Autonomes Fahren

Wie Roboterautos sich verständlich machen

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Zeigt das Auto einem anderen Verkehrsteilnehmer an, dass es an einer Kreuzung wartet, darf es danach nicht noch kurz bis zur Haltelinie beschleunigen. Eine einmal gesetzte Botschaft kann darüber hinaus nicht im Zuge der Kommunikation wieder geändert werden. Zudem muss sichergestellt sein, dass Signale für andere Verkehrsteilnehmer unter allen Wetter- und Lichtbedingungen immer klar erkennbar sind.

„Wir glauben, dass die Kommunikation visuell sein muss“

Am Ende herausgekommen ist eine verblüffend simple Sprachmechanik. „Wir glauben, dass die Kommunikation visuell sein muss, sehr, sehr einfach und dass nur wenige Botschaften nötig beziehungsweise sinnvoll sind“, so Cieler. Damit ließe sich auch die Gefahr von Missverständnissen reduzieren.

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„Wenn das Auto beispielsweise signalisieren soll ‚ich habe dich gesehen‘ mag das bei einem einzelnen Passanten noch sinnvoll sein. Wen aber meint das Fahrzeug in einer Gruppe oder einer Menschenansammlung“, gibt der Ingenieur ein Beispiel.

Gegen die Kommunikation von Instruktionen und Aufforderungen führt er das gleiche Argument an – wer in solchen Fällen als Adressat gemeint ist, lässt sich im städtischen Gewimmel für andere Verkehrsteilnehmer nicht immer sicher feststellen. Am Ende sind daher gerade einmal zwei Botschaften nötig, die das Roboterauto in die Umwelt sendet: „Autonomes Fahren aktiv“ und „ich gewähre dir Priorität“.

Simpel, intuitiv und allgemeinverständlich

Für die konkrete Gestaltung des Roboterauto-HMIs hat Cieler einen Vorschlag. Auch der ist bestechend simpel: Ein türkises Lichtband um das Fahrzeug herum zeigt an, dass es sich im autonomen Modus befindet.

Wenn es blinkt, teilt es mit, anzuhalten und dem anderen Vortritt oder Vorfahrt zu lassen. Türkis deswegen, so Cieler, weil die Farbe anders als blaues oder gelbes Blinklicht im Verkehr noch nicht belegt sei. Und weil sie keine Instruktion impliziert – wie etwa rotes Stopplicht oder ein Grün, das freie Fahrt suggeriert.

Ob sich Cielers Ansatz bei Industrie, Wissenschaft und Politik durchsetzt bleibt abzuwarten. Ganz unwahrscheinlich ist das nicht, gehen laut dem Forscher doch auch die Ansätze anderer Gremien in eine ähnliche Richtung. Simpel, intuitiv und allgemeinverständlich wollen sie alle sein.

Bis es einen mindestens europa- oder auch weltweiten Standard gibt, werden nach Einschätzung Cielers allerdings noch rund zehn Jahre vergehen. Ein Zeithorizont, den viele Experten auch für die Marktdurchdringung des autonomen Fahrens ansetzen.

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