Fahrbericht

Skoda Kodiaq RS: Erstes Power-SUV kommt als Diesel

| Autor: Jens Scheiner

Der Kodiaq RS ist das erste Power-SUV von Skoda. Wir haben das Dickschiff in einem unauffälligen Stahl-Grau und auf 20-Zoll Leichtmetallfelgen getestet.
Der Kodiaq RS ist das erste Power-SUV von Skoda. Wir haben das Dickschiff in einem unauffälligen Stahl-Grau und auf 20-Zoll Leichtmetallfelgen getestet. (Bild: »Automobil Industrie«/Jens Scheiner)

Der Trend der Performance-SUV macht auch vor Skoda nicht Halt: Erstmalig hat der Hersteller einem SUV das Kürzel RS verpasst und ihm auch gleich noch den bis dato stärksten Dieselmotor der Unternehmensgeschichte spendiert. Wir haben das Power-SUV in Stahl-Grau getestet.

Seit dem Jahr 2000 kennzeichnet die Buchstabenkombination RS (Rally Sport) die besonders sportlichen Serienmodelle von Skoda. Bereits im vergangenen Jahr konnten wir uns vom Octavia Kombi RS im knalligen Rallye-Grün Metallic und dem 2.0l TSI mit 169 kW/230 PS mit 350 Newtonmetern Drehmoment ein Bild der Performance Fahrzeuge machen.

Diesmal rollt ein Kodiaq RS in einem unauffälligen Stahl-Grau und auf 20-Zoll Leichtmetallfelgen auf unseren Hof. Stoßfänger, Seitenschweller und Türgriffe haben die Designer ebenfalls im RS-Look modelliert und in der Wagenfarbe lackiert. In Kombination mit dem schwarzen, markanten Kühlergrill in 3-D-Optik, dem neuen, roten VRS-Logo darauf sowie den rot lackierten Bremssätteln und dem roten Reflektor in der Heckschürze, der sich über die gesamte Fahrzeugbreite zieht, verleiht das „Mausgraumatt“ dem Fahrzeug einen ausgesprochen sportlichen Touch.

Zu diesem Eindruck tragen auch die beiden markanten Endrohre der Abgasanlage bei, die mit einem Soundgenerator ausgestattet sind. Dieser sitzt in der Nähe des Auspuff-Endrohrs und verstärkt das Grummeln der Abgasanlage. Dabei wirkt der Sound im Sportmodus weder prollig noch künstlich –aber hier scheiden sich die Geister. Dem einen gefällt´s, dem anderen nicht.

Drehfreudiger Selbstzünder

Sportlichkeit verspricht auch das Triebwerk: Für das erste Performance SUV der Marke bieten die Tschechen diesmal keinen Benziner an, sondern lediglich einen einzigen Diesel. Der 2.0 TDI mit 176 kW/240 PS bringt es auf ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmetern. Zwei Turbolader sorgen dafür, dass die Kraft bereits bei 1.750 Touren zur Verfügung steht. Die Kraft ist beim Tritt auf das Gaspedal deutlich zu spüren: Das SUV beschleunigt in 7,0 Sekunden von Null auf Tempo 100. Offiziell ist bei 221 km/h Schluss. Auf unseren Testfahrten auf der Autobahn haben wir bei 210 km/h aufgehört das Pedal Richtung Boden zu drücken, obwohl noch reichlich Luft nach oben beziehungsweise unten war.

Der Motor ist für einen Diesel erstaunlich laufruhig und kommt selbst im unteren Drehzahlbereich schnell auf Touren, ohne dabei angestrengt zu wirken. Aber auch im oberen Drehzahlbereich hat das Aggregat noch Reserven und man spürt auch bei 170 km/h noch einen ordentlichen Schub nach vorne. Dabei macht das Siebengang-DSG einen guten Job, schaltet schnell hoch und runter.

Das 1,9 Tonnen schwere SUV lässt sich erstaunlich gut manövrieren, egal welche Geschwindigkeit der Digitaltacho anzeigt. Die Progressivlenkung ist im Sportmodus gut abgestimmt, reagiert prompt und präzise auf Lenkbefehle ohne dabei zu schwammig zu sein. Gleiches gilt für das Fahrwerk: Es lässt verhaltene Wankbewegungen zu, liegt dennoch bretthart auf der Straße und erlaubt damit zackig gefahrene Rechts-Links-Kombinationen. Auch lässt sich das Dickschiff in engen Biegungen und mit zunehmendem Tempo sicher steuern. Mitverantwortlich ist auch der serienmäßige Allradantrieb, der durch die gleichmäßige Verteilung der Kraft für die nötige Traktion sorgt – gerade wenn die Fahrbahn rutschig oder feucht ist. Lediglich bei Unebenheiten im Asphalt fängt das SUV leicht an zu versetzen und schiebt etwas quer.

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Ausgewogenes Fahrwerk

Im Komfort-Modus auf der Landstraße sinkt nicht nur der Verbrauch von 10,8 Liter auf 7,9 Liter pro 100 Kilometer, sondern auch der Geräuschpegel im Auto: Zum einen verschwindet das Blubbern und zum anderen der Fahrtwind im Innenraum, der ab 160 km/h deutlich zu vernehmen ist. Und auch das Fahrwerk federt Schlaglöcher jetzt weicher weg – der Abrollkomfort ist gut. Das gilt auch für Kopfsteinpflaster oder Geschwindigkeitspoller in der Innenstadt. Wer mit dem Kodiaq auch einmal ins (leichte) Gelände möchte, so wie der Redakteur dieses Beitrags, der kann das ohne Probleme tun.

Dank Allradantrieb und Offroad-Assistent macht das 1,9 Tonnen schwere SUV auch in leichtem Gelände einen guten Eindruck. Das Gaspedal reagiert weniger empfindlich, die Bremsen sind sensibler eingestellt und das System bewegt das Fahrzeug konstant langsam voran. Insgesamt stehen sechs Fahrprofile zur Wahl, die sich über den zentralen Touchscreen aktivieren lassen. Das virtuelle Cockpit kennt man von Volkswagen, Skoda hat hier nur die grafische Darstellung etwas angepasst.

Sportlicher Innenraum

Materialauswahl und Verarbeitung im Innenraum sind gut: Der Armaturenträger ist aufgeschäumt, die bequemen Sportsitze mit integrierten Kopfstützen sind mit roten Nähten verziert, die Türinnenseiten sind mit Alcantara überzogen und die Zierleisten sind im Carbon-Look gehalten. Alles wirkt sportlich und wertig. Die Rücksitze sind bequem und geben wie die Vordersitze sehr guten Seitenhalt in schnellen Kurven. Außerdem lassen sich die hinteren Sitzflächen verschieben und die Lehnen neigen.

Zudem haben die Passagiere auf der Rückbank jede Menge Platz sowie eine Steckdose, einen 12-Volt- und einen USB-Anschluss. Und auch der Kofferraum bietet mit 530 beziehungsweise 1.960 Litern ausreichend Platz und ist mit vielen praktischen Features ausgestattet: Die Rückbank lässt ich vom Kofferraum aus umklappen, ein Zwischenboden bietet Platz für Kleinkram, ein Netz sowie verschieb- und arretierbare Taschenhaken verhindern das Verrutschen von Gepäck.

Auch in Sachen Sicherheits- und Assistenzsystemen ist der RS-Kodiaq gut bestückt: Serienmäßig sind adaptive LED-Vollscheinwerfer, eine City-Notbremsfunktion mit Personenerkennung und Allradantrieb an Bord. Aufpreise werden fällig für die üblichen Assistenzsysteme wie Abstandsradar, das Navigations- und Kommunikationssystem, eine 360-Grad-Kamera, elektrische Heckklappe, Anhängerkupplung oder die dritte Sitzreihe. Dann werden für den Skoda Kodiaq RS weit mehr als die 49.990 Euro Grundpreis fällig.

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