Digitales Netzwerk Volkswagen tritt Catena-X bei

Autor / Redakteur: dpa / Tanja Schmitt

Volkswagen ist jetzt auch Mitglied der Cloud-Initiative Catena-X – wie schon BMW, Daimler, Bosch und ZF. Durch den Datenaustausch soll vor allem die Produktivität steigen.

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Volkswagen ist dem Cloud-Netzwerk Catena-X beigetreten.
Volkswagen ist dem Cloud-Netzwerk Catena-X beigetreten.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen ist der Initiative Catena-X beigetreten. Die derzeit 25 Mitglieder wollen gemeinsam einheitliche Standards für Daten- und Informationsflüsse in der Autoindustrie schaffen. VW verspricht sich durch den Datenaustausch eine effizientere und transparentere Produktion und Lieferketten.

Was ist Catena-X?

Die Initiative „Catena-X“ will mehr Datenaustausch erreichen: unter anderem für eine bessere Versorgungssicherheit, das schnellere Abwickeln von Rückrufen und das Überwachen, ob Klimaschutz-Regeln eingehalten werden. Außerdem biete das Netzwerk große Chancen, um die Digitalisierung in der Produktion und die Entwicklung des autonomen Fahrens voranzutreiben, sagte Daimler-Chef Ola Källenius bereits Anfang März bei einer Online-Veranstaltung des Bundeswirtschaftsministeriums und des Branchenverbands VDA. Das Industrie-Netzwerk will sich als eingetragener Verein (e.V.) organisieren.

BMW will Wildwuchs vermeiden

„Wir müssen einen Wildwuchs aus zig verschiedenen Netzwerken vermeiden“, kommentierte BMW-Chef Oliver Zipse bereits im März das Netzwerk. „Es wäre ein Riesenaufwand, wenn wir uns da nicht zusammentun würden.“ Außerdem ließen sich Schnittstellen zum Aufbau der europäischen Cloud- und Dateninfrastruktur Gaia-X nutzen – hier ist auch VW beteiligt. Die Branche will auch kleinere Firmen in die Datenketten einbeziehen.

Zipse nannte die Prüfung der Nachhaltigkeit von Lieferketten als Anwendungsfall. Die Autobranche ringt derzeit etwa mit gravierenden Engpässen bei Halbleitern und anderen wichtigen Elektronik-Bauteilen. Ein Lieferketten-Gesetz soll überdies die Gewährung von Sozial-, Umweltschutz- und Menschenrechtsstandards international absichern.

Laut des BMW-Chefs hängt zudem die „Rückruf-Fähigkeit“ bei Autos von der Fähigkeit zur Vernetzung untereinander ab. Auch Ola Källenius sagte: „Es wäre nicht sinnvoll, wenn jedes Unternehmen seinen eigenen Standard entwickelt. Jetzt zu sagen, wir wollen einen Industriestandard setzen, halten wir für goldrichtig.“

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