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Karriere Studie: Automobilbranche verliert an Beliebtheit bei Young Professionals

Autor: Jens Scheiner

Die Automobilindustrie verliert bei Akademikern an Beliebtheit. Was ein attraktiver Arbeitgeber mitbringen muss um junge Talente zu überzeugen, zeigt die aktuelle Studie von Universum.

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Die Automobilbranche verliert dem Arbeitgeberranking von Universum zufolge bei Young Professionals aus allen Fachbereichen erstmals deutlich an Beliebtheit.
Die Automobilbranche verliert dem Arbeitgeberranking von Universum zufolge bei Young Professionals aus allen Fachbereichen erstmals deutlich an Beliebtheit.
(Bild: Audi)

Mit Google steht in diesem Jahr erstmals ein IT-Unternehmen an der Spitze der Rankings der attraktivsten Arbeitgeber junger Berufstätiger mit einem Studienabschluss in Wirtschaftswissenschaften. In den vergangenen zehn Jahren war diese Position ausnahmslos Automobilunternehmen vorbehalten. Porsche behauptet sich auf dem zweiten Platz und ist damit als einziger OEM unter den Top 3 vertreten. Lufthansa folgt auf dem dritten Platz.

Insgesamt verliert die Automobilbranche bei Young Professionals aus allen Fachbereichen erstmals deutlich an Beliebtheit. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Young Professional Survey 2020 von Universum, auf dem die jährlich erstellten Rankings der attraktivsten Arbeitgeber basieren. Das auf Employer Branding spezialisierte Beratungsunternehmen hat dafür in diesem Jahr über 14.000 junge Berufstätige aus den Disziplinen Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwesen, IT/Informatik und Naturwissenschaften im Frühjahr 2020 in Deutschland befragt.

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Young Professionals: Ingenieure zieht es in die Autoindustrie

Für junge Ingenieure sind dagegen auch in diesem Jahr Automobilhersteller die attraktivsten Arbeitgeber: Auf dem ersten Platz rangiert Porsche, gefolgt von BMW. Audi und Daimler teilen sich den dritten Rang. Allerdings müssen alle vier Unternehmen einen Verlust an Prozentpunkten hinnehmen.

„Die negative Berichterstattung über die Automobilunternehmen spiegelte sich bislang kaum in den Arbeitgeberrankings der Young Professionals wider. Das hat sich im aktuellen Ranking geändert. Lediglich Porsche kann sich dem Trend entziehen. Vieles spricht dafür, dass die Automobilindustrie im Umbruch steckt, der durch die aktuellen Entwicklungen im Rahmen der Corona-Pandemie noch verstärkt und beschleunigt wird“, kommentiert Tina Smetana, Country Manager Germany bei Universum, die Rankings.

Google oder Microsoft, Fraunhofer oder Max-Planck-Gesellschaft?

Auch junge Berufstätige mit einem Abschluss in IT/Informatik möchten am liebsten bei Google arbeiten. Das Unternehmen kann seinen ersten Platz verteidigen. Mit Microsoft weiterhin auf dem zweiten und Apple neu auf dem dritten Rang stehen in diesem Fachbereich ausschließlich IT-Unternehmen an der Spitze des Rankings.

Im Ranking der attraktivsten Arbeitgeber der Naturwissenschaftler klettert die Fraunhofer-Gesellschaft in diesem Jahr vier Plätze nach oben an die Spitze, gefolgt von der Max-Planck-Gesellschaft, die fünf Plätze aufsteigt. Auf Platz 3 folgt Roche.

Young Professionals wollen Flexibilität

Fachübergreifend hat sich die Anzahl der Arbeitgeber, die Young Professionals für einen späteren Job in Betracht ziehen, in den vergangenen fünf Jahren deutlich erhöht. Mit einer Steigerung um durchschnittlich zehn Unternehmen trifft das vor allem für die Fachbereiche Business und Informatik zu. Arbeitgeber konkurrieren damit stärker um die Talente. „Vor diesem Hintergrund ist es unter anderem interessant, was junge Berufstätige mit dem ‚Arbeitsplatz der Zukunft‘ verbinden“, sagt Tina Smetana.

Der Universum Young Professional Survey 2020 zeigt: An erster Stelle stehen fachübergreifend Flexibilität, Homeoffice, Innovation, Work-Life-Balance und Flexible Arbeitszeiten. „Interessant ist, dass junge Berufstätige auf genau diese Eigenschaften Wert legen, wenn es darum geht, was Unternehmen attraktiv macht“, so Smetana weiter.

Innovationen machen Arbeitgeber attraktiver

Ein attraktives Grundgehalt ist nach wie vor die wichtigste Eigenschaft, die Unternehmen in der Gunst der Young Professionals mit einem Studienabschluss in Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwesen, IT/Informatik oder Naturwissenschaften steigen lässt. Flexible Arbeitsbedingungen sind für Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich wichtiger geworden und liegen auf Platz 2 im Ranking der attraktivsten Arbeitgebereigenschaften.

Auch Work-Life-Balance ist für Young Professionals dieser vier Fachbereiche von Bedeutung: Für junge Wirtschafts- und Naturwissenschaftler gehört sie zu den Top 3 der attraktivsten Arbeitgebereigenschaften, für junge Ingenieure und Informatiker zu den Top 5. Für die beiden zuletzt Genannten spielt auch Innovation im Vergleich zum Vorjahr eine größere Rolle. Während Innovation bei Young Professionals aus der IT/Informatik von Rang 10 auf 5 kletterte, stieg sie bei den Ingenieuren von Rang 9 auf Rang 7.

Über den Universum Young Professional Survey 2020 in Deutschland

Die Universum-Arbeitgeberrankings der Young Professionals 2020 basieren auf einer zwischen Oktober 2019 und April 2020 durchgeführten Umfrage unter 14.220 Young Professionals in ganz Deutschland. Als Young Professionals gelten dabei Akademikerinnen und Akademiker, die bis zu 40 Jahre alt sind und mindestens ein und höchstens acht Jahre Berufserfahrung nach Abschluss des Studiums haben. Die Befragten gaben unter anderem Auskunft darüber, bei welchen Unternehmen sie gerne arbeiten möchten, nach welchen Kriterien sie Arbeitgeber bewerten, welche Gehaltsvorstellungen sie haben und welche langfristigen Karriereziele sie verfolgen.

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Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE