Unternehmensporträt Rehau: „Müssen mit den Tier-1- und Tier-2-Strukturen brechen“

Autor: Svenja Gelowicz

Der Kunststoffspezialist Rehau stemmt gerade eines der wichtigsten Entwicklungsprojekte der Unternehmensgeschichte. Wie sich der Automobilzulieferer neu aufstellt und warum das Jahr 2021 schwieriger zu bewältigen ist als das Vorjahr.

Rehau Automotive: Der Zulieferer erhofft sich einen Schub bei Kunststoffsystemen durch Elektromobilität und autonomes Fahren.
Rehau Automotive: Der Zulieferer erhofft sich einen Schub bei Kunststoffsystemen durch Elektromobilität und autonomes Fahren.
(Bild: Rehau)

Als sich ein Ring des Audi-Logos auf dem Stoßfänger-Demonstrator öffnet und eine Ladung Wasser herausschießt, ist Martin Wippermann selbst für einen kurzen Moment überrascht. „Das haben die Kollegen gut gemeint.“ Der R&D-Chef bei Rehau Automotive zeigt im Entwicklungszentrum einige Karosseriebauteile, die neue Funktionen beinhalten. Das hinter der Kunststofffront versteckte Reinigungssystem, das beispielsweise Sensoren sauber halten soll, ist nur eines davon.

Wir müssen mit den klassischen Tier-1- und Tier-2-Strukturen brechen.

Der Automobilzulieferer aus Nordbayern stemmt gerade eines der größten und wichtigsten Entwicklungsprojekte der Unternehmensgeschichte. Aus Eins-und-Eins Drei machen, nennt Wippermann die Erfolgsformel. Das besondere: Erstens steckt hinter dem F&E-Projekt kein Kundenauftrag und zweitens arbeitet der Polymerspezialist Rehau dabei eng mit dem Joint Venture Osram Continental zusammen. Solche Kooperationen sind ein Kulturwandel in der Branche, sagt Wippermann. „Wir müssen mit den klassischen Tier-1- und Tier-2-Strukturen brechen.“ Bis Mitte 2024 sollen die Systeme in Serie entstehen.

Über den Autor

 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Redakteurin im Ressort Management