoller Kunde heute verlangt. Neben einem gelungenen Motorenprogramm und einer Qualitätsoffensive sind dies vor allem Gimmicks zur Vernetzung.

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Der neue Peugeot 508 wurde optisch wie technisch nochmals aufgewertet und steht stellvertretend für die angestrebte Höherpositionierung der Marke.
Der neue Peugeot 508 wurde optisch wie technisch nochmals aufgewertet und steht stellvertretend für die angestrebte Höherpositionierung der Marke.
(Foto: Peugeot)

Auf dem Pariser Autosalon feierte der neue Peugeot 508 Weltpremiere. Das Facelift soll die Höherpositionierung der Marke betonen. Neben dem neuen, auch für künftige „Löwen“-Modelle charakteristischen Kühlergrill hat der neue 508 auch topaktuelle Technik an Bord: etwa einen Touchscreen, eine Rückfahrkamera oder den Toter-Winkel-Assistenten. Das neue Modell ist als 508 Limousine ab 25.250 Euro, als Kombi 508 SW ab 26.300 Euro und als Crossover 508 RXH Hybrid4 ab 43.650 Euro bestellbar.

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Wichtigste Karosserievariante bleibt der SW, für den sich rund 80 Prozent der Käufer entscheiden. Produziert wird der Wagen für den europäischen Markt im französischen Rennes und für China in Wuhan. Marktstart in Deutschland ist Samstag, der 11. Oktober 2014. In China beginnt der Verkauf ab Januar 2015.

Laut aktuellem GTÜ-Gebrauchtwagenreport ist der Peugeot 508 bei den jüngeren Modellen das beste Fahrzeug in der Mittelklasse, wenn es um Defekte und Mängel bei der Hauptuntersuchung geht. Demnach liegt der 508 bei den ein- bis dreijährigen Fahrzeugen der Mittelklasse mit einer Mängelquote von nur 2,72 Prozent auf Platz 1 und überholte damit etablierte Mitbewerber wie Škoda Superb und Mercedes C-Klasse. „Das passt sehr gut zur konsequenten Höherpositionierung der Marke“, betont Marcel de Rycker, Geschäftsführer von Peugeot Deutschland. Diese schlage sich inzwischen auch in der Geschäftsentwicklung nieder. So verkauften die Peugeot-Händler in Deutschland erneut mehr Fahrzeuge der gehobenen Ausstattungsvarianten. Bis Ende August verzeichnete Peugeot in Deutschland 42.126 Neuzulassungen bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Das entspricht einem Marktanteil von 1,94 Prozent.

Erweitertes Antriebsspektrum

Das Antriebs-Spektrum des neuen Peugeot 508 reicht von 84 kW/115 PS bis 150 kW/204 PS. Dem stehen Verbrauchswerte zwischen 4,0 l/100 km für den sparsamsten Diesel und 5,8 l/100 km für den großen Benziner gegenüber.

Bei den Ottomotoren kommt im neuen 508 mit dem 1,6-l-THP 165 mit Start-Stopp-System erstmals ein neuer Euro-6-Motor zum Einsatz, der mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder der neuen Sechsgang-Automatik EAT6 des japanischen Zulieferers Aisin kombiniert ist. Dieses Antriebskonzept wurde 2014 erneut mit dem Titel „Engine of the Year“ ausgezeichnet. Der Nachfolger des 1,6-l-THP 155 (Euro 5) verfügt über einen Twin-Scroll-Turbolader, eine stöchiometrische Direkteinspritzung (200 bar) und eine variable Einlassnockenwellenverstellung. Er gibt eine um 9 PS erhöhte Leistung von 121 kW/165 PS ab und senkt mit Sechsgang-Schaltgetriebe die CO2-Emissionen auf bis zu 134 Gramm pro Kilometer, gegenüber mindestens 144 Gramm pro Kilometer beim Vorgänger. Das Benziner-Portfolio wird im Einstiegsbereich um den bewährten 1,6-l-VTi-120-Motor (Euro 5) mit einem automatisierten Sechsgang-Getriebe EGS6 ergänzt.

Euro-6-Diesel sollen punkten

Bei den Dieselmotoren stehen erstmals zwei BlueHDi-Triebwerke zur Wahl, beide mit Start-Stopp-System und nach Abgasnorm Euro 6 zertifiziert: Der 2,0-l-BlueHDi 180 mit EAT6 hat in der Limousine einen CO2-Ausstoß von lediglich 116 Gramm pro Kilometer. Diese 180 PS leistende Antriebsvariante wird ab Oktober 2014 auch das RXH-Angebot ergänzen. Der bewährte 2,0-l-BlueHDi 150 mit Sechsgang-Schaltgetriebe stößt sowohl in der Limousine als auch im SW nur 109 Gramm CO2 pro Kilometer aus.

Die BlueHDi-Technologie bietet laut Peugeot zwei entscheidende Vorteile: Erstens ermöglicht die SCR-Technik eine Optimierung von Verbrauch und Motorleistung, während motorinterne Abgasreinigungsmaßnahmen und NOX-Speicherkatalysatoren eine negative Wirkung auf Verbrauch und CO2-Ausstoß haben. Zweitens ist das SCR-System vor dem Rußpartikelfiltersystem (FAP) mit Additiv platziert, der ein zeitlich früheres Einsetzen der Abgasnachbehandlung nach dem Motorstart erlaubt.

Darüber hinaus gibt es noch drei Euro-5-Dieselmotoren: Den 1,6-l-e-HDi 115, in Verbindung mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder einem automatisierten Sechsgang-Getriebe EGS6. Den 2,0-l-HDi 160 mit Sechsgang-Schalt- oder Automatikgetriebe und den 2,2-l-HDi 200 mit Sechsgang-Automatikgetriebe. Dieser den GT-Versionen vorbehaltene 2,2-Liter-Diesel steht für eine hohe spezifische Leistung von über 93 PS pro Liter. Für die nötige Verdichtung sorgt ein Monoturbolader mit einer Aluminium-Titanat-Turbine.

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