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Fotokunst Stadt der Retro-Automobile

Autor / Redakteur: SP-X/Hanne Lübbehüsen / Thomas Günnel

In dieser amerikanischen Stadt wäre so mancher Autoliebhaber gern mal unterwegs: In Elgin Park gibt es nur Autos aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Gleichzeitig existiert die ganze Stadt nur, weil es diese Autos gibt. Zu kompliziert? Eigentlich ganz einfach, man muss nur einen Schritt zurück treten.

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In der amerikanischen Stadt Elgin Park gibt es nur Autos aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Gleichzeitig existiert die Stadt nur, weil es diese Autos gibt. Mit etwas Abstand wird klar, wie das funktioniert.
In der amerikanischen Stadt Elgin Park gibt es nur Autos aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Gleichzeitig existiert die Stadt nur, weil es diese Autos gibt. Mit etwas Abstand wird klar, wie das funktioniert.
(Foto: Michael Paul Smith)

Eine amerikanische Kleinstadt, wir schreiben das Jahr 1958. Vor der Feuerwache hängt die Landesflagge, daneben parkt ein blitzblankes, nagelneues Löschfahrzeug. Ein Fotograf hat diese Szenerie zur Feier des Tages festgehalten. Hätte er auch noch den nächsten Moment geknipst, käme der Feuerwehrchef aus der Wache gelaufen um sich stolz vor seinem neuen Lkw zu postieren, möchte man meinen. Aber dem ist nicht so. Denn im nächsten Moment hat sich der Fotograf aus der Hocke erhoben und Feuerwehrauto und Straße wieder eingepackt.

Es ist auf den ersten Blick kein ungewöhnliches Hobby, das Michael Paul Smith hat. Er fotografiert gern, Modell stehen häufig seine Autos. Davon hat der Amerikaner mehr als 300 Stück, die alle etwa aus der Mitte des 20. Jahrhunderts stammen. Der 63-Jährige hat sie über die vergangenen 30 Jahre gesammelt. Sie sind etwa handflächengroß, aus Metall und sehen den echten zum Verwechseln ähnlich.

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Die perfekte Illusion

Sie schaffen die Illusion, die die Fotos von Smith hervorrufen. Ein schwarzer Pickup zieht einen roten Ford Thunderbird aus dem verschneiten Straßengraben, im Hintergrund winterlich-kahle Bäume und bunte Villen. In einer Wohnsiedlung liefert ein Transporter eine neue Waschmaschine an. Vor einer Kirche parkt ein historisches Cabrio. Es ist die Perspektive, die Smith für seine Bilder wählt, die die Modellautos und den realen Hintergrund zusammen wachsen lässt. Kleine Details, wie eine ans Auto gestellte Schaufel beim Pickup oder ein Bordstein, an dem das Cabrio parkt, machen die Illusion perfekt.

Denn die kahlen Bäume, die Villen, die Wohnsiedlung, die Kirche – alles ist echt. Tritt der Hobby-Fotograf einen Schritt zurück und knipst sein Set-up wird die Szene klar: Auf einer selbstgebastelten Straße, die auf einem Klapp-Tisch liegt, arrangiert Smith seine Modellautos und positioniert sie so, dass die Perspektive, aber auch Licht und Schatten zum realen Hintergrund passen. „Die Spezialeffekte sind total alte Schule“, meint Smith. Er sei kein technikaffiner Mensch. Blitzgeräte, Schirmreflektoren, Belichtungsmesser seien nichts für ihn. „Ich komme gerade so mit meiner Kamera zurecht.“

Kein „Bildbearbeitungs-Fake“

Selbstredend sind seine Fotos daher auch nicht mit Photoshop bearbeitet – fast nicht. Um einen Retro-Look hinzubekommen, benutze er das Nachbearbeitungsprogramm zu Beispiel, oder auch, um mal eine Person, die unbemerkt ins Bild gelaufen sei, zu entfernen. Niemals aber, so schwört er, um etwas in eines seiner Bilder hinein zu „photoshoppen“.

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