IoT Siemens: Neue Plattform für digitale Zwillinge und Metaversum

Von Sebastian Human

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Siemens stellte kürzliche seinen Kunden die neue Geschäftsplattform Xcelerator vor. Was kann die Plattform? Wie fügt sie sich in das Produktportfolio ein? Und welche Rolle soll das Ökosystem spielen?

Symbolbild
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(Bild: Spread GmbH )

Siemens hat eine neue, digitale Plattform mit dem Titel Xcelerator angekündigt. Mit BMW und Nvidia präsentierte der Konzern gleich zwei namhafte Zugpferde für seine Industrie-Cloud.

Was Siemens gleich an mehreren Stellen betont, ist der offene Charakter der neuen Business-Plattform. Das soll sich nicht zuletzt im Partnerökosystem zeigen. Hauptaufgabe des Angebots soll es sein, die digitale Transformation von Unternehmen in den Bereichen Industrie, Gebäude, Netze und Mobilität zu beschleunigen. Ihr Leistungsspektrum beinhaltet drei zentrale Punkte:

  • 1. ein ausgewähltes Hardware-Portfolio für das Internet of Things, Software und digitale Angebote von Siemens sowie zertifizierten Drittanbietern,
  • 2. ein Partnerökosystem, das aktuell aus über 50 Mitgliedern besteht und sich kontinuierlich entwickeln soll sowie
  • 3. einen Marktplatz, der Interaktionen und Transaktionen zwischen Kunden, Partnern und Entwicklern vereinfachen soll.

Smart Factory Day mit Werksführung

Flexibel produzieren, sinnvoll und zielführend vernetzen, Auslastung und Qualität verbessern, nachhaltig fertigen, Mitarbeiter dafür motivieren: Beim »Smart Factory Day« treffen sich Experten aus der Produktion; von Zulieferern, Automobilherstellern, Start-ups und Entwicklungsdienstleistern – und diskutieren praxisnah gemeinsame Ziele.

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Hierzu will der Konzern das gesamte Hardware- und Software-Portfolio schrittweise modular gestalten und mit der Cloud verbinden. Hinzu kommt eine Schnittstellen-Standardisierung mittels API. Eine starke technische und kommerzielle Governance stellt Siemens ebenso in Aussicht. Sie soll helfen, höchste Qualitätsstandards und Werte für alle Beteiligten zu garantieren. Bei der Entwicklung wollen sich sowohl der Konzern selbst als auch entsprechende Drittanbieter künftig an den vier Designkriterien Interoperabilität, Flexibilität, Offenheit und As-a-Service-Nutzung orientieren.

IoT-as-a-Service

Die verstärkte Ausrichtung auf As-a-Service-Angebote spiegelt sich unter anderem in den hauseigenen IIoT-Produkte wider. So plant der Konzern seine Angebote für das Industrial Internet of Things als sogenannte Industrial Operations X zu integrieren. Neben der Möglichkeit, diese dann auf Abobasis nutzen zu können, zählen hierzu Produkte und Anwendungen vom Sensor über die Edge bis in die Cloud. Hinzu kommen eine Reihe bereits gebrauchsfertiger Apps sowie die Möglichkeit auf Basis von Low-Code selbst zu entwickeln. Das Ziel ist es auch hier, die für Industrie 4.0 zentrale Verschmelzung von Daten aus der realen Welt der Automatisierung mit der digitalen Welt der Informationstechnologie zu fördern.

Partnerschaft mit Nvidia für den digitalen Zwilling

Nach Aussage von Siemens stelle der prominent verkündete Ausbau der Partnerschaft mit Nvidia die erste große Partnerschaft unter dem Dach von Xcelerator dar. Gemeinsam wolle man ein industrielles Metaversum erschaffen. Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist es, den Einsatz KI-basierter Digital-Twin-Technologie weiter zu forcieren. Speziell auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz soll Nvidia Fachwissen und Technik in die Partnerschaft einbringen.

In einem ersten Schritt planen beide Partner, die offene Business-Plattform mit Nvidias Omniverse zu verknüpfen. Dabei handelt es sich um eine Plattform für 3D-Design und Zusammenarbeit. In der Folge soll ein industrielles Metaverse mit physikalisch gestützten, digitalen Modellen entstehen. Eine KI-basierte, physikalisch genaue Echtzeitsimulation soll sie ergänzen.

Globale Hürden gemeinsam nehmen

Unter dem Motto „accelerate your digital transformation“ zeigte die Runde also ein für Siemens neues Geschäftsmodell. Es soll die Kundinnen und Kunden des Konzerns befähigen, den digitalen und ökologischen Transformationsprozess zu gestalten – und hierfür ein für Partner offenes Umfeld, also ein Business-Ökosystem, zu nutzen. Aus Sicht von Siemens ist diese Weiterentwicklung der hauseigenen IoT-Strategie die logische Reaktion auf das komplexer werdende wirtschaftliche und geopolitische Umfeld.

Gemeint sind natürlich Klimaveränderung, demografischer Wandel und Digitalisierung. Aber auch die Corona-Pandemie und nicht zuletzt der Krieg in der Ukraine haben gezeigt, wie sehr Industrie und Wirtschaft von stabilen Lieferketten abhängig sind und wie schnell diese fragilen Konstrukte reißen oder zumindest unterbrochen werden können.

Siemens selbst bekräftigt mit der Markteinführung seine Wachstumsziele für das Digitalgeschäft, die auf dem Kapitalmarkttat 2021 verkündet wurden. Über den gesamten Geschäftszyklus hinweg rechnet das Unternehmen mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum der Digitalumsätze von zehn Prozent. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 lag der Umsatz im Digitalgeschäft bei 5,6 Milliarden Euro.

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