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Fahrbericht

Seat Leon ST Cupra: Auto für Emotionen

| Autor: Sven Prawitz

Viel PS, bretthartes Fahrwerk und auffällige Spoiler? Das trifft nicht auf den Leon Cupra zu! Seat ist eine hervorragende Fahrwerksabstimmung gelungen; gepaart mit 300 PS wird der Leon zum absoluten Spaßmobil.

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Für Sie gefahren: Seat Leon ST Cupra.
Für Sie gefahren: Seat Leon ST Cupra.
(Bild: Sven Prawitz/»Automobil Industrie«)

Ein Auto mit 300-PS-Motor macht Spaß: vor allem wenn es ein gut abgestimmtes Fahrwerk und eine hohe Längs- und Querdynamik mitbringt. Oft sind solche Sportwagen jedoch ein Kompromiss: Auffällige Spoiler und eine brettharte Federung auf holprigen – weil ausgefahrenen – innerstädtischen Straßen sind wenig alltagstauglich. Beim Seat Leon ST Cupra ist der spanischen Volkswagen-Tochter weit mehr als ein Kompromiss gelungen.

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Ausfahrt auf der Autobahn

Die Autobahn A81 Richtung Süden beginnt in Würzburg mit der Überleitung von der A3: Hier ist die A81 noch eine Schnellstraße, frei vom Verkehrskollaps, der 100 Kilometer weiter südlich – ab Weinsberg – beginnt. Ideal, um den Cupra-Modus zu testen. In diesem reagieren das adaptive Fahrwerk, die Lenkung und das selbstschließende Differenzial sportlicher. Das Gaspedal voll durchgetreten hebt sich der Vorderwagen merklich und spätestens der markant kernige Sound zaubert dem Fahrer ein Lächeln ins Gesicht. Der Allradantrieb schiebt den Kombi mächtig an: Laut Datenblatt beschleunigt der Leon Cupra von 0 auf 100 km/h in 4,9 Sekunden – zum Vergleich: Der Porsche Cayenne Turbo ist „nur“ 0,8 Sekunden spritziger. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Seat mit 250 km/h an.

Der Leon Cupra ist deutlich sportlicher (- 1,8 s) als sein Konzern-Pendant Octavia RS von Skoda. Dafür hat der Octavia vor allem auf der hinteren Sitzbank deutlich mehr Platz.

Durch den Odenwald „kurven“

Nach etwa 80 Kilometer geht es runter von der Autobahn und durch den südlichen Odenwald Richtung Heidelberg. Der Cupra kommt gut durch die Kurven – es ist jedoch nicht das Metier des 1.545 Kilogramm schweren Kombis. Vielmehr lädt der Cupra zum zügigen Gleiten durch die langgezogene Kurven entlang des Neckars ein. Für musikalische Unterhaltung sorgt der ordentliche Klang die Hi-Fi-Anlage von Beats: Für 535 Euro Aufpreis gibt es zehn Lautsprecher, einen Zwölf-Kanal-Verstärker und einen Subwoofer mit einer Systemleistung von 340 Watt.

Das Infotainmentsystem kommuniziert über einen Acht-Zoll-Farbbildschirm. Auf dem System läuft die übliche Seat-Software mit den von der Marke gewohnten Funktionalitäten. Das Navigationssystem Plus (Aufpreis 1.115 Euro) berechnet sinnige Routen und überzeugt durch gute Echtzeitinformationen, die ein Tomtom-Softwaremodul liefert.

Unauffällig durch die Stadtmitte

Im normalen Fahrmodus schaltet das Automatikgetriebe bei knapp unter 2.000 Umdrehungen pro Minute in den nächst-höheren Gang. Damit lässt sich der kompakte Kombi entspannt durch den Heidelberger Stadtverkehr steuern. Erst im Parkhaus erleben wir eine – wenn auch kleine – Enttäuschung: Den sportlich, kernigen Klang gibt es durch einen Soundaktuator nur im Innenraum. Außen ist der Cupra hinsichtlich Klang so unauffällig wie ein Golf. Anwohner und Nachbarn werden es einem danken – und schließlich komm es ja auf den Fahrspaß für die Insassen an. Eine röhrendee Sportauspuffanlage trifft wohl momentan nicht mehr den Zeitgeist: Selbst der neue Ford Mustang GT hat eine nachbarschaftsfreundliche „Leisetaste“.

Ansonsten tut sich der 2,0-Liter-Benziner erwartbar schwer mit dem Umweltschutz: Seat gibt den kombinierten Verbrauch mit 7,2 Litern auf 100 Kilometer an. Der tatsächliche Wert hängt sehr stark von der Fahrweise ab. Aber, der Verbrauch lässt sich deutlich unter der Zehn-Liter-Marke halten – was für ein Fahrzeug dieser Kategorie sehr gut ist.

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Reisemobil mit viel Platz

Für einen Basispreis von 40.060 Euro (36.360 Euro als Fronttriebler) bekommt man mit dem Cupra ein perfekt zwischen Leistung und Fahrkomfort abgestimmtes Auto. Der große Kofferraum bietet zudem viel Platz, um mit mehreren Personen zu verreisen – oder beispielsweise für ein Fahrrad. Das Volumen beträgt 587 Liter (aufgestellte Rücksitze) beziehungsweise 1.470 Liter bei umgeklappten Rücksitzen.

Der Leon Cupra ist auch als Fünftürer erhältlich – dann sogar als „Cupra R“ mit 310 PS, Brembo-Bremsanlage und speziellem R-Design.

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 Sven Prawitz

Sven Prawitz

Technikjournalist