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Plastal Stoßfängerlieferant insolvent

| Redakteur: Bernd Otterbach

Einer der größten Stoßfängerlieferanten Europas, die schwedische Plastal Holding, hat am Donnerstag Insolvenz angemeldet. Als Grund für die Zahlungsunfähigkeit gab das Management den scharfen Abschwung in der Automobilindustrie an. Das Portfolio von Plastal umfasst neben Stoßfängern auch eine Vielzahl von Kunststoffteile für den Außen- und Innenbereich von Fahrzeugen.

Konzernchef Roar Isaksen sagte, man habe „bis zuletzt alles versucht“, dennoch sei die Zahlungsunfähigkeit nicht zu vermeiden gewesen. Die Produktion soll unter einem Insolvenzverwalter vorerst weitergeführt werden. Er gehe davon aus, dass „jede rechtlich eigenständige Einheit bei der jeweils zuständigen Gerichtsbarkeit ihres Standorts Insolvenz anmelden muss“. Auch eine Kapitalzufuhr durch den Haupteigner Nordic Capital Fund V habe wegen der dramatischen Verschlechterung der Lage auf allen Kernmärkten nicht gereicht, um eine Insolvenz zu verhindern. Für 2009 müsse man mit einem Einbruch der Nachfrage um 40 Prozent rechnen.

Von den weltweit 7.000 Beschäftigten haben 1.800 ihren Arbeitsplatz bei deutschen Töchtern. Im Werk Pappenheim arbeiten 541 Mitarbeiter, in Essen 372, in Büddenstedt 340, in Sinntal 315, in Weißenburg 207 und in Renningen 24. Die deutschen Standorte entstanden aus den 1930 gegründeten Rheinischen Spritzgusswerken, die später unter dem Namen Dynamit Nobel Kunststoff firmierten. Diese wurden im November 2005 an die schwedische Plastal Gruppe verkauft. Der deutsche Hauptsitz ist im bayerischen Weißenburg angesiedelt.

dpa/AI

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