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Modellpalette VW Amarok: Ab Mai ist in Europa Schluss

Nachdem Daimler die X-Klasse beerdigt hat, baut VW demnächst die Amarok-Fertigung in Hannover zurück. Das war schon länger klar – das Ende kommt aber früher als ursprünglich geplant. Komplett schließt Volkswagen mit dem Pick-Up aber nicht ab.

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Das weltweite Amarok-Volumen war im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent rückläufig.
Das weltweite Amarok-Volumen war im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent rückläufig.
(Bild: VW)

Nach der X-Klasse ist nun auch das Ende eines weiteren Pick-Ups auf dem deutschen Markt terminiert. Ursprünglich war vom Produktionsende des Amarok im kommenden Jahr die Rede gewesen. Wie den Volkswagen-Partnern bereits mitgeteilt wurde, soll nun aber schon im Mai Schluss sein mit der Amarok-Montage in Hannover.

Ein Sprecher von Volkswagen Nutzfahrzeuge sagte am Mittwoch auf Anfrage, dass das Ende des Pick-Ups in Hannover aber nicht das komplette Aus für das leichte Nutzfahrzeug bedeute. In Argentinien soll der Amarok für die außereuropäischen Markt weiterhin gebaut werden.

Zuletzt war das weltweite Amarok-Volumen 2019 um zehn Prozent auf rund 72.500 Einheiten geschrumpft. Etwa ein Drittel davon wurde in Hannover für Europa produziert.

In Deutschland konnte der Amarok seit seinem Start 2010 nie die 5.000-Einheiten-Marke knacken. Der Segmentkönig „Ranger“ von Ford machte zuletzt in etwa doppelt so viel Volumen hierzulande wie der VW-Pick-up.

VW braucht Produktionskapazitäten für Elektro-Modelle und den T7

Die offizielle Sprachregelung des Herstellers stellt nicht auf die mäßige Marktakzeptanz des Modells ab. Ein Sprecher sagte: „Die Nachfrage ist nach wie vor groß, wir verdienen auch gutes Geld mit dem Amarok.“ Dennoch habe man sich für ein vorzeitiges Produktionsende entschieden, da man die Fertigungskapazitäten in Hannover ab 2021 für den T7 und für die Elektro-Modelle ID Buzz und ID Cargo benötige.

Eine nicht unwesentliche Rolle dürfte aber auch die weitere Verschärfung der Abgas-Regeln in Europa für leichte Nutzfahrzeuge zum 1. September 2020 spielen. Dann tritt für jene Modelle der „WLTP 2nd Act“ in Kraft, mit dem es Pkws schon im September 2019 zu tun bekamen. Die Abgasreinigung wird dadurch für die Hersteller deutlich teurer, größere Investments in sowieso auslaufende Modelle ergeben aus wirtschaftlicher Sicht wenig Sinn.

Wie der Sprecher zudem bestätigte, soll es ab 2022 trotz der übersichtlichen Nachfragesituation in Europa einen Nachfolger für den Amarok geben. Dieser wird derzeit in Zusammenarbeit mit Ford entwickelt.

Die Auslieferungen des aktuellen Amarok in Deutschland sollen noch bis Ende August fortlaufen.

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Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk bei der Vogel Communications Group