Neue Mobilität

TU Delft baut V-förmigen Flugzeugprototyp

| Autor / Redakteur: Mario Hommen/SP-X / Maximiliane Reichhardt

Noch in diesem Jahr soll das Flying-V abheben.
Noch in diesem Jahr soll das Flying-V abheben. (Bild: KLM)

Bei herkömmlichen Jets sind Rumpf und Flügel getrennt. Bei einem neuen Flugzeugtyp namens Flying-V verschmelzen hingegen Flügel und Rumpf. Die Bauform soll helfen, CO2 zu sparen.

Als Student der TU Berlin stellte Justus Benad 2015 den Entwurf eines Flugzeugs vor, bei dem Rumpf und Flügel eine Einheit bilden - das sogenannte Flying-V war geboren. Der Clou: Die beiden V-förmig angeordneten Flügel dienen zugleich als große Kabine für mehrere hundert Passagiere als auch größere Mengen Fracht. Die futuristische wirkende Bauform soll vor allem aerodynamische Vorteile generieren, was wiederum dabei helfen soll, gegenüber herkömmlichen Jets 20 Prozent Kerosin und entsprechend viel CO2 einzusparen.

Prototyp Flying-V

Nun soll der V-Flieger Wirklichkeit werden. Realisieren will ihn die TU Delft mit finanzieller Unterstützung der Fluggesellschaft KLM. Der im Bau befindliche Prototyp soll bereits im Herbst erstmalig abheben. Das Engagement von KLM hat einen einfachen Grund: Wie andere Fluggesellschaften stehen auch die Holländer unter Druck, effizientere Alternativen zu finden, um Vorgaben zur Dekarbonisierung erfüllen zu können. Bereits ab nächstem Jahr will die im stetigen Wachstum befindliche Branche ihren CO2-Ausstoß auf Vorjahresniveau einfrieren. Bis 2050 sollen die CO2-Emissionen gegenüber dem Wert im Jahr 2005 um 50 Prozent sinken. Unter anderem hat deshalb Easyjet Ende 2018 angekündigt, ab 2030 elektrisch getriebene Jets für den Kurzstreckeneinsatz einsetzen zu wollen. Das Flying-V könnte hingegen für Einsparungen im Langstreckeneinsatz sorgen.

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Der V-Flieger soll ähnlich wie ein Airbus A350 bis zu 314 Passagiere und 160 Kubikmeter Frachtgut transportieren können. Für das neue Konzept will die TU Delft zugleich neue und für die Passagiere vorteilhafte Konzepte bei Sitzanordnung, Stuhldesign und Nasszellenaufteilung entwickeln. Auch Menschen, die in der Nähe von Flughäfen wohnen, sollen profitieren, denn dank der auf der Oberseite der Flügel montierten Triebwerke ist das Flugzeug selbst zugleich Lärmschutzwand.

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