E-Mobilität Volkswagen gründet SE für Batteriegeschäft

Von Andreas Wehner

Ein neues Tochterunternehmen soll das Batteriegeschäft bei Volkswagen bündeln. Das Unternehmen ist unter anderem für den Aufbau der geplanten Zellfertigung zuständig.

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(Bild: Volkswagen)

Volkswagen gründet für sein Batteriegeschäft eine Europäische Aktiengesellschaft (Société Européenne, SE). Die neue Tochter solle alle Aktivitäten von der Rohstoffverarbeitung über die Entwicklung der Volkswagen-Einheitszelle bis zur Steuerung der geplanten europäischen Gigafabriken übernehmen, teilte Volkswagen mit. Auch neue Geschäftsmodelle rund um die Weiterverwendung ausgedienter Fahrzeugbatterien bis hin zum Recycling der Rohstoffe sollen zum Aufgabenbereich gehören. Zentrum der Aktivitäten wird der Standort Salzgitter.

Um den steigenden Zellbedarf des Konzerns zu decken, will Volkswagen europaweit sechs Gigafabriken aufbauen. 2025 soll die Zellfertigung in Salzgitter starten: Die niedersächsische Gigafabrik wird Einheitszellen für das Volumensegment des Volkswagen Konzerns fertigen. In der ersten Ausbaustufe soll die Fabrik 20 Gigawattstunden Jahreskapazität produzieren, eine Verdoppelung auf 40 Gigawattstunden ist geplant. Im Rahmen der aktuellen Planungsrunde investiert der Volkswagen Konzern massiv in den Aufbau der dortigen Zellfertigung. Insgesamt sind bis zum Hochlauf der Serienproduktion rund 2 Milliarden Euro für Bau und Betrieb der Gigafabrik Salzgitter vorgesehen.

Produktionsmitarbeiter von Motoren auf Batterien umschulen

Perspektivisch soll die Fabrik in Salzgitter mehr als 2.500 Menschen beschäftigen, vornehmlich Mitarbeiter aus dem Motorenwerk Salzgitter. Diese sollen mit Schulungsmaßnahmen auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet werden.

Als weitere Standorte für die geplanten Gigafabriken sind derzeit Spanien und Osteuropa im Gespräch. Die genauen Standorte sollen in der ersten Jahreshälfte 2022 festgelegt werden. Bis 2030 will Volkswagen noch zwei weitere Zellfabriken in Europa eröffnen.

Partner Northvolt

Parallel zum Aufbau dieser fünf Gigafabriken durch die neu gegründete SE verantwortet das schwedische Start-up Northvolt AB, an dem Volkswagen mit rund 20 Prozent beteiligt ist, den Aufbau einer weiteren Fabrik im nordschwedischen Skellefteå. Sie wird ab 2023 Batteriezellen für Premium-Fahrzeuge produzieren. In der vergangenen Woche hat das Unternehmen bereits zwei strategische Partnerschaften mit Umicore und 24M sowie ein langfristiges Lieferabkommen mit Vulcan Energy Resources vereinbart.

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