Konnektivität

Wettlauf um das vernetzte Auto

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Wer setzt sich am Markt durch?

„Viele Marktteilnehmer versuchen schon heute, sich über die Nachrüstlösungen an die Kundenschnittstelle zu setzen“, erklärt Grosse Kleimann. „So können Versicherungskunden gesteuert und Autofahrer auf einen Servicebedarf ihres Fahrzeugs gezielt aufmerksam gemacht werden.“

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Die Automobilhersteller müssen daher schnell reagieren und ihre Denkweise verändern, wenn sie nicht den Anschluss verlieren wollen. Denn: „Mittelfristig werden sich die Anbieter auf dem Markt durchsetzen, die mehr Kunden für ihre Konnektivitätslösung überzeugen konnten“, so Grosse Kleimann. „Erreicht ein Anbieter die kritische Masse, wird sich ein Lock-in-Effekt einstellen und das System so zum Marktstandard werden. Doch noch ist völlig offen, aus welcher Branche diese Anbieter kommen werden.“

Zwei unterschiedliche Strategien

Für Automobilhersteller und branchenfremde Anbieter von Dongle-Lösungen empfehlen die Experten von Roland Berger daher unterschiedliche Strategien.

Automobilhersteller sollten sich demnach für eine schnellere Marktdurchdringung überlegen, ob sie allein die kritische Masse erreichen können oder ob Partnerschaften notwendig sind, um gemeinsam eine eigene Nachrüstlösung zu entwickeln. So können sie ihre Kundenbasis erweitern. Dank neuer Kundendaten können sie außerdem weitere Produkte und Dienstleistungen anbieten, die den Kundenwünschen besser entsprechen. „Nur wenn die Hersteller die App-basierten Dongle-Lösungen als Zwischenlösung zum vernetzten Fahrzeug verstehen und nutzen, lässt sich damit langfristig ein eigenes geschlossenes Ökosystem auf dem Markt durchsetzen“, erklärt Jan-Philipp Hasenberg.

Kooperationen sinnvoll

Drittanbieter sollten laut der Erhebung von Roland Berger auf branchenübergreifende Kooperationen setzen. Mithilfe einer offenen Plattform für neue digitale Technologien können Innovationen so zügiger und kosteneffizienter umgesetzt werden. Der Fokus sollte auf App-basierten Dongle-Lösungen liegen, da sie durch die einfache Verfüg- und Bedienbarkeit für Kunden in allen Preissegmenten interessant sind. Für Drittanbieter ist es wichtig, dass ihre Lösungen durch das richtige Serviceangebot zum Standard für Endkunden werden.

Sowohl OEM als auch Drittanbieter können aus Sicht der Studienautoren das offene Rennen um die profitable Vernetzung von Fahrzeugen für sich entscheiden. „Wenn es den branchenfremden Anbietern gelingt, ein standardisiertes Datenformat und eine einheitliche und branchenübergreifende Plattform zu etablieren, stehen ihre Chancen sehr gut“, so Philipp Grosse Kleimann. „Ansonsten werden Automobilhersteller diesen Markt beherrschen. Allerdings sollten die Marktteilnehmer auch bedenken, dass der Kunde nicht immer an eine einzige Marke gebunden ist.“

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