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Neue Modelle Qoros: Von China nach Europa

| Autor / Redakteur: Jens Meiners / Jens Scheiner

Mehr Vorschusslorbeeren hätte man sich nicht wünschen können: Der chinesische Autohersteller Qoros war im vergangenen Jahr vermutlich Branchenthema Nummer Eins.

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Qoros stellte auf der Automesse in Guangzhou/Kanton den Qoros 3 City SUV vor.
Qoros stellte auf der Automesse in Guangzhou/Kanton den Qoros 3 City SUV vor.
(Foto: Qoros)

Auf einen fulminanten Messeauftritt in Genf folgten triumphale fünf Sterne im Euro-NCAP-Crashtest, die einem chinesischen Auto niemand zugetraut hätte. Fachwelt und Medien waren begeistert. Tatsächlich ist der Ansatz der Marke einzigartig: Der chinesische Massenhersteller Chery und ein israelischer Investor hatten sich zusammengetan, um eine Marke zu entwickeln, die weit oberhalb der lokalen Hersteller positioniert ist – und sich mit der westlichen Konkurrenz anlegen kann. Im Visier: Volkswagen, aber auch die gehobene GM-Tochter Buick. An der Entwicklung war der austro-kanadische Magna-Steyr-Konzern beteiligt, das Design übernahm der frühere VW-Designer und Mini-Chefdesigner Gert Hildebrand.

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Händlernetz wird erweitert

Doch auf den medialen Paukenschlag folgten verhaltene Marktzahlen; der Marktstart in China war enttäuschend. Bis zu 150.000 Einheiten könnte Qoros in Changshu herstellen; die tatsächliche Produktion lag heuer nicht einmal bei einem Zehntel. Es hapert am Händlernetz, und die Fahrzeuge haben bislang keine ausreichende Präsenz im Straßenbild. Inzwischen weisen die Indikatoren nach oben. 57 Händler stehen aktuell unter Vertrag, demnächst werden es 80 sein, und bis Ende 2015 hofft Qoros auf rund 200 Verkaufsstellen. Die Auftragseingänge steigen – und die höherpreisigen Varianten werden weitaus stärker nachgefragt werden als die Einstiegsmodelle. Die Klientel kommt eher aus dem oberen Käufersegment; zu den häufig genannten Kaufgründen zählt der Stolz, ein deutsch-chinesisches, lokal gefertigtes Produkt zu fahren.

Neue Werte für Qoros

An der Produktqualität kann die Zurückhaltung kaum liegen. „Das Design ist gelungen, das Chassis kompetent“, sagt Liu Hongcang, Chefredakteur des renommierten Fachmagazins „China Auto Pictorial“. Viel Anerkennung für die Leistung der Mannschaft von Qoros-Chef Volker Steinwascher: Der deutsche Manager war einst bei Volkswagen für das Nordamerika-Geschäft zuständig. Steinwascher hat es geschafft, für die neu kreierte Marke Werte wie Design, Sicherheit und Qualität zu reklamieren- Themen, mit denen sich bislang noch kein chinesischer Hersteller profilieren konnte. Mit einem erweiterten Modellprogramm will Qoros jetzt durchstarten. Vor einigen Wochen stand auf der Automesse in Guangzhou/Kanton ein neues Serienmodell und eine Konzeptstudie. Der Crossover Qoros 3 City SUV, der das Modellprogramm ab sofort ergänzt, verfügt über den bekannten 1,6-Liter-Turbo-Benziner mit 156 PS, der an ein Sechs-Gang-Schaltgetriebe oder ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt ist.

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