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Neue Mobilität

Vollautomatisiertes Straßenbahn-Depot mit autonomer Tram

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Im Forschungsprojekt „Astrid“ soll binnen drei Jahren ein digitales Depot auf Basis einer autonom fahrenden Tram entwickelt werden. Auf die selbstfahrende Tram konzentriert sich Siemens Mobility.

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Das Institut für Technik der Informationsverarbeitung (ITIV) des KIT bringt die Expertise zur Spezifikation und Digitalisierung der Betriebshöfe, der Automatisierung von Prozessen und der Identifikation der dafür benötigen Daten ein.
Das Institut für Technik der Informationsverarbeitung (ITIV) des KIT bringt die Expertise zur Spezifikation und Digitalisierung der Betriebshöfe, der Automatisierung von Prozessen und der Identifikation der dafür benötigen Daten ein.
(Bild: Siemens)

Siemens Mobility, die Verkehrsbetriebe Potsdam (VIP), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM), die Codewerk GmbH und Mapillary forschen gemeinsam an einem vollautomatisierten Straßenbahndepot. Das Projekt trägt den Namen „Astrid “(„Autonome Straßenbahn im Depot“) und wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) gefördert.

Ziel des Projektes: Die Entwicklung eines digitalen Betriebshofes

Die Umsetzung des Forschungs- und Entwicklungsprojekts soll auf dem Betriebshof des Verkehrsbetriebs Potsdam erfolgen. Ziel sei die Entwicklung eines digitalen Betriebshofes auf Basis einer autonom fahrenden Tram. Die technische Machbarkeit wird mit autonomen Servicefahrten demonstriert, beispielsweise durch eine Waschanlage zu einem Abstellgleis. Mittelfristig soll die Depotautomatisierung als eine erste Stufe des autonomen Fahrens kommerziell nutzbar gemacht werden. Bei der Entwicklung soll von Anfang an berücksichtigt werden, welche rechtlichen Rahmenbedingungen für die Genehmigung und den Betrieb einer autonom fahrenden Straßenbahn zu beachten sind und in welchen ökonomischen Rahmen ein operativer Betrieb abzubilden wäre. Das Projekt startet im Oktober 2019, die Projektdauer beträgt drei Jahre.

Die Aufgaben der Projektteilnehmer

Die Verkehrsbetriebe Potsdam stellt das Fahrzeug und die Depot-Infrastruktur zur Verfügung und ermöglicht den Zugang zu den benötigten Daten, Systemen und Anlagen. „Es geht insbesondere um die Überprüfung, ob und wie zeitintensive Rangierprozesse auf einem Betriebshof automatisiert werden können“, sagt Monty Balisch, Geschäftsführer bei VIP. Das Institut für Technik der Informationsverarbeitung des KIT bringt die Expertise zur Spezifikation und Digitalisierung der Betriebshöfe, der Automatisierung von Prozessen und der Identifikation der dafür benötigen Daten ein. Das IKEM analysiert und bewertet währenddessen die rechtlichen und ökonomischen Fragestellungen im Rahmen des Projekts. „Dass der Fahrer im System als Bezugspunkt von Verantwortung fehlt, stellt die Genehmigung des Betriebs vor große Herausforderungen.

Für Szenarien der kommerziellen Nutzung reicht es dagegen nicht, davon auszugehen, dass lediglich der Fahrer als Kostenposition fortfällt. Andere Aufgabenträger im System werden an Bedeutung gewinnen und auch die neue Technik muss berücksichtigt werden. Es handelt sich also um ein ganz neues Betreibermodell für den Betriebshof“, sagt Matthias Hartwig, Teamleiter Mobilität, IKEM. Codewerk ist auf industrielle Systeme spezialisiert und entwickelt unter anderem Software für die Datenkommunikation auf Schienenfahrzeugen. Das Unternehmen realisiert im Projekt die Cloud- und Edge-Komponenten zur datentechnischen Integration aller Systeme.

Mapillary dagegen stellt eine cloudbasierte Online-Plattform zur gemeinschaftlichen Sammlung und öffentlichen Bereitstellung von Straßenbildern und -informationen bereit. Diese Daten werden mit Künstlicher Intelligenz analysiert und zu digitalem Kartenmaterial verarbeitet.

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