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M&A-Transaktion Würth übernimmt Schmierstoffspezialist Liqui Moly

Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Svenja Gelowicz

Der Ulmer Schmierstoffspezialist Liqui Moly schlüpft unter das Dach der Würth-Gruppe. Ernst Prost bleibt aber weiter Geschäftsführer und verspricht den Mitarbeitern, dass sich nichts ändern werde. Stattdessen will der Manager nun noch stärker angreifen.

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Seit fast 20 Jahren war Würth bereits stiller Teilhaber bei Liqui Moly. Jetzt übernehmen die Künzelsauer die Ulmer komplett.
Seit fast 20 Jahren war Würth bereits stiller Teilhaber bei Liqui Moly. Jetzt übernehmen die Künzelsauer die Ulmer komplett.
(Bild: Liqui Moly)

In Baden-Württemberg kommt es zum Jahreswechsel zu einer großen Übernahme: Der Handelskonzern Würth kauft den Schmierstoffspezialisten Liqui Moly auf. Das gab Liqui Moly am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach verkauft der geschäftsführende Gesellschafter Ernst Prost seine gesamten Unternehmensanteile an den Künzelsauer Konzern. Zum Kaufpreis ist nichts bekannt.

Prost selbst bleibt aber weiter Geschäftsführer des Ulmer Unternehmens. Mit dem Verkauf stelle er „den Fortbestand von Liqui Moly und Meguin für eine Zeit sicher, wenn ich selbst einmal nicht mehr am Steuerrad stehen sollte“, so der 60-Jährige.

Liqui Moly „kerngesund“

Im Tagesgeschäft soll sich bei Liqui Moly durch den Eigentümerwechsel nichts ändern, das Unternehmen bleibt innerhalb der Würth-Gruppe eigenständig, alle Mitarbeiter werden übernommen. „Alles bleibt wie es ist. Es wäre ja auch unsinnig, am Erfolgskurs der letzten Jahre etwas zu ändern. Es geht genauso weiter wie bisher – nur eben unter einem größeren Dach, das mehr Schutz bietet“, teilte Prost mit.

Laut Prost steht Liqui Moly „kerngesund“ da. Die Eigenkapitalquote liegt bei über 80 Prozent. Im Jahr 2016 erzielten die Ulmer mit ihren über 800 Mitarbeitern einen Umsatz von rund einer halben Milliarde. In diesem Jahr wird dieser bisherige Rekord dem Chef zufolge noch einmal übertroffen. In den vergangenen drei Jahren hat der Schmierstoffspezialist laut Prost zudem jeweils mehr als 40 Millionen Euro Gewinn vor Steuern erwirtschaftet.

Bei Würth schlüpft Liqui Moly nun unter ein ungleich größeres Dach: Der Künzelsauer Konzern hat weltweit rund 73.000 Mitarbeiter, der Jahresumsatz lag zuletzt bei 12,5 Milliarden Euro. Dennoch sei Würth „ebenfalls ein Familienunternehmen“, so Prost. „Deswegen weiß ich Liqui Moly und Meguin bei der Würth-Gruppe in guten Händen.“

Würth seit fast 20 Jahren stiller Teilhaber

Die Künzelsauer seien ein „absolut berechenbarer und vertrauensvoller Unternehmenseigner für uns“, schrieb Ernst Prost in einem Rundbrief an die Liqui-Moly-Beschäftigten. Tatsächlich kennen sich beide Unternehmen gut, Würth ist bereits seit fast 20 Jahren stiller Teilhaber bei Liqui Moly. Zum Abschluss seines Rundschreibens holte Prost direkt noch zur Kampfansage aus: „Jetzt geht noch mehr! Wir werden unsere weltweiten Geschäfte noch intensiver und nachhaltiger ausbauen“, so der Liqui-Moly-Chef.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«